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Medizin
19. Juli 2013

Brustkrebs: Ungleichbehandlung bei Erstattung genomischer Tests

In der kürzlich ausgestrahlten Berichterstattung von Frontal 21* äußerten Mediziner deutscher Kliniken ihre Bedenken hinsichtlich der Ungleichbehandlung im deutschen Gesundheitssystem. Oftmals erhalten Brustkrebspatientinnen keinen Zugang zu wichtigen genomischen Tests, obwohl diese eine individuelle Therapieentscheidung erlauben. Wie von Frontal 21 berichtet, profitieren deutsche Patientinnen, wenn überhaupt, erst nach erheblicher Verzögerung von Innovationen. Der Oncotype DX® Test ist ein Beispiel für eine solche Verzögerung.

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Wie der Oncotype DX Brustkrebstest Patientinnen hilft, unnötige Chemotherapien zu vermeiden:

Studien haben gezeigt, dass nicht alle Brustkrebspatientinnen gleichermaßen von einer Chemotherapie profitieren. Eine bessere Kenntnis der individuellen biologischen Tumorbeschaffenheit einer Patientin erlaubt möglicherweise einen Verzicht auf die Chemotherapie mitsamt ihrer kurz- und langfristigen Nebenwirkungen.

Jährlich werden in Deutschland 60.000 Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium diagnostiziert - circa ein Drittel von ihnen könnte von den Informationen des Oncotype DX Tests profitieren. Dennoch kommt der Test dieses Jahr voraussichtlich nur bei etwa 3.000 deutschen Patientinnen zum Einsatz. Grund hierfür ist das derzeitige Erstattungssystem: Dieses gewährt Patientinnen bislang keinen einheitlichen Zugang zu derartigen genomischen Tests - obwohl sie die Qualität der Behandlung erhöhen und gleichzeitig die Kosten für den Versicherer reduzieren können.

Außerhalb der USA haben mehr als 95 Millionen Patientinnen mittels Erstattung Zugang zum Oncotype DX Test. Der Test wurde 2012 im Rahmen des öffentlichen Gesundheitssystems von Irland genehmigt und wird als einziger Test in dem Entwurf der NICE-Leitlinie (Großbritannien) empfohlen. Diese soll die Entscheidungsfindung zur Chemotherapiebehandlung bei Patientinnen mit Brustkrebs im Frühstadium begleitend unterstützen.

Der Oncotype DX Test ist Bestandteil der anerkanntesten Leitlinien Europas (St. Gallen Breast Cancer Expert Panel und European Society for Medical Oncology (ESMO)), der deutschen Leitlinien (Arbeitsgemeinschaft Gynäkologie (AGO) und Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO)), und der Behandlungsleitlinien in den USA (Amerikanischen Gesellschaft für klinische Onkologie (ASCO) und des US-amerikanischen Krebsnetzwerks (NCCN)). Weltweit haben bisher mehr als 19.000 Ärzte in über 70 Ländern mehr als 350.000 Oncotype DX Tests in Auftrag gegeben.

Signifikante Kostenersparnisse im Gesundheitssystem

Ärzte können anhand der zusätzlichen zur Verfügung stehenden Informationen individualisierte Behandlungsentscheidungen für Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium treffen. Somit trägt der Oncotype DX Test in einer Vielzahl von Gesundheitssystemen und unter verschiedenen Umständen konsequent zur Kostenersparnis bei. Mehr als 15 Kosten-Effektivitäts-Analysen weisen einheitlich auf die Kosteneffektivität des Oncotype DX Tests in Gesundheitssystemen Europas, Asiens, Israels und in Nordamerika hin. Eine in Deutschland durchgeführte Kosten-Effektivität-Analyse zeigt, dass der Oncotype DX Test im Rahmen des klinischen Alltages nicht nur den Behandlungsverlauf der Patientinnen verbessert, sondern Kosten für die Versicherer einspart.

Es stellt sich demnach die Frage, warum sich der GKV-Spitzenverband nach wie vor weigert, den Test zu erstatten, der den höchsten Evidenzgrad erzielt (LOE-1) und auch im Einklang mit den deutschen Leitlinien (AGO und DGHO) steht?

*siehe http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/460#/beitrag/video/1925238/Frontal21-Sendung-vom-18-Juni-2013

Quelle: Genomic Health


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