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Medizin

19. Mai 2020 CheckMate -9LA: Nivolumab + Ipilimumab und begrenzte Chemotherapie zeigt in mNSCLC-Erstlinienbehandlung signifikant verlängertes OS vs. Chemotherapie allein

Die Interimsanalyse ergab, dass die Kombination aus Nivolumab +Ipilimumab mit 2 Zyklen einer Chemotherapie das Gesamtüberleben (OS) der Patienten mit metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (mNSCLC) signifikant verlängerte. Diese Verbesserung hielt einer späteren Auswertung zufolge über einen Nachbeobachtungszeitraum von mind. einem Jahr an. Der klinische Nutzen der Kombinationstherapie erwies sich über alle Wirksamkeitsparameter hinweg konsistent und war unabhängig von dem Grad der PD-L1-Expression oder der Tumorhistologie. Die ersten Ergebnisse der CheckMate -9LA werden auf der ASCO-Jahrestagung 2020 im Rahmen einer Oral Session vorgestellt.
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Bristol Myers Squibb gab die ersten Ergebnisse der Phase-III-Studie CheckMate -9LA (CM -9LA) bekannt. Darin zeigte die Kombinationstherapie Nivolumab (Opdivo®) plus Ipilimumab (Yervoy®) und einer auf 2 Zyklen begrenzten Chemotherapie einen statistisch signifikanten und klinisch bedeutsamen Überlebensvorteil in der Erstlinienbehandlung von Patienten mit mNSCLC. Die Studie erreichte sowohl ihren primären Endpunkt als auch die beiden wichtigsten sekundären Endpunkte: Demnach erwies sich die Kombination aus dualer Immuntherapie + begrenzter Chemotherapie gegenüber der alleinigen Chemotherapie als überlegen in Bezug auf das OS, das progressionsfreie Überleben (PFS) sowie auf die Gesamtansprechrate (ORR).

In einer präspezifizierten Interimsanalyse des primären Endpunktes OS senkte die Kombination aus Nivolumab + Ipilimumab mit 2 Zyklen einer Chemotherapie über einen Zeitraum von mindestens 8,1 Monaten das Sterberisiko um 31% im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie (Hazard Ratio [HR]=0,69; 96,71%-Konfidenzintervall [KI]: 0,55 bis 0,87; p=0,0006). Ein längeres Follow-up von mind. 12,7 Monaten bestätigte ein anhaltend verlängertes OS durch die Kombinationstherapie Nivolumab + Ipilimumab mit begrenzter Chemotherapie gegenüber der alleinigen Chemotherapie (medianes OS von 15,6 Monaten gegenüber einem medianen OS von 10,9 Monaten [HR=0,66; 95%-KI: 0,55 - 0.80]). Der klinische Nutzen wurde über alle Wirksamkeitsparameter hinweg in den wichtigsten Patientensubgruppen beobachtet, trat also auch unabhängig von dem Grad der PD-L1-Expression und der Tumorhistologie (plattenepithelial bzw. nicht-plattenepithelial) auf.

Das Sicherheitsprofil der Kombinationstherapie Nivolumab (360 mg alle 3 Wochen) + Ipilimumab (1 mg/kg Körpergewicht alle 6 Wochen) mit 2 Zyklen Chemotherapie spiegelte die bekannten Sicherheitsprofile der einzelnen Komponenten der Immuntherapie und der Chemotherapie in der Erstlinienbehandlung des NSCLC wider. Diese Ergebnisse (Abstract #9501) werden im Rahmen einer Oral Session auf der Jahrestagung 2020 der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt, die vom 29. bis 31. Mai virtuell stattfindet.

"Die Kombination aus Nivolumab plus Ipilimumab verlängert das Überleben von Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom in der Erstlinie nachweislich, und eine zusätzliche, begrenzte Chemotherapie könnte das Risiko einer frühen Krankheitsprogression mindern", sagte Prof. Dr. Martin Reck, Prüfarzt der CheckMate -9LA, LungenClinic Grosshansdorf, einer Forschungsinstitution des Deutschen Zentrums für Lungenforschung. "Diese Ergebnisse der CheckMate -9LA liefern uns die Evidenz, dass diese Kombination aus zwei Immuntherapien bei gleichzeitiger Durchführung von zwei Zyklen einer Chemotherapie in diesem Setting einen Überlebensvorteil bietet – ein Nutzen, der früh beobachtet wurde und nach einjähriger Nachbeobachtung über die wichtigsten Patientensubgruppen hinweg anhielt. In einer wachsenden Datenmenge sehe ich das Potenzial, dass sich der Überlebensvorteil weiterhin verlängert."

Die Verlängerung des OS durch die Kombination aus Nivolumab plus Ipilimumab mit einer begrenzten Chemotherapie nach dem Follow-up von mindestens 12,7 Monaten erfolgte unabhängig von dem Grad der Tumor-PD-L1-Expression: Bei Patienten mit PD-L1 < 1% wurde das Sterberisiko um 38 % (HR 0,62; 95 %-KI: 0,45 bis 0,85) gesenkt und bei Patienten mit PD-L1 ≥ 1% um 36% (HR=0,64; 95%-KI: 0,50-0,82). Darüber hinaus führte die Kombination aus dualer Immuntherapie und Chemotherapie zu einer 1-Jahres-PFS-Rate von 33% versus 18% unter alleiniger Chemotherapie (HR 0,68; 95%-KI: 0,57 bis 0,82). Die ORR betrug 38% im Vergleich zu 25% unter alleiniger Chemotherapie. "Wir wissen, dass jeder Patient, der mit der Diagnose eines metastasierten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms konfrontiert wird, ein individuell zu betrachtender Fall ist. Deshalb haben wir unser Entwicklungsprogramm darauf ausgerichtet, mehrere potenziell dauerhafte Lösungen für die beträchtliche Anzahl an Erstlinienpatienten zu liefern, die nach wie vor neue Optionen benötigen", sagte Nick Botwood, M.D., Vice President, Oncology Clinical Development, Bristol Myers Squibb. "Neben den 3-Jahres-Ergebnissen zum Gesamtüberleben aus der Studie CheckMate -227 untermauern die aktualisierten 1-Jahres-Daten der CheckMate -9LA den klinischen Wert von Nivolumab-plus-Ipilimumab-basierten Kombinationen weiter."

Bei Nivolumab plus Ipilimumab handelt es sich um eine einzigartige Kombination zweier Immun-Checkpoint-Inhibitoren, die potenziell synergistische Wirkmechanismen aufweisen. Die beiden Wirkstoffe zielen auf zwei unterschiedliche Checkpoints (PD-1 und CTLA-4), um Tumorzellen zu zerstören: Während Ipilimumab zur Aktivierung und Proliferation von T-Zellen beiträgt, hilft Nivolumab den vorhandenen T-Zellen bei der Tumorentdeckung. Einige der durch Ipilimumab stimulierten T-Zellen können sich zu T-Gedächtniszellen entwickeln, welche eine langfristige Immunantwort ermöglichen können. Die zusätzliche Durchführung einer begrenzten Chemotherapie zu der Kombination aus Nivolumab plus Ipilimumab könnte dazu beitragen, dass Patienten eine frühe Krankheitskontrolle erreichen.

Quelle: Bristol-Myers Squibb


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