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Medizin

26. März 2020 ALK+ NSCLC: Positive Empfehlung für Zulassungserweiterung von Brigatinib

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat eine positive Empfehlung zur Zulassung von Brigatinib (Alunbrig®) als Erstlinientherapie für erwachsene Patienten mit fortgeschrittenem anaplastischem Lymphom-Kinase-positivem (ALK+) nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC), die zuvor nicht mit einem ALK-Inhibitor behandelt wurden, gegeben. Die positive Empfehlung des CHMP für die Zulassungserweiterung basiert auf den Daten der Phase-III-Studie ALTA-1L, in der Brigatinib eine Überlegenheit sowohl in der systemischen, als auch in der intrakraniellen Wirksamkeit im Vergleich zu Crizotinib gezeigt hat. Brigatinib ist ein Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) der nächsten Generation, der entwickelt wurde, um das Enzym ALK zielgerichtet zu hemmen.
„Aufgrund der Schwere der Erkrankung und der Tatsache, dass Patienten häufig unter Hirnmetastasen leiden, ist es wichtig, dass wir auf Behandlungsmöglichkeiten zurückgreifen können, die sowohl eine hohe systemische, als auch intrakranielle Wirksamkeit aufweisen“, erklärt Prof. Dr. med. Michael Thomas, Heidelberg. „In der ALTA-1L-Studie zeigte Brigatinib ein beeindruckendes intrakranielles Ansprechen und darüber hinaus eine deutlich bessere systemische Wirksamkeit im direkten Vergleich zu Crizotinib. Wenn es von der Europäischen Kommission zugelassen wird, hat Brigatinib das Potenzial, eine relevante Therapieoption für ALK-Inhibitor-naive Patienten in Europa zu werden.“

Verlängertes mPFS
 
Diese positive Empfehlung erfolgte auf Basis der Phase-III-Studie ALTA-1L, in der die Sicherheit und Wirksamkeit von Brigatinib im Vergleich zu Crizotinib bei erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem ALK+ NSCLC untersucht wurde, die nicht zuvor mit einem ALK-Inhibitor behandelt wurden. Die Ergebnisse der Studie zeigten eine Überlegenheit von Brigatinib gegenüber Crizotinib mit einem signifikanten Ansprechen bei Patienten mit Hirnmetastasen zu Studienbeginn: Nach einem Follow-up von über 2 Jahren reduzierte Brigatinib bei diesem Patientenkollektiv das Risiko für Krankheitsprogression oder Tod im Vergleich zu Crizotinib um 76% (HR=0,24; p<0,0001; 95%-KI=0,12-0,45; gemäß Prüfarzt-Beurteilung) (1). Brigatinib zeigte zudem mit einer dreimal längeren medianen progressionsfreien Überlebenszeit (PFS) eine überlegene Gesamtwirksamkeit (ITT-Population), mit 29,4 Monaten (95%-KI: 21,2-NE; gemäß Prüfarzt-Beurteilung) im Gegensatz zu 9,2 Monaten (95%-KI: 7,4-12,9; gemäß Prüfarzt-Beurteilung) bei Crizotinib (2).

Bekanntes Sicherheitsprofil
 
Das Sicherheitsprofil von Brigatinib in der ALTA-1L-Studie stimmte mit den bereits dokumentierten Erkenntnissen überein (3): Die häufigsten behandlungsbedingten Nebenwirkungen mit Grad ≥3 im Brigatinib-Arm waren erhöhte CPK- (24,3%) und Lipase-Werte (14,0%) sowie Hypertonie (11,8%). Im Crizotinib-Arm wurden erhöhte ALTE- (10,2%), ASTF- (6,6%) und Lipase-Werte (6,6%) festgestellt (2).

Zulassung in der Zweitlinie nach Crizotinib-Vorbehandlung

Brigatinib ist derzeit als Zweitlinientherapie für Patienten mit ALK+ NSCLC nach Vorbehandlung mit Crizotinib zugelassen (3). Bezüglich der Zulassungserweiterung für den Erstlinieneinsatz von Brigatinib bei ALK-Inhibitor-naiven Patienten steht die Entscheidung der Europäischen Kommission noch aus.

Quelle: Takeda

Literatur:

(1) Camidge R et al. Asien-Kongress der European Society for Medical Oncology (ESMO Asia Congress) 2019, Singapur, Südostasien, Presidential session LBA1, 23.11.2019, zur Verfügung gestellt von Takeda.
(2) Camidge R et al. Annals of Oncology 2019; 30(suppl_9):ix183-ix202. Online unter: https://www.annalsofoncology.org/article/S0923-7534(19)58225-4/fulltext; Letzter Zugriff am 12.03.2020.
(3) Aktuelle Fachinformation Alunbrig®; www.fachinfo.de.


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