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Medizin

26. April 2018 Brustkrebs: Verlängerung des PFS durch Palbociclib bleibt in Folgetherapien erhalten

Die Auswertung eines neuen Datenschnitts der Phase-III-Studie PALOMA-2 belegt, dass durch die Kombinationstherapie mit Palbociclib (Handelsname Ibrance®)* in der Erstlinie gewonnene Vorteile im progressionsfreien Überleben (PFS) in späteren Therapielinien erhalten bleiben (1). Demnach konnten bei den mit Palbociclib behandelten Patientinnen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2**-negativem metastasierten Brustkrebs sowohl eine nachfolgende endokrine Therapie als auch eine Chemotherapie im Median um mindestens zehn Monate verzögert werden. Auch die Wirksamkeit der Folgetherapien blieb unverändert.
Erstmals liegen für einen CDK4/6-Inhibitor*** Langzeitdaten von mehr als 3 Jahren vor: Die 37,6 Monate umfassende Follow-up-Analyse der Studie PALOMA-2 von Rugo et al. (1) unterstreicht die Bedeutung der Kombinationstherapie von Palbociclib und Letrozol in der Erstlinientherapie von Patientinnen mit HR-positivem, HER2-negativem metastasierten Brustkrebs. Im Vergleich zum ersten Datenschnitt nach 23,0 Monaten war das mediane PFS um weitere 2,8 Monate verlängert und betrug 27,6 Monate (95%-Konfidenzintervall (KI), 22,4-30,3) mit der Kombinationstherapie aus Palbociclib plus Letrozol gegenüber unveränderten 14,5 Monaten (95%-KI: 12,3-17,1) mit Placebo plus Letrozol.

Der durch Palbociclib gewonnene PFS-Vorteil erwies sich als über die Erstlinientherapie hinaus anhaltend: Die Zeit bis zur zweiten systemischen Antikrebstherapie# verschob sich mit Palbociclib im Median um 10,0 Monate. So betrug das ereignisfreie Überleben (EFS##) 38,8 Monate (95f-KI, 34,4 - nicht erreicht (NE)) mit der Kombination aus Palbociclib und Letrozol gegenüber 28,8 Monaten (95%-KI: 25,7-33,5) mit Placebo plus Letrozol (HR=0,72, 1-seitig p < 0,005). Für die Mehrheit der Patientinnen, die zuvor die Kombinationstherapie erhalten hatte, bestand auch die zweite systemische Behandlung aus einer endokrinen Therapie (30,8% erhielten Fulvestrant, 21,6% Exemestan und 13,7% Everolimus). Auch die Zeit bis zur ersten nachfolgenden Chemotherapie§ wurde durch eine Palbociclib-haltige Erstlinientherapie im Median um 10,5 Monate verzögert. Sie betrug bei den zuvor mit Palbociclib behandelten Patientinnen 40,4 Monate (95%-KI: 34,7-47,3) gegenüber 29,9 Monaten (95%-KI: 25,6-35,1) nach einer Erstlinientherapie mit Letrozol plus Placebo (HR=0,74, 1-seitig p < 0,005). Für ca. ein Drittel der Patientinnen im Kombinationsarm (36,6%) stellte die Chemotherapie die zweite systemische Behandlung nach der Erstlinientherapie mit Palbociclib und Letrozol dar. Für knapp zwei Drittel (63,0%) war sie hingegen die dritte systemische, also zweite der Kombination nachfolgende Therapie.

„Die neuen Daten aus der inzwischen mehr als 3 Jahre laufenden Phase-III-Studie PALOMA-2 belegen, dass durch Palbociclib gewonnene PFS-Vorteile nachhaltig sind, die Patientinnen also unverändert gut von Folgetherapien profitieren“, erläuterte Dr. Hagen Krüger, Medizinischer Direktor von Pfizer Oncology Deutschland die Ergebnisse. „Diese Erkenntnis untermauert den Stellenwert der Kombinationstherapie mit Palbociclib in der Erstlinie, in welcher die Patientinnen im Median mehr als ein Jahr progressionsfreie Zeit gewinnen konnten. In dieser Phase ihrer unheilbaren Erkrankung hat eine deutliche Verlängerung der Krankheitskontrolle besonderes Gewicht, denn die Patientinnen haben meist noch keine tumorbedingten Beschwerden und allgemein eine gute Lebensqualität.“

Die aktuellen Langzeitdaten der PALOMA-2-Studie bestätigen, dass alle Subgruppen von einer Erstlinientherapie mit Palbociclib und Letrozol profitieren (1). Besonders deutlich war die Verlängerung des PFS bei Patientinnen mit geringer Krankheitslast.$ Beispielsweise betrug das mediane PFS bei Patientinnen mit einer mehr als fünfjährigen krankheitsfreien Zeit (DFI) 38,6 Monate (95%-KI: 27,6 – nicht erreicht) mit Palbociclib und Letrozol im Vergleich zu 23,5 Monaten (95%-KI: 16,3-32,2) mit Letrozol plus Placebo (1).

Das Sicherheitsprofil der neuen Analyse deckt sich mit früheren Beobachtungen (1,2). Die häufigsten Nebenwirkungen unter Palbociclib plus Letrozol gegenüber dem Vergleichsarm waren Neutropenien (81,8% vs. 6,3%). Febrile Neutropenien traten jedoch nur bei sehr wenigen Patientinnen auf (2,0%) (1). Weitere bekannte Nebenwirkungen waren Infektionen (62,6% vs. 45,0%), Leukopenien (40,3% vs. 2,3%), Fatigue (39,6% vs. 28,4%) und Übelkeit (37,2% vs. 27,0%). Eine Subanalyse belegt, dass Anpassungen der Dosierung von Palbociclib im Rahmen des in der Fachinformation empfohlenen Therapiemanagements keinen Einfluss auf die Wirksamkeit der Kombinationstherapie haben (3).

* Ibrance® ist zur Behandlung von Patientinnen mit HR-positivem/HER2-negativem lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Brustkrebs zugelassen. Die Zulassung gilt für den Einsatz von Palbociclib in Kombination mit einem Aromatasehemmer oder in Kombination mit Fulvestrant bei Frauen, die zuvor eine endokrine Therapie erhalten haben. In der Prä- oder Perimenopause sollte die endokrine Therapie mit einem GnRH-Analogon kombiniert werden.
** HER2: humaner epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor 2
*** CDK: Cyclin-abhängige Kinase/n
# Time to Second Subsequent Systemic Anticancer Therapy
## EFS: Event-free Survival
§ Time to First Subsequent Chemotherapy
$ Beispielsweise Patientinnen mit: ausschließlich Knochenmetastasen, einem Disease-free Intervall (DFI) von > 5 Jahren, nicht messbarer Erkrankung, keiner vorherigen endokrinen Therapie mit nicht-viszeraler Erkrankung, keiner vorherigen endokrinen Therapie und/oder einzelner Erkrankungslokalisation

Quelle: Pfizer

Literatur:

(1) Rugo HS et al. Poster #P5-21-03; vorgestellt auf dem 40. San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) vom 5.-9. Dezember 2017 in San Antonio, TX, USA
(2) Finn RS et al. N Engl J Med 2016; 375:1925-1936
(3) Zheng J et al. Poster #P5-21-21; vorgestellt auf dem 40. SABCS vom 5.-9. Dezember 2017 in San Antonio, TX, USA


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