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Medizin
04. April 2018

ALK-positives NSCLC: Alectinib eröffnet neue Perspektiven in der Erstlinientherapie

In der Erstlinientherapie des ALK-positivem NSCLC ist ein weiter Fortschritt erreicht worden. Bei entsprechendem Nachweis der ALK-Mutationen durch eine valide Testung können die Patienten bereits in der ersten Behandlungslinie mit Alectinib behandelt werden. Im Vergleich zu Crizotinib haben sie damit eine höhere Chance auf ein längeres progressionsfreies Überleben und einer besseren Wirkung auf ZNS-Metastasen.
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Auch wenn das ALK-positive NSCLC relativ selten ist, ist es wichtig, möglichst frühzeitig eine molekulare Testung zum Nachweis der onkogenen Treibermutation durchzuführen, berichtete Dr. Claas Wesseler, Hamburg. Denn seit der Zulassung des hoch selektiven ALK-Inhibitors Alectinib (Alecensa®) zur Erstlinienbehandlung von Patienten mit fortgeschrittenem ALK-positiven NSCLC kann eine stärkere systemische Wirksamkeit bei zugleich besserer Verträglichkeit im Vergleich zur bisherigen Standardtherapie mit Crizotinib erreicht werden. Das ergab die ALEX-Studie, eine weltweite, multizentrische, randomisierte, offene Phase-III-Studie zum direkten Vergleich der beiden ALK-Inhibitoren. In die Studie wurden 303 nicht vorbehandelte Patienten mit ALK-positivem NSCLC in Stadium IIIB oder IV eingeschlossen und mit Alectinib (600 mg 2x täglich) oder Crizotinib (250 mg 2x täglich) behandelt (1).

Die Ergebnisse zeigen, dass das progressionsfreie Überleben (PFS) unabhängig von ZNS-Metastasen durch Alectinib im Vergleich zu Crizotinib verdoppelt werden kann. Das durch die Prüfärzte bestimmte mediane PFS (primärer Endpunkt) war unter Alectinib noch nicht erreicht (95%-Konfidenzintervall (KI): 17,7 Monate bis nicht bestimmbar), während es im Crizotinib-Arm bei 11,1 Monate lag (95%-KI: 9,1-13,1 Monate). Das durch ein unabhängiges Komitee bestimmte PFS betrug unter Alectinib 25,7 Monate gegenüber 10,4 Monate in der Kontrollgruppe (p<0,0001) (1).

Ein wesentlicher Vorteil von Alectinib sei die protektive Wirkung vor der Entwicklung neuer ZNS-Metastasen, hob Wesseler hervor. In der ALEX-Studie reduzierte der ALK-Inhibitor das Risiko, dass im weiteren Verlauf ZNS-Metastasen auftreten oder bereits vor Therapiebeginn bestehende ZNS-Metastasen progredient werden um 84% im Vergleich zu Crizotinib (p<0,0001) (1). Den größten Benefit hatten Patienten, die bei Einschluss in die Studie noch keine ZNS-Metastasen hatten. Bei ihnen betrug die kumulative 12-Monats-Inzidenz für eine ZNS-Progression 4,6% versus 31,5% unter Crizotinib (2). „Alectinib ist der neue First-Line Standard für neu diagnostizierte Patienten“, resümierte Wesseler.

Abdol A. Ameri

Quelle: Satellitensymposium „NSCLC mit Treibermutation: Der erste Schritt weist den Weg“; DGP, 15.03.2018, Dresden; Veranstalter: Roche

Literatur:

(1) Peters S et al. N Engl J Med 2017; 377: 829-838
(2) Gadgeel S et al. 1298O_PR, ESMO 2017, 8.-12.9.2017, Madrid


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