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Medizin
10. Juni 2011

ASCO 2011: Fortgeschrittenes Magenkarzinom – Adjuvantes XELOX ist der reinen Beobachtung überlegen

Adjuvantes Capecitabin und Oxaliplatin (XELOX) zeigten in der Phase-III-Studie CLASSIC eine bessere Wirksamkeit im Vergleich zu alleiniger Beobachtung nach einer D2-Gastrektomie bei Patienten mit Magenkarzinom. Dies ging aus Studienergebnissen hervor, die auf dem ASCO Annual Meeting 2011 in Chicago vorgestellt wurden.

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Bei operablen Magenkarzinomen ist die chirurgische Entfernung trotz hoher Rückfallraten (40-80%) die Methode der Wahl. Mit Hilfe einer wirksamen adjuvanten Chemotherapie könnte die Häufigkeit der Rezidive reduziert werden. Es gibt aber derzeit kein akzeptiertes, adjuvantes Regime beim Magenkrebs.

Insgesamt 1053 Patienten wurden in die offenarmige, multizentrische, internationale Phase-III-Studie CLASSIC eingeschlossen, in der XELOX (Capecitabin 1000 mg/m2 2x tägl. d1-14, q3w und Oxaliplatin 130 mg/m2, d1, q3w über 8 Zyklen) vs. Beobachtung nach einer D2-Gastrektomie untersucht wurden. Nach Randomisierung waren im experimentellen Arm 520 Patienten und im Beobachtungsarm 515 Patienten. Die in die Studie eingeschlossenen Patienten wurden zuvor weder mit einer Chemo- noch mit einer Strahlentherapie behandelt und hatten einen Tumor vom Stadium II, IIIa oder IIIb, der innerhalb von 6 Wochen vor der Randomisierung entfernt wurde. Die mediane Dauer des Follow-ups war 34,4 Monate. Die Rate des 3-Jahres-krankheitsfreien Überlebens (DFS) betrug in der XELOX-Gruppe 74% und in der Beobachtungsgruppe 60% (p<0,0001). Außerdem war die Kombinationsbehandlung mit einer Reduktion des Rezidivrisikos um 44% verbunden (p<0,0001). Obwohl die Daten bezüglich des Gesamtüberlebens noch nicht ausgereift sind, lag die Hazard Ratio für die Sterbewahrscheinlichkeit bei 0,74 (95% CI, 0,53-1,03; p<0,0775), was ebenfalls einen Trend zur Überlegenheit von XELOX zeigt.

Unter der XELOX-Behandlung kam es zu keinen unerwarteten Nebenwirkungen und die Toxizitätsraten waren mit denen anderer Studien vergleichbar. Therapiebedingte Grad 3-4 unerwünschte Ereignisse traten bei 49% der Patienten auf. Dabei war Neutropenie die einzige Nebenwirkung, die mit 21% bei mehr als 10% der Patienten auftrat. Ernsthafte XELOX-basierte Nebenwirkungen Grad 3/4 wurden bei 7% der Patienten beobachtet. Die Rate an Todesfällen war mit 13% in der XELOX-Gruppe geringer als mit 17% in der Beobachtungsgruppe. Sie waren hauptsächlich durch die Krankheitsprogression bedingt.

Quelle:Bang YJ, et al. ASCO Annual Meeting 2011, Abstract #77463

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