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Medizin

27. Oktober 2020 Atezolizumab + Bevacizumab: neues Kapitel beim nicht resezierbaren HCC in der Erstlinie

Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) wird meist erst entdeckt, wenn eine kurative Intervention wie in der Frühphase nicht mehr möglich ist und nur die Systemtherapie als Option bleibt. Die Suche nach effektiven Therapieansätzen jedoch blieb lange erfolglos. Umso mehr bedeutet die in Kürze erwartete Zulassung des PD-L1-Inhibitors Atezolizumab zusammen mit dem Angiogenesehemmer Bevacizumab einen Meilenstein für die First-Line-Therapie erwachsener Patienten mit fortgeschrittenem oder nicht resezierbarem HCC.
Die erste Studie, die eine therapeutische Wirksamkeit und einen Überlebensbenefit einer Systemtherapie zeigen konnte, war 2008 die SHARP-Studie mit Sorafenib, berichtete Prof. Dr. Peter R. Galle, Mainz. Seitdem brachten Studien keinen relevanten Therapiefortschritt. Dieser kam erst mit der die Idee, Immuntherapien nicht als Monotherapie, sondern kombiniert einzusetzen. Daraus entwickelte sich nun die erste zugelassene Krebsimmuntherapie beim Leberzellkarzinom. Die Kombination aus dem Checkpoint-Inhibitor Atezolizumab (Tecentriq®) und der VEGF-Blockade von Bevacizumab (Avastin®) greift komplex in die Tumorabwehr ein, so Galle.

Den Beleg für die Wirksamkeit dieses Prinzips lieferte die Phase-III-Studie IMbrave 150. Diese verglich die Kombination relativ zu Sorafenib bei Patienten mit nicht-resektablem HCC in der Erstlinie. Als   koprimären Endpunkt hatte man das Gesamtüberleben und das progressionsfreie Überleben (PFS) gewählt. Das Risiko, zu versterben, war signifikant um 42 % geringer (HR 0,58; p=0,0006). Auch das PFS erwies sich in der Kombination mit 41% als signifikant überlegen (HR=0,59; p<0,0001). Im 6-Monatszeitraum betrachtet unterschied sich das PFS mit 55% klinisch relevant von den 37% unter Sorafenib. Einzelne Patienten erreichten eine komplette Remission mit einem vollständigen Verschwinden pulmonaler Metastasen.

Ein wesentlicher Aspekt aus Sicht der Patienten ist die Lebensqualität. Die mediane Zeit bis sich diese in der Studie IMbrave 150 verschlechterte, betrug unter der Kombination 11,2 Monate, unter Sorafenib waren es 3,6 Monate. Maßgeblich hierfür sind die unterschiedlichen Sicherheitsprofile. Diarrhoen und Hand-Fuß-Syndrome als wichtigste Nebenwirkungen unter Sorafenib sind für die Patienten belastender als Bluthochdruck sowie Proteinurie unter der Kombination, erklärte PD Dr. Carsten Ziske, Troisdorf. 

Martin Bischoff

Quelle: Digitales Pressegespräch "Das neue Kapitel in der Therapie des HCC", 16.10.20; Veranstalter: Roche


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