Freitag, 27. November 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Myelofibrose
Myelofibrose
 
Medizin

15. Juli 2017 Aktualisierte Brustkrebs-Leitlinien der ASCO empfehlen Genexpressionstest

Die American Society of Clinical Oncology (ASCO®) hat ihre überarbeiteten Leitlinien zur Behandlung von Brustkrebs im Frühstadium herausgegeben. Das Update ist ausschließlich dem MammaPrint® Genexpressionstest zur Bestimmung des Rezidivrisikos gewidmet. Anlass für die Aktualisierung lieferten die bahnbrechenden Daten der randomisierten, prospektiven Phase-III-Studie MINDACT, die im August 2016 veröffentlicht wurde (2).
Anzeige:
Piqray
In der Überarbeitung ihrer Leitlinien von 2016 stellt das ASCO-Panel fest, dass MammaPrint zurzeit das einzige genomische Testverfahren ist, das zur Unterstützung der Behandlungsentscheidung bei Patientinnen mit Östrogenrezeptor-positivem oder Progesteronrezeptor-positivem, HER2-negativem Brustkrebs mit maximal drei positiven Lymphknoten und hohem klinischen Rezidivrisiko in Frage kommt. Die ASCO-Leitlinien empfehlen jetzt MammaPrint, um zu entscheiden, ob diese Patientinnen eine adjuvante systemische Chemotherapie benötigen. Mit diesem Testverfahren lassen sich Patientinnen mit einer guten Prognose erkennen, denen eine Chemotherapie nur wenig nützen würde. Die Leitlinien wurden im Journal of Clinical Oncology veröffentlicht (1).

Die ASCO empfiehlt damit zum ersten Mal ein genomisches Testverfahren, um über die Notwendigkeit einer Chemotherapie bei Lymphknoten-positiven Patientinnen zu entscheiden. Bisher wurden positive Lymphknoten meist mit einem hohen klinischen Risiko assoziiert, welches eine Chemotherapie erfordert. Es wird dabei angemerkt, dass Patientinnen „darauf hinzuweisen sind, dass ein Nutzen der Chemotherapie nicht auszuschließen ist, besonders wenn mehr als ein Lymphknoten befallen ist.“

Dr. William Audeh, Chief Medical Officer bei Agendia, sagt: „MammaPrint ist der bisher einzige genomische Brustkrebstest, der in einer Kohorte mit hohem klinischen Risiko (Luminal B) validiert wurde und Ärzten und ihren Patientinnen einzigartige genomische Daten liefert, auf deren Basis sie ihre individuelle Behandlung festlegen können. Das ASCO-Panel nannte als eines seiner Hauptziele, Überbehandlung zu vermeiden, und betonte, wie sehr MammaPrint dabei von Nutzen ist. Innerhalb von drei Wochen ist nun zum zweiten Mal eine Leitlinie zugunsten der Anwendung von MammaPrint geändert worden. Auf Basis der MINDACT-Studie empfehlen nun ASCO und das Panel von St. Gallen diesen Test für Lymphknoten-negative und Lymphknoten-positive Patientinnen gleichermaßen. Jede der vier Leitlinien, die nun eine Beurteilung der veröffentlichten Ergebnisse dieser einzigartigen Studie enthalten, haben eine Empfehlung für MammaPrint neu aufgenommen oder diese erweitert.“

MammaPrint ist zurzeit der einzige genomische Brustkrebstest zur Bestimmung des Rezidivrisikos, der in einer prospektiven, randomisierten Studie mit dem Evidenzgrad 1A validiert wurde.  Die ASCO-Leitlinien zur Verwendung von Biomarkern bei Brustkrebs im Frühstadium teilen die Position der kürzlich veröffentlichten, alle zwei Jahre erscheinenden Internationalen Brustkrebs-Leitlinien von St. Gallen (St. Gallen International Breast Cancer Guidelines). Danach gibt es „bei niedrigem klinisch-pathologischen Risiko keine Notwendigkeit für Gentests“ (3); gemeint sind hier vor allem Lymphknoten-negative Tumore, Tumore mit niedrigem Grad oder kleine Tumore (stark Östrogenrezeptor-positiv, Grad 1-2 und höchstens 2 cm groß).

MammaPrint wurde im März 2017 von der deutschen Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) und der European Group on Tumor Markers (EGTM) als klinischer Nachweis mit dem höchsten Evidenzgrad anerkannt. Der Test wird auch in anderen wichtigen onkologischen Leitlinien empfohlen, unter anderem in den Leitlinien der European Society for Medical Oncology (ESMO) und in diversen europäischen nationalen Leitlinien.

Quelle: Agendia

Literatur:

(1) Krop I, Ismaila N, Andre F et al. Use of Biomarkers to Guide Decisions on Adjuvant Systemic Therapy for Women With Early-Stage Invasive Breast Cancer: American Society of Clinical Oncology Clinical Practice Guideline Focused Update.  DOI: 10.1200/JCO.2017.74.0472 Journal of Clinical Oncology - published online before print July 10, 2017
(2) Cardoso F, van’t Veer LJ, Bogaerts J et al. 70-Gene Signature as an Aid to Treatment Decisions in Early-Stage Breast Cancer. N Engl J Med 2016; 375: 717-29.
(3) Curigliano G, Burnstein H, Winer E et al. De-escalating and Escalating Treatments for Early Stage Breast Cancer: The St. Gallen International Expert Consensus Conference on the Primary Therapy of Early Breast Cancer 2017. Ann Oncol 2017 mdx308.


Anzeige:
Infothek Sekundäre Immundefekte

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Aktualisierte Brustkrebs-Leitlinien der ASCO empfehlen Genexpressionstest"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab