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Medizin

24. Januar 2018 Brustkrebs-Subtypisierung mit Genexpressionsmessung belegt

Kürzlich wurden aktuelle Ergebnisse zweier Studien zum MammaTyper®-Test bekannt, die im Dezember während des Breast Cancer Symposiums in San Antonio vorgestellt wurden (1,2). Die Ergebnisse belegen erneut den Wert einer Brustkrebs-Subtypisierung mit MammaTyper® für die Prognose des Krankheitsverlaufs sowie zur Entscheidung einer individuell wirksamen Therapie. MammaTyper® erlaubt die präzise quantitative Bestimmung der mRNA-Expression der Biomarker ERBB2 (HER2), ESR1 (ER), PGR (PR) und MKI67(Proliferationsmarker Ki-67), die die molekulare Subtypisierung des Tumorgewebes nach den St.-Gallen-Leitlinien ermöglichen. Dadurch bietet MammaTyper® eine akkurate Tumorstratifizierung, die unter anderem als Entscheidungsgrundlage für die Auswahl einer individuell wirksamen Therapie notwendig ist (3). „Die quantitative Messung des Expressionsstatus der 4 Biomarker nach St. Gallen schnitt in der Vorhersage der Recurrence Score (RS)-Ergebnisse durch Oncotype DX® deutlich besser ab als eine mögliche Bestimmung mittels IHC“, so Dr. Mark Laible, Head of Molecular Pathology von BioNTech Diagnostics. „Eine weitere Studie zeigte, dass der MammaTyper®-Test zudem ermöglichen kann, Übertherapien bei manchen Patientengruppen zu verhindern und auf die Belastung einer zusätzlichen Chemotherapie zu verzichten“, ergänzte Dr. Sierk Pötting, CFO BioNTech Diagnostics GmbH.
Die Studienergebnisse im Einzelnen:

Studie zur Vorhersage von Oncotype DX®-Ergebnissen mittels lokaler Genexpressionsmessungen durch MammaTyper® (1)

Die retrospektive deutsch-schweizerische Studie entstand in Zusammenarbeit des Instituts für Pathologie, Medizin Campus Bodensee, Friedrichshafen, mit dem OptiPath – MVZ für Pathologie, Frankfurt a. M., der BioNTech Diagnostics GmbH, Mainz, sowie dem Institut für Chirurgische Pathologie, Universitätsspital Zürich, Schweiz. Die Arbeit analysierte die Aussagekraft der standardisierten Bestimmung des Expressionsstatus von HER2, ER, PR und Ki-67 mit MammaTyper® für ein niedriges Fernmetastasen-Risiko im Vergleich zum immunhistochemischen Nachweis der Biomarker bezogen auf den Oncotype Recurrence Score. Dazu wurden retrospektiv 198 FFPE-Brustkrebspräparate mit MammaTyper® vermessen. MammaTyper® typisierte 38% (n=76) der Proben als Luminal A-like. 99% davon wiesen einen Recurrence Score (RS) von <25 bzw. 70% einen RS von <18 auf. Damit ermöglicht MammaTyper® eine Selektion der Patienten mit geringem Risiko für Fernmetastasen, bei denen eine adjuvante Chemotherapie keinen Vorteil gegenüber einer alleinigen endokrinen Therapie bringt (RS<25). Die Studie zeigte anschaulich, dass die Vorhersage des RS mithilfe der mRNA-Analyse durch MammaTyper® der IHC-basierten Vorhersage überlegen war. Da die Standardisierung des Proliferationsmarkers Ki-67 bei der semiquantitativen IHC an ihre Grenzen stößt, könnten lokale Genexpressionsmessungen mit ihrem hohen Standardisierungsgrad als eine sicherere Methode zur Vorhersage von Oncotype DX®-Ergebnissen mit einem geringen Risiko für eine erneute Erkrankung dienen.

Studie zur Vorhersage von Fernrezidiven bei Brustkrebs mit niedrigem Risiko durch RT-qPCR-basierte Subtypisierung mit MammaTyper® (2)

Diese retrospektive Analyse von BioNTech Diagnostics und der PATH Biobank mit ihrem Netzwerk aus 6 deutschen Brustzentren untersuchte die prognostische Aussagekraft der molekularen Subtypisierung durch MammaTyper® in archivierten Proben von Brustkrebs mit niedrigem Risiko. Alle Patientinnen hatten lediglich eine adjuvante endokrine Therapie erhalten. Die verwendeten Gewebeproben wurden zwischen 2005 und 2011 gewonnen. Eingeschlossen wurden (1) FFPE-Proben von weiblichem invasiven Brustkrebs, der (2) bei Erstdiagnose ER positiv und HER negativ mittels IHC/ISH typisiert wurde. Zum Zeitpunkt der Diagnose durften (3) keine Fernmetastasen vorliegen und (4) es sollte ausschließlich eine endokrine Therapie erfolgt sein. Von den insgesamt 319 Proben traten in 8,5% der Fälle nach einem mittleren Follow-up von 7,8 Jahren zu einem späteren Zeitpunkt Fernmetastasen auf. MammaTyper® typisierte 60% (n=192) der Proben als Luminal A-like, bei denen in 4,7% der Fälle (n=9) Fernmetastasen auftraten. Bei 37% (n=119) handelte es sich dem Test zufolge um den Subtyp Luminal B-like (HER2 negativ). Hier kam es bei 13,4% (n=16) zu Fernmetastasen. Als Triple negative (ductal) wurden 1,3% (n=4) eingestuft und es traten in 25% (n=1) der Fälle Fernmetastasen auf. Nicht entsprechend der St.-Gallen-Kriterien klassifiziert wurden 0,6% (n=2) der Proben, bei denen in der Hälfte (n=1) der Fälle Fernmetastasen auftraten. Bei Luminal B-like (HER2 positiv)-Proben (0,6%, n=2) kam es zu keinen Fernrezidiven. Im Vergleich wiesen als Luminal A-like klassifizierte Proben ein signifikant besseres krankheitsfreies Überleben der Patienten auf, unabhängig von der Anzahl der befallenen Lymphknoten. Die Bestimmung der mRNA-Spiegel von HER2, ER, PR und Ki-67 ermöglicht eine molekulare Subtypisierung gemäß der St.-Gallen-Klassifikation. Für Proben, die durch MammaTyper® als Luminal A-like klassifiziert wurden, konnte ein geringes Fernrezidivrisiko bestätigt werden. Der hohe Standardisierungsgrad der mRNA-Messung durch MammaTyper® kann die Verwendung des proliferativen Biomarkers Ki-67/MKI67 in der routinemäßigen Brustkrebs-Pathologie vorantreiben.

Quelle: BioNTech

Literatur:

(1) Lehr et al. Prediction of Oncotype DX® results based on local gene expression measurements by MammaTyper®. San Antonio Breast Cancer Symposium – December 5-9, 2017 | P1-06-11.
(2) Laible et al. Prediction of distant recurrence in low risk early breast cancer by RT-qPCR based subtyping using MammaTyper®. San Antonio Breast Cancer Symposium – December 5-9, 2017 | P3-08-14.
(3) Wirtz Ralph M et al. (2016) Biological subtyping of early breast cancer: a study comparing RT-qPCR with immunohistochemistry. Breast Cancer Res Treat. DOI 10.007/s10549-016-3835-7 (Published online 24 May 2016).


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