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Medizin
29. Mai 2017
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Bevacizumab/Chemotherapie: First-line-Standard beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom

Nach Jahren der Stagnation haben sich die Therapieoptionen für die Behandlung von Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom erweitert. In der Erstlinien-Behandlung hat sich die Kombination aus Chemotherapie und dem Angiogenesehemmer Bevacizumab als wirksame Therapieoption etabliert. In der Rezidivsituation sind für Patientinnen mit Platin-sensitivem Ovarialkarzinom die PARP-Inhibitoren eine neue Option.
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Die Kombination mit Bevacizumab und Carboplatin/Paclitaxel ist heute ein etablierter First-line-Standard für Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom (alte FIGO-Stadien IIIB-IV) und sollte – so keine Kontraindikationen vorliegen – als Therapieoption mit besagten Patientinnen besprochen und ihnen angeboten werden, erläuterte Prof. Jacobus Pfisterer, Direktor des Zentrums für Gynäkologische Onkologie, Kiel, im Gespräch am Rande des „7. Essener Symposiums zur Gynäkologischen Onkologie und Senologie". Das gelte unter anderem unabhängig vom postoperativen Tumorrest und dem Lebensalter der Patientin.

Bevacizumab in der Erstlinientherapie einsetzen

In der Zulassungsstudie GOG 0218 waren die Patientinnen mit Carboplatin/Paclitaxel und Bevacizumab behandelt worden und wurden nach Abschluss der Chemotherapie mit Bevacizumab als Monotherapie bis zu einer Gesamttherapiedauer von 15 Monaten weiterbehandelt. Im Vergleich zu den nur chemotherapeutisch behandelten Patientinnen im Kontrollarm hatte Bevacizumab die mediane progressionsfreie Überlebenszeit (PFS) statistisch signifikant um 6,2 Monate verlängert (18,2 vs. 12 Monate; HR 0,644; p<0,0001; Prüfarzt-Auswertung).

In einem zweiten experimentellen Arm war Bevacizumab ebenfalls in Kombination mit der Chemotherapie eingesetzt worden, wurde aber nach Beendigung der Chemotherapie nicht weitergegeben. Der PFS-Vorteil dieser Patientinnen war deutlich geringer. Dies unterstreicht, dass die Patientinnen Bevacizumab im Rahmen der First-line-Therapie über insgesamt 15 Monate erhalten sollten, so Pfisterer.

Der durch Bevacizumab induzierte PFS-Vorteil zeigte sich in der GOG 0218-Studie konsistent für alle untersuchten Subgruppen: Die Patientinnen profitierten unabhängig vom histologischen Subtyp (serös bzw. nicht serös), vom Tumorstadium (Stadium III/IV), vom postoperativen makroskopischen Tumorrest (Stadium III >/≤ 1 cm) und vom Grading  (1-2 bzw. 3) sowie unabhängig von ihrem Allgemeinzustand (ECOG PS 0 bzw. 1-2) und ihrem Alter.

Eine sekundäre Analyse der GOG 0218-Daten bestätigte Aszites, definiert als Peritonealflüssigkeitsvolumen von mehr als 50ml zum Zeitpunkt der maximalen operativen Tumorreduktion, als unabhängigen prognostischen Faktor für eine kürzere Gesamtüberlebenszeit (HR 1,22; p=0,045). Auch diese Patientinnen profitierten von Bevacizumab. Neben dem relativen Progressionsrisiko (HR 0,71; p<0,001) wurde auch das relative Sterberisiko signifikant gesenkt (OS: HR 0,82; p=0,014).
 
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