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Imfinzi NSCLC
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Medizin
05. Juni 2016

ASCO 2016: Fortgeschrittenes NSCLC: Anhaltender Überlebensvorteil unter einer Immuntherapie mit Pembrolizumab

Im Rahmen des 52. Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago/IL (USA) wurden aktualisierte Daten aus der KEYNOTE-001-Studie präsentiert, die für die Therapie mit dem Anti-PD-1 (Programmed Death-1)-Rezeptor-Antikörper Pembrolizumab (KEYTRUDA®) einen anhaltenden Überlebensvorteil bei Patienten mit fortgeschrittenem, nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) belegen (1).
Immunonkologische Behandlungsansätze etablieren sich seit einiger Zeit in verschiedenen Tumorindikationen als neuer Tragpfeiler der Krebstherapie. Unter anderem kann die Immuntherapie Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkarzinom, deren Prognose bislang vergleichsweise schlecht war, neue Chancen bieten.

Dies gilt auch für den Anti-PD-1 (Programmed Death-1)-Rezeptor-Antikörper Pembrolizumab (KEYTRUDA®), dem die Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) in der Indikation NSCLC den Status einer so genannten Breakthrough Therapy zuerkannt und damit ein beschleunigtes Zulassungsverfahren ermöglicht hat. In den USA kann Pembrolizumab bereits zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC eingesetzt werden, deren Tumoren den Liganden PD-L1 exprimieren, und deren Erkrankung nach einer platinbasierten Chemotherapie progredient geworden ist.

Diese beschleunigte Zulassung stützte sich unter anderem auf Daten der multizentrischen, offenen Phase-Ib-Studie KEYNOTE-001, in der eine Therapie mit Pembrolizumab (2 oder 10 mg/kg Körpergewicht (KG) alle 3 Wochen oder 10 mg/kg KG alle 2 Wochen) bei Patienten mit PD-L1-positiven Tumoren eine gute antitumorale Aktivität bei akzeptabler Verträglichkeit gezeigt hatte (2, 3). Beobachtet worden war zudem eine Korrelation zwischen höheren PD-L1-Expressionslevel und einer besseren Prognose.

Im Rahmen des ASCO wurden aktualisierte Daten zum Gesamtüberleben (OS) aus der Studie vorgestellt. Bei therapienaiven NSCLC-Patienten betrug das OS 22,1 Monate (95%-Konfidenzintervall 16,8-27,2 Monate), mit einer 18-Monats-Überlebensrate von 58,1% und einer 24-Monats-Überlebensrate von 44,5%. Bei vorbehandelten Patienten wurde ein medianes OS von 10,6 Monaten (95%-Konfidenzintervall 8,6-13,3 Monate) mit einer 18-Monats-Überlebensrate von 36,6% und einer 24-Monats-Überlebensrate von 30,4% erreicht. Am stärksten von der Behandlung mit Pembrolizumab profitierten therapienaive Patienten mit einem PD-L1-Expressionslevel ≥50%: In dieser Gruppe erreichte die OS-Rate nach 18 Monaten 72,7% und nach 24 Monaten 60,6%; das mediane OS war zum Zeitpunkt der Analyse noch nicht erreicht. Das Verträglichkeitsprofil erwies sich als konsistent zu dem aus früheren mit Pembrolizumab durchgeführten Studien.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die vergleichsweise gut verträgliche und sichere Therapie mit Pembrolizumab Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC ein langes Überleben ermöglicht. Die Patienten profitieren umso mehr, je höher ihre PD-L1-Expression ist. In der Zusammenschau mit Daten aus der KEYNOTE-010-Studie (4) unterstützen die aktuellen Ergebnisse der KEYNOTE-001-Studie die Bedeutung von PD-L1 als prädiktiven Biomarker für Pembrolizumab.

sw

Quelle: ASCO 2016

Literatur:

(1) Hui R et al. Long-term OS for patients with advanced NSCLC enrolled in the KEYNOTE-001 study of pembrolizumab (pembro). J Clin Oncol 2016; 34 (Suppl): Abstract #9026
(2) Garon  EB et al. Pembrolizumab for the treatment of non-small-cell lung cancer. N Engl J Med 2015; 371: 2018–2018
(3) Chatterjee M et al. Systematic evaluation of pembrolizumab dosing in patients with advanced non-small-cell lung cancer. Ann Oncol; Epub ahead of Print
(4) Herbst RS et al. Pembrolizumab versus docetaxel for previously treated, PD-L1-positive, advanced non-small-cell lung cancer (KEYNOTE-010): a randomised controlled trial. Lancet 2016; 387: 1540–1550


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