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Medizin

20. November 2020 CAR-T-Zelltherapie bei ALL: Anhaltende Remission mit nur einer Behandlung

Die akute lymphatische Leukämie (ALL) lässt sich prinzipiell gut behandeln, rund 80-90% der Patienten können geheilt werden. Mit jedem Rückfall aber sinken die Chancen zu überleben erheblich. Für Patienten mit refraktärer und resistenter (r/r) B-ALL bietet sich die CAR-T-Zelltherapie als neue Behandlung an. Belege für die Wirksamkeit liefern  internationale Studien, z.B. die ELIANA-Studie, aber auch erste Daten aus der "realen" Welt.
Das Prinzip hinter der CAR (chimärer Antigenrezeptor)-T-Zelltherapie besteht darin, Immunzellen (T-Zellen) außerhalb des Körpers so umzuprogrammieren, dass sie nach Reinfusion krebserregende und andere Zellen mit einem bestimmten Antigen an der Zelloberfläche erkennen und bekämpfen können. Der Bedarf für diese Therapie insbesondere bei Kindern und Jugendlichen ergibt sich aus der bei r/r- ALL nach jeder weiteren Therapielinie schlechter werdenden Prognose, berichtete Prof. Dr. Peter Bader, Frankfurt.

In der klinischen Phase-II-Studie ELIANA wurde die CAR-T-Zelltherapie mit Tisagenlecleucel (Kymriah®) bei 75 Kindern und jungen Erwachsenen zwischen 3 und 23 Jahren eingesetzt (1). Die Patienten hatten eine r/r B-Zell-ALL nach median 3 Vortherapien inklusive einer allogenen, hämatopoetischen Stammzelltransplantation bei 46 Teilnehmern. Die Infusion mit dem CAR-T-Zell-Präparat wurde für jeden Patienten  individuell hergestellt und einmalig intravenös verabreicht. Primäres Therapieziel war das Gesamtansprechen, definiert als komplette Remission (CR) oder CR mit unvollständiger Wiederherstellung des hämatopoetischen Systems innerhalb von 3 Monaten.

Nach 4 Wochen befanden sich 80% der Patienten in Remission. Nach 6 Monaten lebten noch 90% der Patienten, nach 24 Monaten, so ein Update, hatten immer noch 66% ihre Leukämie überlebt (2).

Der Vergleich der ersten außerhalb klinischer Studien mit Tisagenlecleucel  behandelten 150 Patienten mit den Daten der ELIANA-Studie zeigt, dass sich die Ergebnisse entsprechen, etwa beim CR mit 85% in der realen Welt und 82% in der Studie (3). Auch Kinder unter drei Jahren, die in der Studie ausgeschlossen waren, haben profitiert.

Nebenwirkungen treten überwiegend in den ersten vier Wochen auf und lassen sich mit entsprechend ausgebildetem Personal kontrollieren, so Bader. Wesentlich ist das Zytokin-Freisetzungssyndrom, gezeichnet durch hohes Fieber, Blutdruckschwankungen und Problemen beim Atmen. "Mit dem Syndrom können auch neurologische Ereignisse wie Enzephalopathie oder Verwirrtheit einhergehen. Auch die lassen sich meist gut behandeln", sagte er. 

Martin Bischoff

Quelle: Virtuelle Pressekonferenz "Angekommen im Versorgungsalltag – 2 Jahre CAR-T-Zell-Therapie mit Kymriah®“, 9.11.20; Veranstalter: Novartis

Literatur:

(1) Maude SL et al. N Engl J Med 2018;370:439-48
(2) Grupp SA et al. ASH 2018; Abstract 895
(3) Grupp SA et al. ASH 2019; Abstract 766


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