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Medizin
02. November 2015

ECC 2015: Cetuximab bei mCRC und SCCHN – Verbessertes Gesamtüberleben ohne negative Effekte auf Lebensqualität

Die beim ECC-Kongress in Wien präsentierte retrospektive Analyse der Phase-III-Studie BELIEF (1) ergab, dass eine ausgedehnte RAS-Testung eine genauere Selektion von Patienten, die von einer anti-EGFR-Therapie profitieren, erlaubt. BRAF und PI3KCA erwiesen sich hingegen nicht als prädiktive Marker. Die aktuellen Daten untermauern die Relevanz der RAS-Testung vor Beginn einer systemischen Therapie bei Patienten mit mCRC. Das mediane Gesamtüberleben betrug bei mCRC Patienten vom RAS Wildtyp im Cetuximab-Arm 35,1 Monate im Vergleich zu 21,7 Monaten im alleinigen Chemotherapiearm (p=0,009).

Wie bedeutsam die gezielte Patientenauswahl ist, zeigt eine retrospektive Analyse zur Lebensqualität von Patienten, die im Rahmen der CRYSTAL-Studie behandelt worden waren. Die ursprünglichen Daten der CRYSTAL-Studie hatten ergeben, dass die Zugabe von Cetuximab zu FOLFIRI in der Erstlinie signifikant die Ansprechrate, das progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben von mCRC Patienten mit RAS Wildtyp verbesserte (2).

Die neuen, in Wien vorgestellten (3) Daten belegen: Patienten mit mCRC vom RAS-Wildtyp profitieren von der Effektivität einer Therapie mit Cetuximab ohne eine Verschlechterung der Lebensqualität in Kauf nehmen zu müssen. Von 351 der insgesamt 367 Patienten mit RAS-Wildtyp-Tumoren lagen Fragebögen zur Lebensqualität vor (n=170, Cetuximab + FOLFIRI; n=181, FOLFIRI). Damit konnten für 79,7% der Patienten im Cetuximab plus FOLFIRI-Arm und für 76,3% im reinen Chemotherapiearm Daten zur Lebensqualität ausgewertet werden. Die Patientencharakteristika zu Behandlungsbeginn waren in beiden Armen ähnlich, jedoch befanden sich in der FOLFIRI-Gruppe vergleichsweise mehr Patienten mit besserem ECOG-Performance Status.

Der globale Gesundheitsstatus (GHS/QoL) war in beiden Patientengruppen vergleichbar. Die Lebensqualität änderte sich durch Zugabe von Cetuximab zum Behandlungsregime nicht. Dies war auch der Fall für ermittelte Einzelparameter wie Verlust der Sozialfunktion, Fatigue, Übelkeit/Erbrechen, Schmerz, Appetitlosigkeit, Diarrhö, Verstopfung und funktionelle Einschränkungen.

SCCHN: Bedarf an Sondenernährung nicht erhöht

Bestätigt wird die Wirksamkeit von Cetuximab bei guter Verträglichkeit auch durch Studien bei Plattenepithelkarzinomen im Kopf-Hals-Bereich. In Folge einer Radiochemotherapie kommt es häufig zu höhergradigen Mukositiden, die eine Sondenernährung notwendig machen. Diese schränkt die Lebensqualität der Patienten erheblich ein. Wie aus einem Poster beim ECC hervorging, führte die Hinzunahme von Cetuximab zur Radiotherapie bei Patienten mit lokal fortgeschrittenen oropharyngealen Plattenepithelkarzinomen innerhalb des ersten Jahres nach der Behandlung nicht zu einem Anstieg der Verwendung von Ernährungssonden (4).

Quelle: Merck Serono

Literatur:

(1) J.M. Xu, L. Ren, Y. Wei, P. Zheng, L.C. Ye, Q.Y. Feng, D.X. Zhu, W.J. Chang, M.L. Ji. Effects of beyond KRAS mutations on the efficacy of cetuximab plus chemotherapy for patients with unresectable colorectal liver-limited metastases (BELIEF): A retrospective biomarker analysis from a Chinese opulation; ECC 2015, Abstract 2117.
(2) Van Cutsem E. et al. Cetuximab plus irinotecan, fluorouracil, and leucovorin as first-line treatment for metastatic colorectal cancer: updated analysis of overall survival according to tumor KRAS and BRAF mutation status, J Clin Oncol 2011; 29(15): 2011-2019.
(3) K. Yamaguchi, M. Ando, A. Oki, F. Beier, S. Guenther, P. von Hohnhort, E. van Cutsem. Quality of life analysis in patients with RAS wild-type metastatic colorectal cancer treated with first-line FOLFIRI + cetuximab in the CRYSTAL study. ECC 2015, Abstract 2120.
(4) JA Bonner, J. Giralt, PM Harari, J. Baselga, S. Spencer, D. Bell, J. Liu, J. Schulten, KK Ang, DI Rosenthal. Association of p16 staus and feeding tube use in patients with locoregionally advanced squamous cell cancer of the head and neck treated with radiotherapy +/- cetuximab in a phase III study. ECC 2015, Abstract 2820.


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