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12. Juni 2021
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BEYOND-Studie: Luspatercept bei nicht-transfusionsabhängiger β-Thalassämie

Patienten mit nicht-transfusionsabhängiger (NTD) β-Thalassämie entwickeln eine  chronische Anämie und andere schwerwiegende Komplikationen, die das Überleben und die Lebensqualität (QoL) beeinträchtigen. Die BEYOND-Studie (NCT03342404) ist eine doppelblinde, randomisierte, multizentrische Phase-II-Studie zur Bestimmung der Wirksamkeit und Sicherheit von Luspatercept im Vergleich zu Placebo bei Erwachsenen mit NTD β-Thalassämie (1). β-Thalassämie ist eine durch eine ineffektive Erythropoese und eine gestörte Reifung der roten Blutkörperchen gekennzeichnete hereditäre Hämoglobinopathie.
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Luspatercept, das von der EMA für die Behandlung von Anämie bei Erwachsenen mit transfusionsabhängiger β-Thalassämie zugelassen wurde, könnte einen potenziellen klinischen Nutzen auch für NTD-Patienten haben. Die Patienten mit β-Thalassämie oder Hämoglobin (Hb) E/β-Thalassämie (n=145) erhielten ≤ 5 Erythrozyteneinheiten in den 24 Wochen vor der Randomisierung, mit einem mittleren Ausgangswert von Hb ≤ 10,0 g/dL. Die Patienten wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert und bekamen Luspatercept 1 mg/kg (Titration bis zu 1,25 mg/kg) oder Placebo subkutan alle 3 Wochen für ≥ 48 Wochen. Die Patienten in beiden Armen erhielten weiterhin die beste unterstützende Behandlung, einschließlich sporadischer Erythrozytentransfusionen und Eisenchelation.

Der primäre Endpunkt war das Erreichen eines mittleren Hb-Anstiegs von ≥ 1,0 g/dL vom Ausgangswert über ein kontinuierliches 12-Wochen-Intervall von Woche 13-24 ohne Erythrozyten-Transfusionen. Zu den sekundären Endpunkten gehörten der Anteil der Patienten, die über die Wochen 1-24 transfusionsfrei blieben, die einen mittleren Hb-Anstieg von ≥ 1,5 g/dL vom Ausgangswert bis zu den Wochen 13-24 erreichten sowie das Patient-reported Outcome hinsichtlich Fatigue und Schwäche.

Primärer und sekundäre Endpunkte erreicht

74 von 96 (77,1%) Patienten im Luspatercept-Arm erreichten den primären Endpunkt vs. keiner von 49 Placebo-Patienten (p<0,0001). Den primären Endpunkt erreichten 40 von 55 (72,7%) Luspatercept-Patienten mit einem mittleren Ausgangs-Hb <8,5 g/dL und 34 von 41 (82,9%) mit einem mittleren Ausgangs-Hb ≥8,5 g/dL.

In Woche 13-24 erreichten 50 von 96 (52,1%) Patienten im Luspatercept-Arm einen mittleren Hb-Anstieg von ≥ 1,5 g/dL im Vergleich zum Ausgangswert (p<0,0001). 89,6% der Patienten im Luspatercept-Arm blieben in den Wochen 1-24 transfusionsfrei im Vergleich zu 67,3% der Placebo-Patienten (p=0,0013).
 
 

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Die Veränderung der NTDT-PRO T/W-Scores im Luspatercept-Arm gegenüber dem PBO-Arm betrug -0,92 vs. -0,47 (kleinste quadratische Mittelwertdifferenz [LSMD] -0,48, P=0,0924) in den Wochen 13-24 bzw. -1,00 vs. -0,16 (LSMD -0,79, P=0,051) in den Wochen 37-48 gegenüber dem Ausgangswert. Ähnliche Veränderungen wurden auch bei der Untergruppe der Luspatercept-Patienten mit einem mittleren Ausgangs-Hb < 8,5 g/dL beobachtet (p=0,0433). Die Verbesserung der NTDT-PRO T/W-Scores korrelierte mit dem Hb-Anstieg.

Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse (≥ 1, Grad ≥ 3) wurden bei 27 (28,1%) und 12 (24,5%) Patienten in beiden Armen berichtet. Maligne Ereignisse wurden nur im PBO-Arm berichtet und betrafen 2 (4,1%) Patienten (diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom, hepatozelluläres Karzinom). In beiden Armen wurden keine thromboembolischen oder thrombophlebitischen Ereignisse berichtet.

Die Behandlung mit Luspatercept führte zu signifikanten Verbesserungen der Anämie, gemessen am Hb-Wert, im Vergleich zu Placebo bei Erwachsenen mit NTD β-Thalassämie. QoL-Veränderungen korrelierten mit dem Anstieg des Hb-Wertes. Luspatercept war in dieser Patientenpopulation gut verträglich.
 

übers. v. ab

Quelle: EHA2021

Literatur:

(1) Taher AT et al. EHA 2021, #S101


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