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Medizin

04. Dezember 2019 ALK-positives NSCLC: „Next Generation-TKI“ wie Brigatinib auf dem Vormarsch

Beim fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) können Treiberalterationen wie die ALK-Translokation heute zielgerichtet adressiert werden. ALK-spezifische Tyrosinkinaseinhibitoren (TKIs) der nächsten Generation zeichnen sich dabei im Vergleich zum Erstgenerations-TKI Crizotinib durch hohe Ansprechraten und eine deutlich verlängerte progressionsfreie Zeit aus – in der Erstlinie ebenso wie in folgenden Behandlungslinien.
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Wie Dr. med. Sebastian Michels, Köln, bei einem Satellitensymposium von Takeda im Rahmen des AIO-Herbstkongresses in Berlin berichtete, sind Zweitgenerations-TKIs in der Erstlinienbehandlung des ALK+ NSCLC die bevorzugte Wahl, da sie wesentlich effektiver sind als Crizotinib und dem Erstgenerations-TKI außerdem in puncto ZNS-Gängigkeit überlegen sind. Der Zweitgenerations-TKI Alectinib stellt für Michels momentan die empfehlenswerte Therapieoption in der Erstlinie dar, da die Substanz ein überlegenes medianes progressionsfreies Überleben (PFS) im Vergleich zu Crizotinib zeige.

Der TKI Brigatinib (Alunbrig®) ist für Michels auf Basis der Daten der Phase-II-Studie ALTA die Therapie der ersten Wahl in der zweiten Behandlungslinie nach Versagen einer Crizotinib-Therapie.  Die laufende, offene, randomisierte Studie untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von Brigatinib bei 222 erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem ALK+ NSCLC – 69% davon mit Hirnmetastasen – nach Versagen einer Crizotinib-Therapie. Primärer Endpunkt ist die objektive Ansprechrate (ORR) gemäß Prüfarzt-Beurteilung, wichtige sekundäre Endpunkte das PFS und das Gesamtüberleben (OS). Laut Michels wurden eine ORR von 56%, ein medianes PFS von 16,7 Monaten und ein medianes OS von 34,1 Monaten erreicht. Ein solch „überwältigendes PFS“ konnte bisher mit keinem anderen TKI der zweiten oder dritten Generation in diesem Setting erreicht werden, erklärte Michels. Was die Behandlung in späteren Linien nach ALK-TKIs der zweiten Generation betreffe, sei noch „kein überzeugender Durchbruch gelungen,“. Der Drittgenerations-TKI Lorlatinib sei in dieser Therapiesituation zwar gut wirksam, zeige aber im Vergleich zu anderen TKIs ein völlig neues Spektrum an Nebenwirkungen.

Dr. Claudia Schöllmann

Quelle: Satellitensymposium „Präzisionsonkologie beim NSCLC: Überholen die diagnostischen Methoden die Therapiemöglichkeiten?“ im Rahmen des AIO-Herbstkongresses am 23. November 2019 in Berlin, veranstaltet von Takeda


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