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Medizin
03. November 2016

Aktualisierung der S3-Leitlinie zum Ovarialkarzinom

Das Leitlinienprogramm Onkologie hat im Oktober 2016 eine Aktualisierung der 2013 erschienenen S3-Leitlinie zur "Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren" veröffentlicht. Die neue Version, die unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe entstand, ist der erste Schritt hin zu einem "Living-Guideline-Konzept", das eine jährliche Leitlinien-Aktualisierung vorsieht. Die Überarbeitung der S3-Leitlinie war insbesondere durch die Einführung neuer Medikamente beim Ovarialkarzinom und eine neue pathologische Klassifikation dieser Tumorart notwendig geworden. Berücksichtigt wurden außerdem neue Studien zur Früherkennung und zur Therapie von Patientinnen, die nach einem Rückfall nicht auf eine platinhaltige Chemotherapie ansprechen.
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Beim Ovarialkarzinom handelt es sich um die fünfthäufigste Tumorerkrankung der Frau. Aufgrund der fehlenden Frühsymptome erfolgt die Diagnose in rund 60% aller Fälle in fortgeschrittenen Stadien. Daraus resultiert eine relativ niedrige 5-Jahres-Überlebensrate von weniger als 40%. Für die Behandlung von Patientinnen mit einem wiederkehrenden platinsensiblen Ovarialkarzinom und einer nachgewiesenen Mutation im BRCA1- oder BRCA2-Gen steht seit 2014 das erste Medikament aus der Reihe der PARP-Inhibitoren zur Verfügung. Diese Wirkstoffe blockieren ein Enzym, das an der DNA-Reparatur beteiligt ist. Bei Patientinnen mit einer Mutation in den BRCA-Genen lässt sich durch eine Erhaltungstherapie mit PARP-Inhibitoren das progressionsfreie Überleben verbessern. Die Sichtung der verfügbaren Evidenzen ergab außerdem, dass Kombinationschemotherapien für Patientinnen mit einem Platin-resistenten Rückfall keine Vorteile bringen.
 
"Leitlinien fassen das aktuelle Wissen zusammen und leiten daraus medizinische Handlungsempfehlungen ab.  Angesichts des raschen Zuwachses an medizinischem Wissen, ist es wichtig, dass sie kontinuierlich auf ihre Gültigkeit überprüft und gegebenenfalls auch kurzfristig aktualisiert werden. Wir freuen uns deshalb sehr, dass mit der vorliegenden Überarbeitung der S3-Leitlinie zum Ovarialkarzinom der Anfang für eine jährliche Aktualisierung gemacht wurde", kommentierte Prof. Dr. Uwe Wagner, Leiter des Gynäkologischen Krebszentrums  Marburg und Koordinator der Leitlinie, das Erscheinen der Aktualisierung.

 Für den direkten Zugang zur neuen S3-Leitlinie zum Ovarialkarzinom nutzen Sie bitte folgenden Link: leitlinienprogramm-onkologie.de/Ovarialkarzinom.61.0.html

Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft


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