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Medizin
22. Februar 2017

Brustkrebstypisierung präzise und reproduzierbar

In der Brustkrebstypisierung stehen wir vor einem Paradigmenwechsel: Nachdem bisherige Nachweismethoden – auch angesichts ihrer Variabilität – an ihre Grenzen stoßen, könnten sie zukünftig durch innovative Nachweisverfahren wie den MammaTyper® ersetzt werden.  
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"Die präzise Bestimmung der Biomarker ESR1 (ER), PGR (PR), ERBB2 (HER2) und Ki-67 spielt neben pathologischen Parametern wie Tumorgröße und Nodalstatus eine zentrale Rolle bei der Einstufung des individuellen Risikos einer Brustkrebspatientin", so Prof. Dr. Michael Untch, Chefarzt und Leiter interdisziplinäres Brustzentrum, Helios Klinikum Berlin-Buch. Gleichzeitig sei dies die Basis für die Wahl der individuell geeigneten Therapie. Da die etablierten semiquantitativen Methoden den mit der zunehmend komplexeren tumorbiologischen Klassifikation des Mammakarzinoms gestiegenen Anforderungen nicht mehr gerecht werden, sei der Bedarf für innovative Nachweisverfahren groß.

Beim frühen Mammakarzinom bestimmen nach den St. Gallen-Kriterien 2013 luminale, basale und HER2-Subtypen die Auswahl der Systemtherapie. Hier bietet der Proliferationsmarker Ki-67 eine wichtige Entscheidungsgrundlage. Sein Nachweis ist laut Untch ausschlaggebend dafür, ob eine rein endokrine Therapie (bei Luminal-A-like-Tumoren) oder eine zusätzliche Chemotherapie (bei Luminal-B-like-Tumoren) indiziert ist. Allerdings variierten gerade bei diesem Marker – bedingt durch die Labormethodik und abhängig von der Erfahrung des Pathologen –  die Ergebnisse im klinischen Alltag. Demgegenüber bietet der innovative MammaTyper® eine hohe diagnostische Genauigkeit. Mittels RT-qPCR- Methode (Reverse Transkription-quantitative-Echtzeit-Polymerasekettenreaktion) bestimmt er quantitativ die mRNA-Expression der vier relevanten Biomarker ER, PR, HER2 und Ki-67 aus FFPE-Brustkrebsgewebeproben und zeigte im Vergleich zu gängigen Nachweisverfahren in Studien eine hohe Präzision und Reproduzierbarkeit. "Der unter verschiedenen Voraussetzungen und für unterschiedliche Leistungsmerkmale technisch validierte Test (1) hat nach Ansicht der Experten das Potenzial, in Zukunft eine standardisierte Bestimmung des wichtigen Proliferationsmarkers Ki-67 zu ermöglichen", hob die Pathologin Prof. Dr. Zsuzsanna Varga, Universitätsspital Zürich, hervor.  Der Test ist einfach, in jedem Molekularpathologie-Labor durchführbar und liefert innerhalb von sechs Stunden die Ergebnisse (2).

Ute Ayazpoor

Quelle: Pressegespräch „MammaTyper – Paradigmenwechsel in der Brustkrebstypisierung?“, Frankfurt, 26.01.2017, Veranstalter: BioNTech AG

Literatur:

(1) Laible M, Schlombs K, Kaiser K et al.
Technical validation of an RT-qPCR in vitro diagnostic test system for the determination of breast cancer molecular subtypes by quantification of ERBB2, ESR1, PGR and MKI67 mRNA levels from formalin-fixed paraffin-embedded breast tumor specimens.
BMC Cancer. 2016 Jul 7;16:398. doi: 10.1186/s12885-016-2476-x.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4936300/
(2) MammaTyper® Instruction for Use, 160301-90020-DE Rev 3.1 BioNTech Diagnostics GmbH, 2015


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