Montag, 23. November 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Medical Cloud CAR T
 
Medizin

12. Dezember 2017 CAR-T-Zellen auch beim aggressiven Non-Hodgkin-Lymphom erfolgreich

Tisagenlecleucel (CTL019) sind autologe T-Lymphozyten, die mit einem chimären Antigenrezeptor (CAR) gegen das B-Zell-Antigen CD19 versehen werden. Dabei handelt es sich um das erste CAR-T-Zell-Präparat, das von der FDA zur Behandlung refraktärer pädiatrischer Patienten mit akuter lymphatischer Leukämie (ALL) zugelassen wurde. In der Phase-II-Studie JULIET wurde CTL019 auch beim rezidivierten oder refraktären diffus-großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) untersucht. Die primäre Analyse der Studie stellte Stephen Schuster, Philadelphia, bei der Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) in Atlanta vor (1).
Trotz der komplexen Logistik, die hinter der zentralisierten, individuellen Zubereitung dieser Zellen steht, war das Prozedere auch in dieser Studie global durchführbar. Von 99 behandelten Patienten entwickelten 58% einen Zytokinsturm (15% Grad 3, 8% Grad 4), der mithilfe eines spezifischen Algorithmus gut handhabbar war. 15% der betroffenen Patienten erhielten den anti-Interleukin-6-Rezeptor Antikörper Tocilizumab, auf den sie gut ansprachen, 11% wurden mit Kortikosteroiden behandelt.

Nach median 5,6 Monaten Nachbeobachtung hatten 53,1% der Patienten eine Remission erzielt, wovon 39,5% komplette Remissionen waren. Zum Zeitpunkt  sechs Monate nach Infusion waren  30% in kompletter und 7% partieller Remission. 95% der Patienten mit kompletter Remission nach drei Monaten hielten diese bis Monat sechs. Das Ansprechen war unabhängig davon, ob die Patienten vorher bereits eine autologe Stammzelltransplantation erhalten hatten oder ein „Double-Hit“-Lymphom aufwiesen. Das mediane Gesamtüberleben war noch nicht erreicht, nach sechs Monaten waren noch 64,5% der Patienten am Leben. Bei keinem der Patienten in Remission wurde bisher eine allogene oder autologe Stammzelltransplantation durchgeführt. Die CTL019-Zellen waren mithilfe der quantitativen Polymerasekettenreaktion bei den Patienten, die angesprochen hatten, noch bis zu ein Jahr nach Therapie nachweisbar.

Etwas mehr als die Hälfte der Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem DLBCL sprachen auf die gegen CD19 gerichteten CAR-T-Zellen an und eine komplette Remission nach drei Monaten wurden in nahezu allen Fällen über die folgenden drei Monate gehalten. Diese Therapie wird vorerst auf spezialisierte Zentren beschränkt bleiben, aber durch geschultes Personal dort ist der Zytokinsturm gut handhabbar.

Josef Gulden

Quelle: 59. Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH 2017)

Literatur:

(1) Primary Analysis of JULIET: A Global, Pivotal, Phase 2 Trial of CTL019 in Adult Patients with Relapsed or Refractory Diffuse Large B-Cell Lymphoma. Presented at ASH 2017, #577.


Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"CAR-T-Zellen auch beim aggressiven Non-Hodgkin-Lymphom erfolgreich"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab