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Medizin

08. Mai 2019 BRCA-mutiertes fortgeschrittenes Ovarialkarzinom: Zulassungsempfehlung für Olaparib nach Primärtherapie

Das Commitee for Medicinal Products for Human Use (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat eine positive Empfehlung für die Zulassung von Olaparib Filmtabletten für die Erhaltungstherapie nach einer Primärtherapie beim BRCA-mutierten fortgeschrittenen Ovarialkarzinom ausgesprochen. Die Empfehlung gilt für die Erhaltungstherapie von erwachsenen Patientinnen mit einem fortgeschrittenen (FIGO Stadium III und IV) BRCA 1/2-mutierten (Keimbahn und/oder somatisch) high-grade epithelialen Ovarial-, Eileiter- oder Peritonealkarzinom nach Ansprechen auf eine Erstlinientherapie mit einer Platin-basierten Chemotherapie. Derzeit können Olaparib Filmtabletten bei Patientinnen zur Erhaltungstherapie des Platin-sensitiven high-grade epithelialen, rezidivierten Ovarialkarzinoms, die auf eine Platin-basierte Chemotherapie (vollständig oder partiell) ansprechen, eingesetzt werden – ohne Einschränkung hinsichtlich des BRCA-Mutationsstatus (2).
Risiko-Senkung in der Erhaltungstherapie

Die positive Stellungnahme basiert auf Daten der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie SOLO-1. Die Daten zeigen, dass Olaparib Filmtabletten in der Erhaltungstherapie das Risiko für das Fortschreiten der Krankheit oder den Tod im Vergleich zu Placebo nach Ansprechen auf eine Platin-basierte Chemotherapie um 70% reduzieren konnte (HR 0,30 (95% KI 0,23-0,41), p<0,001)). 60,4% der Patientinnen im Olaparib-Arm blieben nach 36 Monaten progressionsfrei, gegenüber 26,9% der Patientinnen im Placebo-Arm (1).

Hohe Rezidivraten

Dave Frederickson, AstraZeneca, erläuterte: „Bei der Behandlung des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms besteht ein erheblicher medizinischer Bedarf: Etwa 70% der Patientinnen weltweit erleiden in den ersten 3 Jahren nach der Erstbehandlung einen Rückfall. Die Ergebnisse der SOLO-1-Studie zeigen das Potenzial, Olaparib Filmtabletten beim Vorliegen einer BRCA-Mutation früher in der Erhaltungstherapie einzusetzen. Sie unterstreichen die dringende Notwendigkeit, den BRCA-Mutationsstatus einer Patientin bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung zu ermitteln.“

Olaparib: Zulassung

Olaparib (Lynparza®) Filmtabletten sind derzeit in über 64 Ländern einschließlich der EU für die Erhaltungsmonotherapie des Platin-sensitiven rezidivierten Ovarialkarzinoms ohne Einschränkungen hinsichtlich des BRCA-Status zugelassen. In den USA ist Olaparib in der Tablettenformulierung für die Erstlinien-Erhaltungstherapie bei fortgeschrittenem BRCA-mutiertem Ovarialkarzinom nach Ansprechen auf eine Platin-basierte Chemotherapie zugelassen. Darüber hinaus ist Olaparib als Filmtablette in mehreren Ländern, einschließlich den USA und Japan, für die Behandlung von Patienten und Patientinnen mit einem metastasierten HER2-negativen Mammakarzinom mit BRCA-Keimbahnmutationen zugelassen, die zuvor mit einer Chemotherapie behandelt wurden. In der EU umfasst diese Zulassung auch Patienten und Patientinnen mit einem lokal fortgeschrittenen Mammakarzinom. Derzeit laufen weitere Zulassungsverfahren in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden weltweit.

Ovarialkarzinom

Das Ovarialkarzinom gehört zu den gynäkologischen Tumoren und ist nach dem Mammakarzinom die häufigste tödlich verlaufende Krebserkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane (3). Durch die zumeist unspezifische Symptomatik erfolgt die Diagnosestellung oft sehr spät: Bei ca. 75% der Patientinnen wird ein Ovarialkarzinom erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Durch den aggressiven Verlauf der Krebserkrankung geht dies mit einer sehr schlechten Prognose einher. Das 5-Jahres-Überleben in allen Stadien liegt bei ca. 41% (4). 2014 wurden in Deutschland rund 7.240 Frauen mit einem Ovarialkarzinom diagnostiziert (3). Damit zählt diese Erkrankung zur fünfthäufigsten diagnostizierten Krebsart bei Frauen (5). Die am häufigsten diagnostizierte Form des Ovarialkarzinoms ist das schlecht differenzierte („high-grade“) seröse Karzinom (6). Schätzungsweise 60-80% der Krebserkrankungen der Eierstöcke können dem serösen Subtyp zugeordnet werden. Er stellt die aggressivste Form der Krankheit dar (7) und macht mehr als 95% der Erkrankungen in den fortgeschrittenen Stadien III-IV aus (8).

Quelle: AstraZeneca / MSD

Literatur:

(1) Moore K, Colombo N, Scambia G, et al. Maintenance olaparib in patients with newly diagnosed advanced ovarian cancer. N Engl J Med. 2018; 379(26): 2495-2505.
(2) Fachinformation Lynparza® 100 mg/ 150 mg Filmtabletten. Stand April 2019.
(3) S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren. Stand: Januar 2019. Verfügbar unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Ovarialkarzinom/Version_3__2018_/LL_Ovarialkarzinom_Langversion_3.0.pdf (letzter Zugriff 29.04.2019).
(4) Robert Koch Institut. Krebs in Deutschland für 2013/2014. Stand: 2017. Verfügbar unter: https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content./Publikationen/Krebs_in_Deutschland/kid_2017/krebs_in_deutschland_2017.pdf?__blob=publicationFile. (letzter Zugriff 29.04.2019).
(5) Deutsche Krebsgesellschaft. Krebsneuerkrankungen in Deutschland. Verfügbar unter: https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/basis-informationen-krebs-allgemeine-informationen/krebshaeufigkeit-die-aktuellen-.html (letzter Zugriff 29.04.2019).
(6) Wang ZC et al. Profiles of Genomic Instability in High-Grade Serous Ovarian Cancer Predict Treatment Outcome. Clin Cancer Res. 2012; 18 (20): 5806-5815.
(7) Levanon K et al. New Insights Into the Pathogenesis of Serous Ovarian Cancer and Its Clinical Impact. J Clin Oncol. 2008; 26 (32): 5284-5293.
(8) Colombo N, et al. Newly diagnosed and relapsed epithelial ovarian carcinoma: ESMO Clinical Practice Guidelines for diagnosis, treatment and follow-up. Ann Oncol. 2010; 21 (5): v23-v30.


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