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Medizin
08. April 2021

Apalutamid/ADT im mHSPC: Hinweise zum Progressionsrisiko in Folgetherapie

Die finale Analyse der TITAN-Studie zu Apalutamid/ADT im metastasierten hormonsensitiven Prostatakarzinom (mHSPC*) bestärkt nicht nur eine signifikante Verbesserung des Gesamtüberlebens vs. Placebo/ADT, sondern ergab auch erneut Hinweise auf eine signifikante PFS2-Verlängerung (1).
Die finale Analyse der TITAN-Studie zeigte, dass Apalutamid (ERLEADA®) plus ADT in der mHSPC-Therapie im Vergleich zur alleinigen ADT das progressionsfreie Überleben 2 (PFS2; explorativer Endpunkt) signifikant verlängerte: Das Risiko, unter der Erstlinientherapie im Folgestadium des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (mCRPC) einen Progress zu erleiden oder zu versterben, war laut der Analyse um 38% reduziert (Median nicht erreicht (NR) vs. 44 Monate; Hazard Ratio (HR) 0,62; p<0,0001)) (1).
Abb. 1: Hinweis auf Verbesserung des PFS2 unter Apalutamid/ADT vs. Placebo/ADT in der TITAN-Studie (exploratorischer Endpunkt) (mod. nach (1)).
Lupe
Hinweis auf Verbesserung des PFS2 in der TITAN-Studie


Bestätigung früherer Analysen

Die signifikante Verbesserung des PFS2 unter Apalutamid gegenüber Placebo (je plus ADT) hatte sich bereits in der Interimsanalyse der TITAN-Studie gezeigt (1-3). Laut einer Post-hoc-Analyse ergab sich die Verlängerung des PFS2 sowohl bei anschließender antihormoneller Therapie (z.B. mit Abirateronacetat (ZYTIGA®) plus Prednison/Prednisolon (Abirateron/P#); HR 0,684; p=0,0326; n=86)) als auch bei nachfolgender Chemotherapie (z.B. mit Docetaxel; HR 0,634; p=0,0062; n=99) (4).


Günstiges Resistenzprofil

Ein Grund für die gezeigte PFS2-Verlängerung könnte möglicherweise ein günstiges Resistenzprofil von Apalutamid/ADT sein, auf das Biomarker-Analysen der TITAN-Studie hinweisen (5). In der Biomarker-Population waren bei Therapieende unter Apalutamid/ADT im Vergleich zu Placebo/ADT bei signifikant weniger Patienten Veränderungen am Androgenrezeptor (AR) festgestellt worden, welche mit einer Beeinträchtigung der Wirksamkeit von nachfolgenden, AR-gerichteten Prostatakarzinom-Therapien in Verbindung gebracht werden (48 % vs. 67%; p=0,041; n=127) (5).


Signifikante OS-Verlängerung

Die finale Analyse der TITAN-Studie bestärkte zudem den ebenfalls in der Interimsanalyse bereits gezeigten signifikanten Unterschied beim Gesamtüberleben (OS), einem dual-primären Endpunkt (1-3): Nach dem längeren Follow-up von im Median 44 Monaten senkte Apalutamid/ADT vs. Placebo/ADT die Sterblichkeit um 35% (NR vs. 52,2 Monate; HR 0,65; 95% Konfidenzintervall (KI) 0,53–0,79; p<0,0001) (1).


Fazit: Eine Option mehr

Zusammenfassend weisen die Resultate der TITAN-Studie darauf hin, dass Apalutamid/ADT vs. Placebo/ADT nicht nur das Überleben verlängern, sondern auch das Progressionsrisiko unter der anschließenden Folgetherapie im mCRPC reduzieren könnte (1). Dies wurde für eine AR-gerichtete Therapie mit z.B. Abirateron/P ebenso wie für eine Chemotherapie mit z.B. Docetaxel gezeigt (4). Ein Grund hierfür könnte ein günstiges Resistenzprofil von Apalutamid/ADT sein (5). Zudem kann Apalutamid auch das gesamte Spektrum an Therapieoptionen im mCRPC erhalten: Denn da der AR-Inhibitor für das nachfolgende kastrationsresistente Stadium keine Zulassung besitzt, stehen bei Fortschreiten der Erkrankung vom mHSPC zum mCRPC und daraus resultierender Therapieumstellung grundsätzlich weiterhin alle im mCRPC zugelassenen Therapieoptionen zur Verfügung. Somit kann Apalutamid/ADT die Gesamtsequenz beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom potentiell um eine Option verlängern.
Wenn Sie mehr über Apalutamid oder die TITAN-Studie erfahren wollen, besuchen Sie die Janssen Medical Cloud.


*ERLEADA® ist zugelassen u.a. zur Behandlung erwachsener Männer mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) in Kombination mit Androgendeprivationstherapie (ADT) (6).

#ZYTIGA® plus Prednison/Prednisolon ist zugelassen u.a. für die Therapie des nicht oder mild symptomatischen mCRPC nach Versagen der ADT, wenn eine Chemotherapie klinisch noch nicht indiziert ist (7).

Quelle: Janssen

Literatur:

(1) Chi K, et al. J Clin Oncol. 2021;39(suppl 6; abstr 11 & Rapid Abstract Session). Genitourinary Cancers Symposium (GU ASCO) 2021. Abrufbar unter: meetinglibrary.asco.org/record/194577/abstract. Letzter Zugriff: 12.03.2021
(2) Chi KN, et al. N Engl J Med. 2019;381(1):13-24
(3) Chi KN, et al. J Clin Oncol. 2019;37(15_suppl; abstr 5006 & Oral Abstract Session). ASCO Annual Meeting 2019. Abrufbar unter: https://meetinglibrary.asco.org/record/172902/abstract. Letzter Zugriff: 12.03.2021
(4) Agarwal N, et al. J Clin Oncol. 2020;38(suppl 6; abstr 82 & Oral Abstract Session). Genitourinary Cancers Symposium (GU ASCO) 2020. Abrufbar unter: meetinglibrary.asco.org/record/184249/abstract. Letzter Zugriff: 12.03.2021
(5) Chi KN, et al. Ann Oncol. 2019;30(suppl_5; abstr 883P & Poster Presentation). European Society for Medical Oncology (ESMO) 2019 Annual Conference. Abrufbar unter: oncologypro.esmo.org/meeting-resources/esmo-2019-congress/Androgen-Receptor-AR-Aberrations-in-Patients-Pts-With-Metastatic-Castration-Sensitive-Prostate-Cancer-mCSPC-Treated-With-Apalutamide-APA-Plus-Androgen-Deprivation-Therapy-ADT-in-TITAN. Letzter Zugriff: 29.01.2021
(6)  Fachinformation Erleada®, Stand November 2020
(7) Fachinformation Zytiga®, Stand Oktober 2020


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