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Medizin
14. April 2021

Chemosaturation: Innovative Therapieoption bei Lebermetastasen

Bei der Chemosaturation (CS-PHP) wird die Leber vorübergehend vom Blutkreislauf isoliert und mit einem konzentrierten Chemotherapeutikum „gesättigt“. In der FOCUS-Studie wurde die Wirksamkeit dieses Verfahrens bei Patienten mit einem metastasierten malignem Melanom dokumentiert. Ziel dieses Verfahrens ist die Applikation einer hohen konzentrierten Dosis eines Chemotherapeutikums wie Melphalan in die Leber bei gleichzeitigem Schutz vor systemischen Nebenwirkungen.
Dabei wird ein spezieller Doppel-Ballon-Katheter in die Vena cava inferior platziert. Durch Aufblasen dieses Ballons wird die Perfusion der Leber bis auf einen kleinen kontrollierten Blutstrom blockiert. Über einen zweiten arteriellen Katheter wird dann das Chemotherapeutikum direkt in die Leber verabreicht, mit anderen Worten die Leber wird mit dem Chemotherapeutikum geflutet. Zugleich wird das Blut außerhalb des Körpers von dem Medikament gereinigt, in dem zwischen den beiden Ballons das mit dem Chemotherapeutikum beladene Blut abgesaugt und zu einer Pumpe mit integriertem CO2-Mebran-Filter weitergeleitet wird. Anschließend wird das Blut über die Vena cava superior in den Körper zurückgeführt, „So werden bis zu 99% des Medikaments eliminiert“, so Prof.Brian Stedmann, Southampton.
 

HFPS wird um 6 Monate verlängert

Im Rahmen der Phase-III-FOCUS-Studie wurde CS-PHP in einem randomisierten Design bei 93 Patienten mit einem hepatogen-mestastasierten Netzhaut-Melanom mit der, nach Meinung der behandelnden Ärzten besten alternativen Therapie (BAC) verglichen. Dieser Tumor ist relativ selten, er macht nur 5% aller malignen Melanome aus. Da das Auge keinen Lymphabfluss hat, erfolgt die Metastasierung sehr früh über die Blutbahn, woraus sich die schlechte Prognose ergibt. Ca. 50% der betroffenen Patienten entwickeln Metastasen.
 

Studiendesign

Die Patienten erhielten über 6 Wochen 6 Zyklen der CS-PHP mit Melphalan. Mit CS-PHP konnte bei der ITT-Auswertung das Hepatic-Progression-free Survival (HPFS) nach einem Follow up von 10 Monaten um 65%, nämlich von 1,6 Monate unter BAC auf 8,0 Monate verlängert werden (HR=0,35; KI: 0,23-0,54; p<0,0001). Das OS betrug in der CS-PHP-Gruppe 15,3 Monate und bei 82,4% der Patienten konnte eine Kontrolle der Lebermetastasen erreicht werden. Bei der DCR waren die Vergleichswerte 70,9%  vs. 37,9%, bei der ORR 32,9% vs. 13,8%. Nach einer hepatischen Progression switchten 55% (28 Patienten) aus der BAC-Gruppe in den CS-PHP-Arm.

Dr. Peter Stiefelhagen

Quelle: Virtuelles Symposium „Challenges in interventional oncology“ im Rahmen des ECIO 2021, 12.4.2021; Veranstalter: medac


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