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Medizin
12. März 2020

AML und ALL: Studie zur Kontrolle über universelle CAR-T-Effektorzellen gestartet

Die Apherese des ersten Patienten in einer Phase-IA-Studie mit UniCAR-T-CD123 hat stattgefunden. UniCAR wurde mit dem Ziel konzipiert, durch einen rasch schaltbaren Ein-/Aus-Modus exzellente Kontrolle über die universellen CAR-T-Effektorzellen sicherzustellen. UniCAR besitzt zudem eine hohe Flexibilität, da die CAR-T-Effektorzellen durch den Einsatz verschiedener löslicher Adapter (Targeting Modules, TMs), effektiv auf verschiedene Tumorantigene der Wahl umgelenkt und aktiviert werden können. UniCAR-T-CD123 wird derzeit zur Behandlung fortgeschrittener rezidivierender bzw. refraktärer akuter Leukämien untersucht, die das CD123-Antigen exprimieren.
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Die laufende Phase-Ia-Studie umfasst Patienten mit CD123-positiver rezidivierender/refraktärer akuter myeloischer Leukämie (AML) nach Standardbehandlung sowie Patienten mit CD123-positiver rezidivierender/refraktärer akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL) nach einer zielgerichteten Anti-CD19-Therapie. In der Studie werden die Durchführbarkeit, Sicherheit und potenzielle Wirksamkeit der kombinierten Anwendung einer Einmalgabe von UniCAR-T und der Dauerinfusion mit dem CD123-spezifischen Targeting-Modul TM123 untersucht.

Präzise Aktivitätskontrolle

„Da wir die CAR-T-Effektorzellen unserer UniCAR-Plattform rasch ein- und ausschalten können, lässt sich ihre Aktivität sehr präzise kontrollieren. Dies könnte helfen, viele Probleme der gegenwärtigen CAR-T-Therapien zu überwinden, vor allem, wenn weniger differenziell exprimierte Antigene und solide Tumoren das Ziel sind,“ sagte Prof. Dr. Gerhard Ehninger, GEMoaB. „Der Start der ersten klinischen UniCAR-Studie ist deshalb nicht nur ein wichtiger Meilenstein für unser Unternehmen, sondern könnte auch zu einem bedeutenden Fortschritt in der zellulären Immuntherapie führen, der über Anti-CD19 und Anti-BCMA-Therapien hinausgeht.“

Bislang nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten

Laut Prof. Bob Löwenberg, Hämatologische Abteilung der niederländischen Erasmus-Universität Rotterdam, könnte die Studie ein wichtiger Schritt in der Forschung zur Verbesserung der Patientenergebnisse bei rezidivierenden/refraktären akuten Leukämien sein, die zu den am schwersten behandelbaren Blutkrebserkrankungen zählen. „Trotz einiger Fortschritte in jüngerer Zeit gibt es nach wie vor nur sehr begrenzte Behandlungsoptionen für AML-Patienten, bei denen es nach Standardtherapien zur Progression gekommen ist, sowie für ALL-Patienten nach Anti-CD19-Therapien. Wir hoffen, dass diese Studie zur Entwicklung einer sicheren und wirksamen zellulären Immuntherapie gegen das validierte Zielantigen CD123 dieser tödlichen Erkrankungen führen wird, die eine potenzielle Alternative zur allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation darstellen könnte.“

UniCAR-T-CD123 Studie

Die „First-in-human”-Studie der Phase I ist eine offene, nicht-randomisierte Dosisfindungsstudie zur Untersuchung der Sicherheit und Aktivität von UniCAR-T-CD123 bei bis zu 16 CD123-positiven Patienten mit rezidivierenden/refraktären akuten Leukämien. Die Studie dient der Ermittlung der maximal verträglichen Dosis (MTD) sowie der dosislimitierenden Toxizität (DLT) der kombinierten Anwendung einer Einmaldosis von UniCAR-T und einer Dauerinfusion von TM123 über 25 Tage. Die Verabreichung erfolgt nach einer Salvage-Therapie und Lymphodepletion. In der Studie wird außerdem die Persistenz von UniCAR-T-Zellen im zeitlichen Verlauf untersucht sowie die Möglichkeit, die UniCAR-T-Zellen im Falle von Nebenwirkungen durch Beendigung der TM-Infusion rasch aus- und wieder einzuschalten. Die Studie wird in ausgewählten deutschen Universitätszentren durchgeführt, die über umfangreiche Erfahrungen mit Phase-I-Studien, akuten Leukämien und CAR-T verfügen.

Quelle: GEMoaB


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