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Medizin
25. September 2015

ADO 2015: Checkpoint-Inhibitoren – neue Kombinations- und Sequenzstrategien

Checkmate-067 war die erste Studie, welche die Kombination von zwei Checkpoint-Inhibitoren prüfte, Ipilimumab plus Nivolumab. Mit diesem doppelten Ansatz konnten mehr Remissionen und sogar mehr komplette Remissionen erzielt werden. „Wo dies gelingt, besteht die Hoffnung, die Patienten zu heilen“, sagte Prof. Ralf Gutzmer, Hannover. Allerdings waren unter dem kombinierten Ansatz auch Anzahl und Schwere der Nebenwirkungen erhöht. 55% der Patienten hatten AEs (adverse events) von Grad 3-4, die insbesondere Haut, Gastrointestinaltrakt, Leber und das endokrine System betreffen. Das Gleiche zeigte sich in der Checkmate-067 Studie. „Doch aus dieser Studie können wir einiges lernen, was in der Checkmate-067 noch nicht so deutlich war“, so Prof. Gutzmer. Die meisten Patienten hatten bereits im 1. Staging ein objektives Ansprechen gezeigt. Viele haben zwar die Studie abgebrochen, doch das Therapieansprechen hielt auch nach Absetzen der Therapie an.

Effektivität und Verträglichkeit einer Sequenztherapie prüft die Checkmate-067-Studie, deren Ergebnisse auf dem ECC erwartet werden. Auch die Kombinationen von zielgerichteter Therapie mit Immuntherapie, Interferon alpha und Anti-PD-1-Antikörper sowie die Therapie mit onkolytischen Viren (T-VEC) und Checkpointinhibitoren werden aktuell in Studien untersucht.
Während sich vor wenigen Jahren die Therapieauswahl für Patienten mit fortgeschrittenem Melanom auf wenig wirksame Chemotherapeutika beschränkte, steht heute für das BRAF-mutierte Melanom eine Reihe von Substanzen mit vergleichbar guter Effektivität zur Verfügung. Für die Therapieauswahl gibt es „harte und weiche Entscheidungskriterien“, berichtete Prof. Carola Berking, München. Dazu zählen Effektivität, Toxizität, Komorbiditäten, Tumorlast und Zulassungsstatus. Weiche Kriterien, die bei der Therapieauswahl mit einfließen sind Applikationsart, Kosten, Biomarker und die Erfahrung des Behandlers.

Doch die Entscheidungen im klinischen Alltag sind für den Behandler oftmals große Herausforderung, wie Dr. Carmen Loquai, Mainz, an Fallbeispielen verdeutlichte. Denn schon die Situation ist eine ganz andere als in den klinischen Studien. Legt man die Ausschlusskriterien aus den Zulassungsstudien von Nivolumab und Ipilimumab zugrunde, so wären etwa die Hälfte der Patienten, die man im klinischen Alltag sieht, nicht in die Zulassungsstudien eingeschlossen worden. Die Erfahrungen aus den Studien helfen, insbesondere beim Erlernen des Nebenwirkungsmanagements, so Loquai. Wichtig sei nun, mehr Erfahrungen zu sammeln hinsichtlich Therapielänge, Kontraindikationen, Sequenzen und möglicher Kombinationen. Es ist hohe Aufmerksamkeit gefordert. „Und wir brauchen ein Zeitkontingent, da wir die Patienten häufiger sehen“, so Loquai abschließend.

as

Quelle: ADO 2015: Satellitensymposium "Die Wahl der optimalen Therapiesequenz – Die Rolle der Immunonkologie in der Therapie des malignen Melanoms". 10. September 2015


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