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Medizin
17. Februar 2021
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QUAZAR AML-001: Azacitidin-Dosiseskalation in der Rezidivsituation

Auch für Patienten mit rezidivierter AML gibt es neue Erkenntnisse. Hierzu stellte Schroeder die neuesten Ergebnisse der QUAZAR AML-001-Studie vor, in der die Erhaltungstherapie mit oralem Azacitidin (CC-486) bei AML-Patienten im ersten Rezidiv untersucht wurde (4). Nach initialer erfolgreicher Induktion erhielten Patienten entweder eine zweiwöchige orale Erhaltungstherapie mit Azacitidin (AZA) oder ein Placebo, mit optional folgender Dosiseskalation im Falle eines Rezidivs mit 5-15 % Blastenanteil. Die dreiwöchige Dosiseskalation mit Azacitidin zeigte eine nicht-signifikante Verlängerung des medianen Überlebens (HR 0,66; p = 0,073) und bewirkte bei 23 % der AZA-vorbehandelten Patienten und auch bei 11% der Patienten in der Placebogruppe eine erneute Remission. „Für den klinischen Alltag bedeutet das, dass die Dosiseskalation insbesondere bei langsamen Blastenanstieg eine Therapieoption sein kann“, fasste Schroeder zusammen. „Darüber hinaus belegte eine parallel durchgeführte Untersuchung keinen Unterschied in der Lebensqualität zwischen Behandlungs- und Kontrollgruppe.“ (5)

Neues zum EPO-refraktären MDS

Außerdem präsentierte Schroeder neue Studienergebnisse zu den myelodysplastischen Syndromen (MDS). Die Standardtherapie der MDS besteht traditionell in der Erythropoese -Stimulation, allerdings sprechen insbesondere Patienten mit hohem Erythropoetin-(EPO)-Spiegel und vermehrtem Transfusionsbedarf nur schlecht auf die Therapie an. Ein neuer Ansatz ist hier das Fusionsprotein Luspatercept, welches durch Bindung von Liganden der TGF-β-Familie die SMAD2/3-vermittete Hemmung der Erythropoese aufhebt (6). Die Phase-III-Studie MEDALIST untersuchte die Wirksamkeit von Luspatercept bei 229 Patienten mit refraktärem MDS oder niedriger Wahrscheinlichkeit auf Therapieansprechen (7). Als primärer und sekundärer Endpunkt wurde die Transfusionsfreiheit über acht Wochen innerhalb eines 24- bzw. 48-wöchigen Beobachtungszeitraum festgelegt. Luspatercept führte bei 38 % der Patienten zu einer länger als acht Wochen andauernden Unabhängigkeit von Transfusionen, während dies in der Placebogruppe nur bei 13 % gelang (p < 0,0001). „Die geringere Anzahl an Transfusionen hatte allerdings keinen Effekt auf die Lebensqualität der Patienten: Obwohl diese zu Beginn der Studie eine im Vergleich zu anderen onkologischen Patienten deutlich reduzierte Lebensqualität aufwiesen, konnte sie im Luspatercept-Arm nicht klinisch relevant verbessert werden. Mögliche Gründe könnten hier die nur geringe Hb-Elevation sowie die nur kurz anhaltende Transfusionsfreiheit in der Studie sein“, resümierte Schroeder (8).
 

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