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Medizin

07. April 2017
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Arzt-Patienten-Kommunikation bei Immunthrombozytopenie

Auslöser der Immunthrombozytopenie (ITP) ist eine gegen Thrombozyten und Megakaryozyten gerichtete Autoimmunreaktion; eine Folge können schwere, selten auch lebensbedrohliche Blutungen sein (1). Eine gelungene Arzt-Patienten-Kommunikation kann Betroffenen Ängste nehmen, den Umgang mit der Erkrankung erleichtern und die Therapieadhärenz fördern (2). Mit der Entwicklung von Thrombopoetinrezeptor-Agonisten (TPO-RA) wie Eltrombopag hat sich das Behandlungsspektrum für Patienten mit chronischer Immunthrombozytopenie (ITP) deutlich erweitert (1). Die notwendige Therapieadhärenz wird im klinischen Alltag jedoch nicht immer durchgehalten. Mit welchen Strategien kann dieser Entwicklung begegnet werden und was bedeutet die Diagnose für den Patienten? Anlässlich eines Webcasts zum Thema Therapiemanagement bei ITP thematisierte Prof. Axel Matzdorff aus Schwedt diese zentralen Behandlungsaspekte.
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ITP-Patienten leiden an einem autoimmunvermittelten Thrombozyten-Abbau mit zum Teil gestörter Thrombozytopoese (1). Je nachdem, wie lange die Krankheit vor Diagnosestellung bereits bestand, wird die ITP in die Stadien „neu diagnostiziert“ (bis zu 3 Monate), „persistierend“ (zwischen 3 und 12 Monate) und „chronisch“ (über 12 Monate) eingeteilt (1). Im Gegensatz zu den ersten beiden Stadien sind spontane Remissionen bei chronischem Verlauf sehr unwahrscheinlich (1).

Insbesondere Patienten mit chronischer ITP sehen sich mit einer Vielzahl von Symptomen konfrontiert, die sie im täglichen Leben deutlich einschränken (3). Da Blutungen unkontrolliert auftreten, leiden Betroffene häufig unter Angstzuständen bis hin zu Depressionen (3). Spontanes Nasenbluten und eine erhöhte Anfälligkeit für Hämatome können dazu führen, dass ITP-Patienten aus Scham die Öffentlichkeit meiden (3). Auch die Fatigue spielt bei der ITP eine zentrale Rolle. Sie tritt häufig auf und limitiert tägliche Aktivitäten – sowohl bei der Arbeit als auch in der Freizeit (3). Diese Konsequenzen haben großen Einfluss auf die Lebensqualität und sollten seitens des behandelnden Arztes nicht unterschätzt werden.

Die Behandlung beinhaltet laut Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) neben einer Watch-and-Wait-Strategie die Gabe von Kortikosteroiden sowie im Notfall von Immunglobulinen (1). In der Zweitlinientherapie haben sich TPO-RA wie Eltrombopag als bewährte Option etabliert (1). Sie stimulieren die Thrombozytopoese, stabilisieren die Thrombozytenzahlen und bieten eine effektive Blutungsprophylaxe (4-6). Zu Beginn des Jahres 2016 erhielt Eltrombopag mehrere Zulassungserweiterungen bei ITP: So kann der TPO-RA nun auch bei Patienten ohne vorangegangene Splenektomie und bei Kindern ab einem Jahr eingesetzt werden (7,8).

Studiendaten mit bis zu 8,8 Jahren Follow-Up zeigen, dass eine Langzeittherapie mit Eltrombopag sicher und wirksam ist (6). Doch welche Strategien sind notwendig, um die Therapieadhärenz und damit den Behandlungserfolg zu sichern?
 
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