Donnerstag, 26. November 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Imnovid
Imnovid
 
Medizin

27. April 2017 AML: Wirkmechanismus der aggressiven Variante des AML1-ETO Krebsproteins nachgewiesen

Die Akute Myeloische Leukämie (AML) zählt zu den häufigsten Blutkrebserkrankungen im Erwachsenenalter. Prof. Franz Oswald und Prof. Hartmut Geiger haben neue Erkenntnisse über die Entstehung einer speziellen AML-Variante, die zur Entwicklung einer verbesserten Chemotherapie beitragen könten.
Anzeige:
Infothek Sekundäre Immundefekte
Die Akute Myeloische Leukämie äußert sich v.a. durch Schwächezustände, Blutarmut oder Infektanfälligkeit. Auslöser ist die Entartung myeloischer Zellen: Sie teilen sich ungebremst und produzieren fast ausschließlich Blastenzellen. Diese Blasten stören nicht nur die normale Blutbildung im Knochenmark, sondern können auch verschiedene Organe direkt schädigen. Bei einer bestimmten Art der AML kommt dem Krebsprotein AML1-ETO eine Schlüsselrolle zu, da es die Genexpression der Krebszellen verändert.
 
Abb. 1: AML1-ETO führt zu Blasten (Pfeile), unreifen Blutzellen der „myeloischen“ Reihe, die für die aggressive Form einer AML charakteristisch sind. © Universität Ulm
Abb. 1: AML1-ETO führt zu Blasten (Pfeile), unreifen Blutzellen der „myeloischen“ Reihe, die für die aggressive Form einer AML charakteristisch sind. © Universität Ulm


Ulmer Forscher konnten jetzt zeigen, dass dieses Protein eine weitere, bisher unbekannte Funktion erfüllt: Es beeinflusst auch die Expression von Genen, die normalerweise durch das Notch-Protein reguliert werden. Das Notch-Protein spielt sowohl bei der Zellteilung als auch bei der Zelldifferenzierung eine wichtige Rolle.

In Zellkultur-Experimenten und im Mausmodell haben Geiger und Oswald den neuen Wirkmechanismus der aggressiven Variante des AML1-ETO Krebsproteins (AE9a) nachgewiesen: Genau wie das Notch-Protein selbst aktiviert es also die Expression von Notch-Zielgenen. Eine veränderte Form des Krebsproteins, welches keine Notch-Zielgene mehr beeinflusst, löst jedoch keine Blutkrebserkrankung aus. „Daher scheint dieser neu entdeckte Mechanismus ein essentieller Schritt bei der Leukämie-Entstehung zu sein“, erklärt Prof. Oswald, Universitätsklinik Ulm.

Gemeinsam mit den Ulmer Ärzten Prof. Lars Bullinger und Prof. Konstanze Döhner von der Universitätsklinik für Innere Medizin III konnte die Gruppe weiterhin zeigen, dass diese aggressive Variante des AML1-ETO Krebsproteins auch bei AML-Patienten zu finden ist – und durch ein charakteristisches Genexpressions-Profil identifiziert werden kann. Künftig könnten diese Forschungsergebnisse die Therapie verbessern: „Bei der speziellen AML-Variante lässt sich der nun entdeckte Wirkmechanismus womöglich als therapeutischer Angriffspunkt nutzen“, so Prof. Hartmut Geiger, Leiter des Instituts für Molekulare Medizin.

Die Studie wurde im Rahmen des Ulmer „Leukämie-Sonderforschungsbereichs“ (SFB 1074) von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie unter anderem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt.
 

Quelle: Universität Ulm

Literatur:

V Thiel, L Bullinger, T Borggrefe, H Geiger et al.
Heterodimerization of AML1/ETO with CBFβ is required for leukemogenesis but not for myeloproliferation.
Leukemia. doi:10.1038/leu.2017.105
http://www.nature.com/leu/journal/vaop/ncurrent/full/leu2017105a.html


Anzeige:
Tecentriq
Tecentriq
 

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"AML: Wirkmechanismus der aggressiven Variante des AML1-ETO Krebsproteins nachgewiesen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab