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Medizin
15. Dezember 2013

ASH 2013: Rezidivierte/refraktäre CLL - Sind T-Zellen mit chimärem Antigen-Rezeptor die Zukunft?

Patienten mit rezidivierter und womöglich sogar refraktärer chronischer lymphatischer Leukämie haben eine schlechte Prognose und benötigen dringend neue therapeutische Optionen. Gentechnisch veränderte T-Lymphozyten mit einem chimären Antigen-Rezeptor (CART-Zellen) sind eine vielversprechende Neuentwicklung zur wirksamen Therapie dieser Patienten.

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Da CLL-Zellen auf ihrer Oberfläche das CD19-Antigen tragen, bietet sich ein Angriff auf dieses Molekül an. Anstelle nackter Antikörper, wie man sie bisher beispielsweise zur Bekämpfung CD20-positiver Lymphome anwendet, benutzen David Porter und Kollegen, Philadelphia, nun T-Lymphozyten des Patienten, die sie gentechnisch verändern, um mit ihnen die CD19-positiven Zellen anzugreifen: Den T-Zellen wird ein Gen für einen chimären Antigen-Rezeptor eingepflanzt, der an seinem äußeren Ende die variable Domäne eines CD19-Antikörpers trägt. Damit nutzt man nicht nur die Antigen-Spezifität eines Antikörpers, sondern zusätzlich zwei weitere Vorteile: den einer zellulären Immuntherapie, womit der Effekt durch die Vermehrungsfähigkeit dieser Zellen vervielfacht werden kann, sowie deren Immungedächtnis, das die Behandlung außerdem zu einer langfristig wirksamen Impfung macht.

Nach ersten positiven Signalen mit diesen CTL019-Zellen berichtete Porter bei der Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) in New Orleans über die ersten Ergebnisse einer Phase-II-Studie, in die bisher 27 Patienten mit rezidivierter oder refraktärer CLL eingeschlossen wurden. Von 18 bislang auswertbaren Patienten erzielten drei eine komplette und vier eine partielle Remission, was einer Gesamtansprechrate von 39% entspricht; bei mehreren anderen Patienten verkleinerten sich die Lymphknoten, was ebenfalls auf eine andauernde Wirksamkeit der therapeutischen T-Zellen hinweist.

Die CTL019-Zellen persistieren nach einer einzigen Infusion bisher über drei Jahre im Körper und zeigen weiterhin eine anti-leukämische Funktion. Weder Wirkung noch Toxizitäten waren abhängig von der infundierten Zellzahl. Die meisten Patienten, die ansprachen, entwickelten auch ein Zytokin-Release-Syndrom, das vor allem mit der Ausschüttung von Interleukin 6 einherging und nach Anwendung des Anti-IL6-Antikörpers Tocilizumab binnen Stunden reversibel war. Eine B-Zell-Aplasie, die ebenfalls bei ansprechenden Patienten auftrat, wurde mit intravenösen Immunglobulinen behandelt.

Die Gabe dieser CTL019-Zellen, so Porter, verspricht eine äußerst wirksame Therapie für Patienten mit fortgeschrittener, rezidivierter und/oder refraktärer und anders nicht mehr behandelbarer CLL zu werden.

jg


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