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Medizin

28. Oktober 2020 CAR-T-Zell-Therapie mit Axi-Cel: Benefit innovativer Therapie den Patienten zukommen lassen

Bei der Behandlung von fortgeschrittenen Lymphomen wie dem diffus-großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) und dem primär mediastinalen großzelligen B-Zell-Lymphom (PMBCL) hat es durch die CAR-T-Zell-Therapie, etwa mit Axicabtagene Ciloleucel (Axi-Cel; Yescarta®), einen enormen Fortschritt gegeben, betonten Experten auf einem Symposium vor dem Hintergrund der DGHO Jahrestagung 2020. Allerdings handelt es sich dabei um eine sehr komplexe Behandlung, die eine vielfältige interdisziplinäre Kooperation erfordert. Dazu gehört auch die zeitige Vorstellung von in Frage kommenden Patienten.
Die DLBCL-Leitlinien von Onkopedia, erläuterte Prof. Dr. med. Thomas Pabst, Bern, Schweiz, empfehlen die CAR-T-Zelltherapie als potenziell kurative Option in der 3. Linie (1). Laut Leitlinie sei diese eine „erfolgversprechende therapeutische Alternative“ ohne Altersbeschränkung. „Unsere bisherigen Möglichkeiten der systemischen Therapieoptionen liegen bei einem längerfristigen Gesamtüberleben zwischen 10 bis maximal 25%; mit der CAR-T-Zelltherapie streben wir ein 50-%ige Heilungswahrscheinlichkeit an“, formulierte der Hämatologe.

Schwierige Patienten im Zentrum vorstellen

Prof. Dr. med. Dominik Wolf, Innsbuck, Österreich, bestätigte diese Erwartungen aus eigener Erfahrung in seiner Klinik, welche zugleich eines von 5 österreichischen Zentren für eine CAR-T-Zelltherapie vorhält. "Wir sehen bei den Patienten mit einem hochmalignen Lymphom ein sehr gutes Ansprechen auf die CAR-T-Zelltherapie, mit einer bisherigen Plateau-Bildung des Gesamtüberlebens bei rund 50 %." Dies lässt hoffen, dass dieses Plateau möglichst lange anhält, so dass für die Patienten, die ein tiefes initiales Ansprechen zeigen, eine (hoffentlich) kurative Therapie zur Verfügung steht.

Dafür aber müsse die CAR-T-Zelltherapie auch den Patienten angeboten werden. Dies impliziert eine rechtzeitige Vorstellung der entsprechenden Patienten in einem Zentrum. Daher sollte der Arzt schon bei der Erst-Diagnose eines DLBCL oder PMBCL an einen möglicherweise schlechten Verlauf und damit an mehrere Therapielinien denken, unterstreicht der Hämatologe. "Wenn zum Beispiel ein Patient nach drei Zyklen der Induktionstherapie keine komplette Response aufweist, wäre es sinnvoll, dass unser Tumorboard diese Patienten zumindest im Zentrum besprechen kann."

Dies sollte stattfinden, bevor in den klassischen Reflex verfallen wird, mit der Salvagetherapie automatisch die Schiene der autologen Stammzelltransplantation zu betreten. Eine CAR-T-Zelltherapie, fährt Wolf fort, sollte ebenfalls bei refraktären oder früh rezidivierenden (< 12 Monate) Patienten in Betracht gezogen werden. Ein weiteres Argument für eine frühe Zuweisung ist die Tatsache, dass mit zunehmender Anzahl der Vortherapien die Wirksamkeit der CAR-T-Zelltherapie abnimmt, wie die ZUMA-1 Studie für Axi-Cel ergeben hat. Ab 4-5 Vortherapien sinkt die Response deutlich (2).

Reimund Freye

Quelle: Virtuelles Satelliten-Symposium "CAR-T-Zelltherapie – Klinische Praxis und Perspektiven", 9.10.2020, DGHO 2020; Veranstalter: Gilead

Literatur:

(1) https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/diffuses-grosszelliges-b-zell-lymphom/@@guideline/html/index.html
(2) Locke FL et al., Lancet Oncol 2019; 20(1): 31-42


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