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Medizin
04. Mai 2017

Bauchspeicheldrüsenkrebs gemeinsam bekämpfen

Pankreastumor sehr viel früher erkennen und behandeln zu können als bisher möglich, ist das Ziel eines neuen Göttinger Forschungsverbundes. Er beschäftigt sich mit den molekularen Mechanismen, die zur Entstehung und Progression des Bauchspeicheldrüsenkrebses führen. Die Erkenntnisse dieses Projektes sollen dazu beitragen, neue Therapiekonzepte zu entwickeln.
Beteiligt sind neben der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) auch das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, Standort Göttingen, das Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin sowie das Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, beide Göttingen. Sprecher des Verbunds ist Prof. Dr. Volker Ellenrieder, Direktor der Klinik für Gastroenterologie und gastrointestinale Onkologie der UMG. Die Etablierung des Forschungsverbunds wird mit rund 1,2 Mio. Euro aus dem Niedersächsischen Vorab der VolkswagenStiftung für einen Zeitraum von fünf Jahren gefördert.

Die Diagnose und Behandlung des Pankreaskarzinoms ist äußerst schwierig. Aktuellen Prognosen zufolge wird der Tumor deshalb weltweit in den nächsten zehn Jahren bereits Platz zwei der krebsbedingten Todesursachen belegen. In der Regel zeigen sich Symptome erst dann, wenn die Krankheit bereits fortgeschritten und nicht mehr auf das Organ begrenzt ist. Oft sind dann auch bereits Metastasen nachzuweisen.

„Wir brauchen dringend bessere Kenntnisse der Mechanismen, die zur Entstehung und der ausgeprägten Resistenz gegenüber Chemotherapie beitragen. Nur dann haben wir auch eine realistische Chance den Bauchspeicheldrüsenkrebs früher zu diagnostizieren und einen Therapiedurchbruch erreichen zu können“, sagt Prof. Ellenrieder, Sprecher der Verbundes. „Bisher fehlen uns leider noch immer Biomarker, die eine Früherkennung der Krebserkrankung ermöglichen. Und es gibt auch keine etablierten bildgebenden Untersuchungsmethoden, die auf die Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs ausgerichtet sind“, sagt Dr. Elisabeth Heßmann, Klinik für Gastroenterologie und gastrointestinale Onkologie der UMG, und Leiterin der Nachwuchsgruppe innerhalb des Verbunds. Ein zentraler Aspekt des umfangreichen Forschungsverbundes ist deshalb die Charakterisierung tumorfördernder Signalwege als Zielstrukturen neuer medikamentöser Therapieansätze.

Das Pankreaskarzinom ist ein wesentlicher klinischer und wissenschaftlicher Schwerpunkt der Klinik für Gastroenterologie und gastrointestinalen Onkologie der UMG. Durch die Etablierung der Nachwuchsgruppe im neuen Forschungsverbund soll der onkologische Forschungsschwerpunkt an der UMG weiter ausgebaut werden. Dabei besteht eine enge methodische und inhaltliche Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern an der UMG und an den MPIs für experimentelle Medizin und biophysikalische Chemie in Göttingen.

Quelle: Universitätsmedizin Göttingen


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