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Medizin
10. Dezember 2013

ASH 2013: CAR-modifizierte T-Zellen sorgen für Aufsehen

Für Aufsehen sorgte auf der 55. Jahrestagung der ASH eine neue Immuntherapie mit modifizierten T-Zellen. Bei dieser Immuntherapie werden T-Zellen aus dem Blut des jeweiligen Patienten gewonnen. Anschließend werden die T-Zellen mit einem CAR (= chimärischer Antigenrezeptor) ausgestattet. Wenn diese T-Zellen den Patienten wieder infundiert werden, binden sie an die Krebszellen und zerstören diese.

Für die Behandlung von B-Zell-Leukämien wurde ein CD19-spezifischer CAR eingesetzt. Das CD19-Antigen wird auf fast allen Leukämiezellen gefunden. Außerdem wird noch ein viraler Vektor eingesetzt, der die Proliferation der T-Zellen triggert, sobald sie an die Leukämiezelle angedockt haben. Die Modifizierung der T-Zellen dauert etwa 10 Tage.

In einer Studie erhielten 15 erwachsene Patienten mit fortgeschrittenem B-Zell-Lymphom, davon 9 mit Chemotherapie-refraktärem großzelligen Lymphom (z.B. primäres mediastinales B-Zell-Lymphom und diffuses B-Zell-Lymphom) eine Konditionierung mit Cyclophosphamid und Fludarabin (reduzierte Intensität) und anschließend eine Infusion ihrer eigenen CAR-modifizierten T-Zellen. 13 Patienten waren auswertbar bzgl. des Ansprechens, 12 dieser 13 Patienten waren Responder. Von ihnen wiesen 7 Patienten eine komplette Remission auf, 5 Patienten hatten eine partielle Remission. Bei einem Patienten mit kompletter Remission, der bereits 10 Vortherapien hatte sowie im CT nachgewiesene Metastasen in Leber und Abdomen, waren nach der Behandlung keine Tumorreste im CT mehr sichtbar.

Dieser neue Behandlungsansatz kann schwere Nebenwirkungen hervorrufen aufgrund der Zytokinfreisetzung und Makrophagenaktivierung, die eine Aufnahme in die Intensivstation notwendig machen können. Zu den Nebenwirkungen zählen hohes Fieber, Blutdruckabfall, Schwierigkeiten beim Atmen, Delirium, Aphasie und neurologische Nebenwirkungen, die jedoch alle reversibel sind.

Quelle: American Society of Hematology (ASH) 55th Annual Meeting: Abstract 168, 8. Dezember 2013.


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