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Medizin

10. September 2020 CAR-T-Zell-Therapie und COVID-19

Aufgrund der COVID-19-Pandemie findet die Gemeinsame Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie vom 9. -11. Oktober 2020 erstmals virtuell statt. Dass der Kongress trotz der aktuellen Situation – wenn auch in einem anderen Format – überhaupt durchgeführt wird, ist für den interdisziplinären und interprofessionellen Austausch enorm wichtig, denn in kaum einer anderen Fachdisziplin in der Medizin sind die Entwicklungen so rasant wie in der Hämatologie und Onkologie. Im Rahmen des virtuellen Kongresses wird der Umgang mit SARS-CoV-2 zwar eine wichtige Rolle spielen – das diesjährige Programm macht aber auch deutlich, dass ein Austausch über die gesamte Breite des Fachgebiets stattfindet.
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COVID-19: Neuer Komorbiditätsfaktor in der Krebsmedizin

Am Sonntag, 11. Oktober 2020 widmen sich 2 Sitzungen am Vormittag dem Themenkomplex SARS-CoV-2/COVID-19: Im Rahmen der ersten Session werden die Themen Histo-Pathologie, klinische Charakteristika, genetische Risikofaktoren für schwere Verläufe bei COVID-19 sowie der Stand der serologischen Testung / Immunantworten, der Rekonvaleszenten-Plasmatherapie, der antiviralen Therapie und der Impfstoffentwicklung gegen SARS-CoV-2 diskutiert. In der zweiten Session werden folgende Aspekte thematisiert: Stand anti-inflammatorische und Supportiv-Therapie, Stand Thromboseprophylaxe/Antikoagulation und Monitoring, Empfehlungen zum Management bei soliden Tumoren, Empfehlungen zum Management hämatologischer Neoplasien und zellulärer Therapie, LEOSS: Lean European Open Survey on SARS-CoV-2-Infected Patients, Prävention und Management von Hot-Spots in der Onkologie.

„Durch die breite Berücksichtigung des Themas im Programm tragen wir dem Umstand Rechnung, dass die Auseinandersetzung mit COVID-19 ein höchst relevantes Thema für die in der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Blut- und Krebserkrankungen Tätigen ist. Wir lernen jeden Tag dazu, wie wir den Umgang mit SARS-CoV-2 als ein neues von bereits vielen zu beachtenden Elementen in die Diagnostik und Therapie integrieren müssen“, so Prof. Dr. med. Markus Manz, Kongresspräsident, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Hämatologie (SGH&SSH) und Direktor der Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie am Universitätsspital Zürich. Darüber hinaus bekräftigt Manz, dass die Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz auch und besonders in Zeiten von COVID-19 hervorragend zusammenarbeiten. „Die Onkopedia-Leitlinie ‚COVID-19 bei Patienten mit Blut- und Krebserkrankungen‘ wurde in kürzester Zeit erstellt und wird kontinuierlich aktualisiert. Aktuell sind zu nahezu 60 Entitäten auf dem Onkopedia-Portal Einschätzungen der federführenden Autorinnen und Autoren eingestellt. Daran kann man gut ablesen, wie exzellent die Zusammenarbeit der deutschen, österreichischen und schweizerischen Kolleginnen und Kollegen funktioniert“, so Manz weiter.

Positive Erfahrungen mit der CAR-T-Zell-Therapie

Dass die virtuelle Jahrestagung der deutschsprachigen Gesellschaften thematisch breit aufgestellt ist und innovative Entwicklungen des Fachgebiets in den Mittelpunkt rückt, verdeutlicht Prof. Dr. med. Lorenz Trümper, Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie und Direktor der Klinik für Hämatologie und Medizinische Onkologie der Universitätsmedizin Göttingen. Dazu zählt beispielsweise die Immuntherapie mit chimären Antigen-Rezeptor-T-Zellen, den sogenannten CAR-T-Zellen. Die CAR-T-Zell-Therapie hat neue Perspektiven für eine gezielte Immuntherapie maligner Erkrankungen mit kurativem Potenzial eröffnet, zunächst bei Patientinnen und Patienten mit rezidivierten/refraktären, aggressiven B-Zell-Lymphomen und rezidivierter/ refraktärer B-Linien-ALL. Als Nächstes wird die Zulassung von CAR-T-Zellen beim Multiplen Myelom erwartet.
Im Zusammenhang mit der Einführung dieser innovativen, aufwendigen und teuren Therapie treten übergeordnete Fragen der Versorgung auf: Wie viele CAR-T-Zell-Zentren sind für eine optimale Versorgung erforderlich? Welche Qualitätskriterien sind sinnvoll? Wie können Daten über die Wirksamkeit im Vergleich zu anderen, innovativen Therapien generiert werden? Ist die Durchführung von ambulanten Therapien ausreichend sicher?

