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Medizin

22. September 2013 Brustkrebs: Digitales Röntgengerät für Pathologen soll Therapieergebnisse verbessern

Mit Hilfe eines innovativen digitalen Röntgengerätes können Gewebeproben von Brustkrebspatientinnen am Pathologischen Institut des Universitätsklinikums Heidelberg noch genauer untersucht werden. Die exakte Diagnostik leistet einen wesentlichen Beitrag dazu, dass richtige Therapie-Entscheidungen getroffen werden. Dank der großzügigen Unterstützung der Dietmar Hopp Stiftung in Höhe von rund 180.000 Euro konnte jetzt ein älteres Gerät ersetzt werden. In Deutschland ist es das erste digitale Gerät dieser Art, das in einem Klinikum eingesetzt wird. Davon erwarten die Heidelberger Pathologen und Frauenärzte einen weiteren Schub für den Kampf gegen Brustkrebs.

"Wir freuen uns, dass wir dazu beitragen können, die Diagnostik von Brustkrebs im Universitätsklinikum Heidelberg auf den bestmöglichen Stand zu bringen", sagte Katrin Tönshoff, Leiterin der Geschäftsstelle der Dietmar Hopp Stiftung, bei der Übergabe des Gerätes am 21. August 2013. "Das neue Gerät liefert exaktere Daten und ermöglicht uns eine genauere Diagnostik", sagte Prof. Dr. Peter Schirmacher, Direktor des Pathologischen Instituts am Universitätsklinikum Heidelberg.

Präparate werden Schicht für Schicht durchleuchtet

Die Pathologen untersuchen Gewebeproben und beurteilen, wie bösartig die Tumoren sind und wie weit sie sich in das gesunde Gewebe ausgebreitet haben. Ein wichtiger Teil dieser Untersuchung ist die Scheibenradiographie mit dem digitalen Röntgengerät; dabei werden die Präparate Schicht für Schicht mit Röntgenstrahlen durchleuchtet. Brustkrebs ist die häufigste bösartige Krebserkrankung bei Frauen; etwa jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens daran. Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 17.000 Frauen an der Krankheit.

Im Heidelberger Pathologischen Institut werden jährlich über 1.000 Brustkarzinome und Brustkrebs-Vorstufen untersucht. Seit rund 40 Jahren ist die Scheibenradiographie fester Bestandteil der Diagnostik in Heidelberg; das Pathologische Institut war und ist somit Vorreiter in dem Einsatz dieser Technik in Deutschland. Schon in der Vergangenheit hatte der Einsatz der Scheibenradiographie einen wichtigen Anteil an der Qualität der Krankenversorgung: "Für die niedrige Rate der Lokalrezidive, also des erneuten Tumorwachstums, am Brustzentrum Heidelberg war unsere routinemäßige Diagnostik von großer Bedeutung", sagt Prof. Dr. Peter Sinn, Leiter der Sektion Gynäkopathologie am Pathologischen Institut.

Digitale Bilder stehen in den Patientenakten zur Verfügung

Mit Hilfe des neuen Gerätes "Path Vision" der Firma Faxitron soll die Qualität der Behandlungsergebnisse noch weiter gesteigert werden: Es erstellt digitale Aufnahmen von hoher Auflösung, die der Pathologe und der Frauenarzt am Bildschirm begutachten können. Die Bilder werden direkt in die im Klinikums-Netzwerk aufrufbaren Patientenakten eingespeist und stehen dem behandelnden Arzt und den Pathologen am Bildschirm zur Verfügung.

"Die neue Technologie ermöglicht eine wesentlich präzisere Diagnostik, denn wir können unsere pathologischen Befunde digital dokumentieren und direkt mit der Bildgebung aus den Kliniken, etwa aus der Mammographie, vergleichen", sagt Prof. Sinn. So lässt sich feststellen, ob das Tumorgewebe vollständig entfernt worden ist und ggf. eine zweite Operation folgen sollte. Die Entscheidung über eine Chemotherapie kann zudem davon beeinflusst werden, ob der Pathologe winzige Kalkherde in dem Gewebe findet.

Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg


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