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Medizin
17. Dezember 2013

ASH 2013: T-Zellen mit chimärem Antigen-Rezeptor vielversprechend bei vorbehandelter ALL

Patienten mit akuter lymphatischer Leukämie, die nach Stammzelltransplantation rezidivieren, haben nicht mehr viele Optionen. Gentechnisch veränderte eigene T-Lymphozyten, die einen chimären Antigen-Rezeptor (CAR) tragen, sind eine viel versprechende, in einem frühen Stadium der klinischen Entwicklung befindliche Möglichkeit für solche Patienten.

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Chimäre Antigen-Rezeptoren sind gentechnisch hergestellte Transmembran-Proteine, in denen die variablen Domänen eines Antikörpers mit der intrazellulären Signalweiterleitungs-Maschinerie eines T-Zellrezeptors gekoppelt sind. Stefan Grupp, Philadelphia, und Kollegen brachten ein solches Konstrukt, das mit seinem Antikörper-Anteil das CD19-Antigen auf den malignen Zellen von Patienten mit akuter lymphatischer Leukämie (ALL) erkennt, in T-Zellen von 22 pädiatrischen und fünf erwachsenen Patienten ein. Diese Zellen wurden in vitro vermehrt und nach einer Lymphozyten-Depletionstherapie den stark vorbehandelten Patienten, von denen viele nach einer vorangegangenen allogenen Stammzelltransplantation rezidiviert waren, infundiert.

19 der 22 pädiatrischen und alle fünf adulten Patienten erzielten mit dieser Behandlung eine komplette Remission. Es gab bei der Behandlung keine Infusionsreaktionen vom Grad > 2, auch wenn fünf Patienten innerhalb von 24 Stunden nach der ersten Infusion Fieber entwickelten und keine nachfolgenden Infusionen mit CTL019-Zellen mehr erhalten konnten.

Diese gentechnisch veränderten Zellen induzieren starke und dauerhafte Remissionen in schwer vorbehandelten Patienten mit ALL, so die Autoren. Sie haben gegenüber einer allogenen Stammzelltransplantation den großen Vorteil, keine Graft-versus-Host-Reaktion auszulösen, weil sie hochspezifisch nur CD19-positive B-Zellen angreifen. In multizentrischen Phase-II-Studien soll dieser Ansatz derzeit als Salvagetherapie bei therapierefraktärer ALL weiterentwickelt werden.
jg

 


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