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Medizin
24. Juni 2017

AML mit FLT3-Mutationen: Erster FLT3-Inhibitor in USA zugelassen

FLT3 kodiert für einen Zelloberflächenrezeptor mit Tyrosinkinase und zählt zu den am häufigsten mutierten Genen bei der Akuten Myeloischen Leukämie (AML). Weil diese Mutationen mit einer konstitutiven Aktivierung des Rezeptors einhergehen, wird seit Langem versucht, diesen zu hemmen und dadurch die AML-Erkrankung zu kontrollieren. Der erste Inhibitor, für den ein Wirknachweis gelang und der in den USA bereits zugelassen ist, ist Midostaurin.

 
Midostaurin wurde bereits vor beinahe 30 Jahren entwickelt, zunächst als Inhibitor der Proteinkinase C, so Mark Levis, Baltimore, bei einem Educational Symposium im Rahmen des 22. Kongresses der European Hematology Association in Madrid. Es hat ein relativ breites Wirkspektrum, d.h. es hemmt eine ganze Reihe weiterer Kinasen, darunter auch FLT3. Als Monotherapie ist es bei der AML mit FLT3-Mutation nicht besonders wirksam, aber in der internationalen Phase-III-Studie RATIFY konnte vor Kurzem – unter deutscher Beteiligung – nachgewiesen werden, dass es, im Anschluss an eine klassische 7 + 3-Induktionstherapie gegeben, das Ansprechen vertiefen kann und – das war der primäre Endpunkt der Studie – die Überlebenschancen der Patienten verbessert. Die Risikoreduktion mit Midostaurin betrug dabei 23% im Vergleich zum Kontrollarm (HR = 0,77). Basierend auf diesen Ergebnissen wurde Midostaurin in den USA als erster FLT3-Inhibitor zur Therapie der AML mit FLT3-Mutation zugelassen und dürfte in naher Zukunft zu einem festen Bestandteil der Standardtherapie dieser Variante der Erkrankung werden, so Levis. Die Daten der RATIFY-Studie legten nahe, dass der Inhibitor, unmittelbar nach der Induktion gegeben, mehr und tiefere Remissionen produziert, sodass seine Rolle vor allem hier liegen dürfte.

Darüber hinaus laufen derzeit Studien mit weiteren FLT3-Inhibitoren. Außerdem sollen Kombinationen solcher Substanzen mit hypomethylierenden Medikamenten getestet werden. Die allogene Stammzelltransplantation spielt mittlerweile eine wichtige Rolle bei jüngeren, fitten Patienten mit AML und FLT3-Mutationen, und die Hemmung von FLT3 scheint synergistisch mit dieser Behandlung zu wirken, sodass auch eine Erhaltungstherapie mit FLT3-Inhibitoren nach Transplantation eine mögliche künftige Option darstellt, so Levis.

 

jg

Quelle: EHA 2017


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