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Medizin

08. Dezember 2019 Bessere Tumorkontrolle beim frühen ungünstigen Hodgkin-Lymphom durch Dosisintensivierung bestätigt sich im Langzeit-Follow-up

Eine Langzeitanalyse bekräftigt die überlegene Tumorkontrolle des dosisintensiveren 2 + 2-Schemas (2x BEACOPP eskaliert + 2x ABVD) im Vergleich zu 4x ABVD bei Patienten ≤ 60 Jahre mit frühem ungünstigen Hodgkin-Lymphom (HL). Ein Unterschied im Gesamtüberleben (OS) ist allerdings auch nach 10 Jahren Nachbeobachtung nicht zu erkennen. Auch im Hinblick auf das Auftreten von Zweitmalignomen zeigt sich kein Unterschied zwischen den Gruppen. Die 2 + 2-Therapie erspart einer signifikanten Anzahl von Patienten ein Rezidiv sowie eine zusätzliche Behandlung – ohne erhöhte Langzeittoxizität, weswegen es von der German Hodgkin Lymhoma Group (GHSG) als Standard für diese Patienten empfohlen wird.
Bei einem frühen ungünstigen HL liegt die Langzeit-Tumorkontrolle mit 4x ABVD und einer involved field Radiotherapie (IFRT) mit 30 Gy bei etwa 80%. Um dieses Ergebnis zu verbessern, verglich die GHSG HD14-Studie eine intensivierte Chemotherapie (2 + 2-Schema) mit 4x ABVD.

Alle Patienten erhielten 30 Gy IFRT. Insgesamt wurden 1.550 Patienten in die Studie eingeschlossen und in die beiden Arme randomisiert. Nach einer mittleren Beobachtungszeit von 97 Monaten kam es bei 10,2% (79 von 777) und 3,4% (38 von 1.112) der mit 4x ABVD bzw. 2 + 2 behandelten Patienten zu einem Fortschreiten der Erkrankung oder einem Rezidiv.

Das 10-Jahres-PFS betrug 85,6% für 4x ABVD (95%-KI: 82,9%-88,4%) und 91,2% für 2 + 2 (95%-KI: 89,0%-93,4%), was einer signifikanten PFS-Differenz von 5,6% (95%-KI 2,1%-9,1%) zugunsten von 2 + 2 entspricht. Zwei oder mehr Rezidive traten bei 21 von 777 (2,7%) und bei 10 von 1.112 (0,9%) Patienten auf, die 4x ABVD oder 2 + 2 als Erstbehandlung erhalten hatten. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 104 Monaten war kein OS-Unterschied zwischen den beiden Gruppen zu sehen (94,1% vs. 94%) für 4x ABVD bzw. 2 + 2. Etwas mehr Patienten in der 4x ABVD-Gruppe starben an der Toxizität der Salvage-Therapie im Vergleich zu 2 + 2 Patienten (1%, 8 von 7) gegenüber 0,6% (7 von 1.112), während es in der 2 + 2 Gruppe relativ mehr Todesfälle aufgrund der Studientherapie gab im Vergleich zu 4x ABVD-Patienten (0,6% (7 von 1.112) gegenüber 0,1% (1 von 777), was zu dem ähnlichen OS in beiden Gruppen führte. Es gab keine offensichtlichen Unterschiede bei anderen Todesursachen, einschließlich HL (0,6%, 5 von 777 vs. 0,8%, 9 von 1.112) und Zweit-Neoplasien (1,5%, 12 von 777 vs. 1,4%, 16 von 1.112) zwischen 4x ABVD und 2 + 2.

Für 4x ABVD und 2 + 2 wurden insgesamt 95 Zweitmalignome gemeldet, die kumulativen 10-Jahres-Inzidenzraten für Zweitmalignome lagen bei 4,7% bzw. 6,4% (p=0,86). Standardisierte Inzidenzraten (SIR) zeigten eine Erhöhung im Vergleich zur allgemeinen deutschen Bevölkerung und keinen signifikanten Unterschied zwischen 4x ABVD (2,3; 95%-KI: 1,6-3,2) und 2 + 2 (2,6; 95%-KI 2,0-3,4).

(übers. v. sk)



 

Quelle: ASH 2019

Literatur:

Gillessen S et al. ASH 2019, Oral Presentation, #129


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