Die DGHO hat sich zusammen mit anderen Fachgesellschaften, auch der Pädiatrie, frühzeitig in die Diskussion über eine flächendeckende und qualitätsgesicherte Versorgung eingebracht. Die bisherigen Erfahrungen in einer begrenzten Anzahl von qualifizierten Institutionen zeigen ein hohes Maß an Sicherheit, aber auch eine kritische Indikationsstellung. Die Durchführung der CAR-T-Zell-Therapie wurde durch die COVID-19-Pandemie nur geringfügig beeinträchtigt.

„CAR-T-Zellen sind in Deutschland in der Versorgung angekommen. Der seinerzeit von uns mit Partnern formulierte Dreiklang aus zelltherapeutischer, krankheitsspezifischer und intensivmedizinischer Kompetenz hat sich als sinnvoll und zielführend erwiesen. Auf Basis der bisherigen Erfahrungen können die qualitätssichernden Maßnahmen zur Durchführung angepasst werden. Das betrifft insbesondere die Strukturkriterien der Zentren und einige sehr bürokratische Hürden. Die Anpassung erlaubt auch, das Verfahren der CAR-T-Zell-Therapie wirtschaftlicher durchzuführen. Grundsätzlich gilt bei der CAR-T-Zell-Therapie: Die Kunst besteht in der Wahl der richtigen Therapie für den richtigen Patienten zum richtigen Zeitpunkt. Als nächste Indikation erwarten wir CAR-T-Zellen für Patientinnen und Patienten mit Multiplem Myelom. Bei Patientinnen und Patienten mit stark vorbehandeltem Multiplem Myelom konnte die CAR-T-Zell-Therapie eine hohe Remissionsrate mit zum Teil mehr als 50% kompletten Remissionen und einer deutlich längeren progressionsfreien Zeit als mit allen bisher verfügbaren Medikamenten erreichen. Die Zulassung von CAR-T-Zellen für diese Indikation, spätestens Anfang nächsten Jahres, wird zu einer weiteren Zunahme der CAR-T-Zell-Therapien in Deutschland führen,“ so Trümper.

Interdisziplinarität und Interprofessionalität

Sowohl COVID-19 als auch die CAR-T-Zell-Therapie machen exemplarisch die Bedeutung der Notwendigkeit der Zusammenarbeit sowohl zwischen Kolleginnen und Kollegen der verschiedenen medizinischen Fachdisziplinen als auch einer engen Kooperation zwischen ärztlichem und pflegerischem Personal deutlich. „Eine optimale Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Blut- und Krebserkrankungen, die an COVID-19 erkrankt sind, lässt sich nur dann realisieren, wenn wir eng mit Kolleginnen und Kollegen anderer Fachgebiete wie zum Beispiel der Intensivmedizin und der Pneumologie sowie der Pflege kooperieren und gemeinsam Therapiestrategien entwickeln. Dieses Prinzip einer engen Kooperation – mit welchen Fachrichtungen im konkreten Fall auch immer – gilt selbstverständlich für alle hämatologischen und onkologischen Erkrankungen, gut kann man es aber an der CAR-T-Zell-Therapie zeigen. Hier gilt neben der engen Kooperation mit Kolleginnen und Kollegen der Intensivmedizin aufgrund möglicher neurotoxischer Nebenwirkungen beispielsweise die enge Einbindung der Neurologie. Und auch hier ist exzellent ausgebildetes Pflegepersonal unabdingbar.“

Ausführliche Informationen unter: https://www.haematologie-onkologie-2020.com/

Quelle: DGHO


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