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Medizin

13. September 2017 ALK-positives NSCLC: Alectinib in allen Therapielinien effektiv

Alectinib (Alecensa®) ist bei Patienten mit ALK-positivem nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC) überlegen wirksam, unabhängig davon, ob ZNS-Metastasen bei Behandlungsbeginn vorliegen. Dies belegen aktuelle Studiendaten, die auf dem diesjährigen Kongress der European Society for Medical Oncology (ESMO) vorgestellt wurden. Die neuen Ergebnisse der ALEX-Studie zeigen, dass Alectinib nicht vorbehandelten Patienten einen signifikanten Vorteil hinsichtlich des progressionsfreien Überlebens (PFS) im direkten Vergleich zu Crizotinib bietet-unabhängig vom ZNS-Status (1). Zudem hat  Alectinib einen protektiven Effekt auf das ZNS. Diesen Rückschluss lassen auch die ersten Ergebnisse der Phase-III-Studie ALUR zu und bestätigen damit die Ergebnisse der Zulassungsstudien. Alectinib ist derzeit in Deutschland für die Behandlung von Patienten mit ALK-positivem NSCLC, die mit Crizotinib vorbehandelt wurden, zugelassen (2).
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Die ALEX-Studie ist die erste globale Studie, in der die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Alectinib als First-Line-Therapie bei Patienten mit fortgeschrittenem ALK-positivem NSCLC untersucht wurden. Bereits die ersten Ergebnisse dieser Studie zeigten, dass Alectinib verglichen zu Crizotinib signifikant überlegen wirksam ist. Mit 25,7 Monaten war das mediane PFS unter Alectinib mehr als doppelt so lang wie unter Crizotinib (3). Eine aktuelle auf dem ESMO vorgestellte Subgruppenanalyse untermauert die signifikante Überlegenheit von Alectinib gegenüber Crizotinib: Während das Risiko, dass die Erkrankung bei Patienten ohne ZNS-Metastasen fortschreitet, um 49% reduziert ist (PFS unter Alectinib: n. e. vs. Crizotinib: 14,8 Monate; HR: 0,51; p = 0,0024), ist es bei Patienten mit ZNS-Metastasen sogar um 60% verringert (Alectinib: n. e. vs. Crizotinib: 7,4 Monate; HR: 0,40; p < 0,0001). Zudem geht die Therapie mit deutlich niedrigeren Progressionsraten einher. Insbesondere hinsichtlich der ZNS-Progression profitieren die Patienten von Alectinib. Bei Patienten ohne ZNS-Metastasen zu Studienbeginn lag die ZNS-Progressionsrate bei 6,8% (vs. 38% unter Crizotinib) und bei Patienten mit ZNS-Metastasen bei 19% (vs. 57% unter Crizotinib) (1).

Auch vorbehandelte Patienten profitieren

Die ersten Resultate der ALUR-Studie sind konsistent mit den Ergebnissen der beiden zulassungsrelevanten Studien NP28673 und NP28761. In dieser globalen Phase-III-Studie mit Patienten, die zuvor mit Crizotinib behandelt wurden, war Alectinib hinsichtlich der systemischen Wirksamkeit einer Chemotherapie signifikant überlegen. Bei Patienten, die Alectinib erhielten, war das Risiko, dass die Erkrankung fortschreitet, im Vergleich zur Chemotherapie (CT) um 85% gesenkt (HR: 0,15; 95%-KI: 0,08-0,29; p < 0,001) (4). Das mediane PFS betrug unter Alectinib 9,6 Monate (95%-KI: 6,9-12,2) verglichen zu 1,4 Monate unter der Chemotherapie (95%-KI: 1,3-1,6; Abb. 1) (4). Die objektive Ansprechrate (ORR) und die Krankheitskontrollrate (DCR) war unter der Alectinib-Therapie etwa dreimal so hoch wie unter der Chemotherapie (4). Die positive Wirkung auf ZNS-Ereignisse besteht auch bei vorbehandelten Patienten: Alectinib reduziert die ZNS-Progression und wirkt protektiv der Entwicklung von ZNS-Metastasen entgegen (4,5). Die ZNS-DCR waren bei Alectinib-Patienten ohne und mit messbaren ZNS-Metastasen ähnlich hoch (80% bzw. 79,2%) und lagen signifikant über den ZNS-DCR-Werten der äquivalenten Chemotherapie-Gruppen (26,9% bzw. 31,3%; p < 0,001) (5). Zudem konnte nur in den Alectinib-Gruppen ein ZNS-ORR bestimmt werden (4,5).

Hinsichtlich des Sicherheitsprofils bestätigt ALUR die gute Verträglichkeit von Alectinib. Es traten unter dem ALK-Inhibitor deutlich weniger Nebenwirkungen vom Grad 3-5 auf (Alectinib: 27,1% vs. CT: 41,2%) (4,5).

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Gadgeel S et al. 1298O_PR, ESMO 2017, 8.-12.9.2017, Madrid (Spanien)
(2) Fachinformation Alecensa®, Stand: Juni 2017
(3) Peters S et al. N Engl J Med 2017; 377: 829-838
(4) Novello S et al. 1299O_PR, ESMO 2017, 8.-12.9.2017, Madrid (Spanien)
(5) de Castro J et al. 1346P, ESMO 2017, 8.-12.9.2017, Madrid (Spanien)

 


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