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Medizin
23. September 2015

ADO 2015: Checkpoint-Inhibitoren - die Multitalente

Die Langzeitdaten der Keynote-001-Studie zeigen, dass der PD-1-Antikörper Pembrolizumab bei Patienten mit metastasiertem Melanom zu einem lang anhaltenden Ansprechen führt. Nach der Interimsanalyse der Phase-III-Firstline-Studie KEYNOTE-006 ist das Ansprechen Ipilimumab-naiver Patienten noch besser. Vielversprechend sind auch Ansprechraten und -dauer von Patienten mit Hirnmetastasen und desmoplastischem Melanom.

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Nach 24 Monaten gab es in der Keynote-001-Studie bei 70% der 581 Patienten keinen Progress, berichtete Prof. Axel Hauschild, Kiel. Das mediane PFS betrug 4,4 Monate, das mediane OS lag bei 22,8 Monaten. In der Subgruppe der unbehandelten Patienten (n=152) war die Wirksamkeit von Pembrolizumab noch höher (ORR 45,1%, CR 13,5%, Krankheitskontrollrate 60,9%). Das PFS betrug 13,8 Monate und das Gesamtüberleben 31,1 Monate. Patienten mit BRAF-wt und BRAF-Mutierte profitieren gleichermaßen. Von den ersten 411 eingeschlossenen Patienten konnte bei 67% der PD-L1-Status bestimmt werden, und es konnte eine Korrelation zwischen PD-L1-Expression und ORR gezeigt werden.

Die KEYNOTE-006 Studie ist eine Phase-III-Studie mit Ipilimumab-naiven Patienten, die Pembrolizumab firstline in zwei verschiedenen Dosierungen (10 mg/kg q2w und 10 mg/kg q3w und Ipilimumab 2 mg/kg q3w) verglich. In der ersten Interimsanalyse konnte eine signifikante 62%ige Verbesserung des PFS im Vergleich zu Ipilimumab nachgewiesen werden (PFS-Rate nach 6 Monaten: 47,3% bzw. 46,4% vs. 26,5% unter Ipilimumab, p<0,00001). Die Gesamtüberlebensrate nach 12 Monaten war ebenfalls signifikant höher mit Pembrolizumab (74,1 bzw. 68,4% vs. 58,2%, p=0,00052 bzw. 0,00358).
In einer Phase-II-Studie (Kluger et al. JCO 22, 2015 suppl, abstr. 9009) zeigte Pembrolizumab auch bei Hirnmetastasen Aktivität. Eingeschlossen waren 17 Patienten mit nicht vorbehandelten Hirnmetastasen, 12 Patienten waren evaluierbar. Es konnten 3 partielle Remissionen und 2 Stabilisierungen der Hirnmetastasen nachgewiesen werden sowie 1 komplette und 3 partielle extrakranielle Remissionen. Die Ansprechdauer lag bei 3+, 6+ und 7+ Monate. Es war nur eine therapieassoziierte Toxizität von Grad 3 aufgetreten.

Eine retrospektive Analyse spricht auch für eine Aktivität der PD-1-Inhibition beim desmoplastischen Melanom, das die höchste Mutationsrate unter allen Melanomsubtypen aufweist, berichtete Hauschild. Bei 23 Patienten mit Stadium IV eines desmoplastischen Melanoms (18 mit Ipilimumab vorbehandelt), lag die Responserate bei 70% mit 9 CR und 7 PR. Das mediane PFS war zum Zeitpunkt der Auswertung noch nicht erreicht (Eroglu et al. JCO 33 2015, suppl; Abstr. 9011).

as

Quelle: Satellitensymposium MSD SHARP & Dohme GmbH. Anti-PD-1 der neue Standard beim metastasierten Melanom?, 11. September 2015


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