Mittwoch, 4. August 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Zytiga
Zytiga
Medizin
17. September 2015

ADO 2015: Onkolytische Immuntherapie mit T-VEC wirkt lokal und systemisch

Für die lokoregionäre Therapie von Melanom-Metastasen stehen mehrere Methoden zur Verfügung. Dazu zählen die intratumorale Behandlung mit IL-2, die spezifische Immunisierung mit Talimogene Laherparepvec (T-VEC) sowie die destruktiven Verfahren Elektrochemotherapie und Bengalrosa. Unter der lokoregionären Therapie mit T-VEC wird auch eine systemische Wirkung, ein Bystander-Effekt sichtbar, berichtete Prof. Claus Garbe.

Anzeige:
Blenrep
Blenrep

Lokoregionäre Melanom-Metastasen und Fern-Metastasen sind fundamental unterschiedlich bezüglich Krankheitsstadien und Therapieansprechen. Bei lokoregionalen Metastasen haben die Patienten eine Aussicht von etwa 50%, durch chirurgische Eingriffe geheilt werden zu können, betonte Prof. Garbe.

Intraläsional verabreichtes IL-2 führt über T-Zellaktivierung zur Entzündung im unterspritzten Areal und Tumornekrose. Die Behandlung wird in der Regel gut vertragen und führt zu einer ca. 70%igen Rückbildung der lokalen Metastasen. Im Stadium III ist das 5-Jahres-Überleben der Patienten mit 30-50% sehr günstig. Dabei macht es keinen Unterschied, ob viele oder wenige Metastasen vorhanden sind. Durch Zugabe von Imiquimod kann die Wirksamkeit möglicherweise noch gesteigert werden. Die lokale Therapie mit DNCB und systemisch DTIC ist obsolet, sagte Garbe. Interessant seien die Elektrotherapie oder Bengalrosa, die auch gut bei größeren inoperablen Metastasen einzusetzen seien und die hypotherme Extremitätenperfusion ersetzten.

Die onkolytische Immuntherapie basiert auf der Verwendung von Viren und induziert sowohl lokale als auch systemische Effekte, berichtete Per Sonne Holm, München. T-VEC ist ein gentechnisch modifiziertes onkolytisches Virus, das direkt in die Tumorläsion injiziert wird. In der Phase-III-Studie OPTiM führte T-VEC zu einer signifikant höheren und anhaltenden Ansprechrate (durable response rate; DRR) bei Patienten mit nicht resezierbarem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Melanom der Stadien IIIB-IV im Vergleich zu einem Granulozyten-Makrophagen Kolonie-stimulierenden Faktor (GM-CSF) (16,3 vs. 2,1%, p<0,0001). Bei der letzten Auswertung war die Mehrzahl der Responder immer noch in Remission, berichtete Prof. Robert Andtbacken, Salt Lake City/USA.

Die Wirksamkeit von T-VEC zeigte sich insbesondere in den lokal fortgeschrittenen Stadien IIIB und IIIC und im metastasierten Stadium ohne viszerale Erkrankung (Stadium IVA). Die Gesamtansprechrate (ORR) mit T-VEC betrug 26,4% (CR: 10,8%, PR 15,6%) vs. 5,7% (CR 0,7%, PR 5,0%)  im GM-CSF-Arm. 64% der injizierten Läsionen zeigten ein Ansprechen auf T-VEC mit 47% kompletten und 17,3% partiellen Remissionen. Ein Ansprechen zeigte sich aber auch bei den nicht injizierten Läsionen, so Andtbacken, und es sprachen 15% der viszeralen Läsionen nach 10 Zyklen an (CR: 9,0%, PR 6,2%). Patienten mit metastasiertem Melanom in Stadium III , die mit T-CEC behandelt wurden, lebten fast doppelt so lang wie die Patienten im Vergleichsarm (41,1 Monate vs. 21,5 Monate), während sich bei Patienten im Stadium IV kein Unterschied im Überleben zeigte. Das Risiko, viszerale oder Knochenmetastasen zu entwickeln, reduzierte sich mit T-VEC um 59% im Vergleich zu GM-CSF.

Ein Vorteil der T-VEC-Therapie ist deren gute Verträglichkeit, die Kombinationen mit weiteren Therapien möglich macht. In einer laufenden Phase Ib/II Studie wird T-VEC +/- Ipilimumab untersucht. Garbe berichtete, dass Ende des Jahres auch eine Studie mit T-VEC und Pembrolizumab aufgelegt werden wird. Er erinnerte daran, dass etwa die Hälfte der Patienten nicht auf eine Anti-PD-1-Monotherapie ansprechen und alle Möglichkeiten genutzt werden müssen, um die Ansprechrate zu erhöhen.

Dr. Anita Schweiger

Quelle: Amgen

Literatur:

Satellitensymposium Amgen GmbH "Onkolytische Immuntherapie in der Behandlung des Melanoms" im Rahmen des ADO, München, 11. September 2015


Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"ADO 2015: Onkolytische Immuntherapie mit T-VEC wirkt lokal und systemisch"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2021
  • SCD: Häufigere und längere VOC-bedingte Krankenhausaufenthalte nach Vorgeschichte von VOC-Hospitalisierungen – Ergebnisse einer Beobachtungsstudie
  • Real-World-Daten des ERNEST-Registers untermauern Überlebensvorteil unter Ruxolitinib bei primärer und sekundärer Myelofibrose
  • I-WISh-Studie: Ärzte sehen TPO-RAs als beste Option, um anhaltende Remissionen bei ITP-Patienten zu erzielen
  • Phase-III-Studie REACH2 bei steroidrefraktärer akuter GvHD: Hohes Ansprechen auf Ruxolitinib auch nach Crossover
  • SCD: Neues digitales Schmerztagebuch zur tagesaktuellen Erfassung von VOCs wird in Beobachtungsstudie geprüft
  • Französische Real-World-Studie: Eltrombopag meist frühzeitig nach ITP-Diagnose im Rahmen eines Off-label-Use eingesetzt
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Französische Real-World-Studie bestätigt klinische Studiendaten zur Wirksamkeit von Midostaurin
  • CML-Management weitgehend leitliniengerecht, aber verbesserungsfähig – Ergebnisse einer Querschnittsbefragung bei britischen Hämatologen
  • Britische Real-World-Studie: Kardiovaskuläres Risikomanagement bei MPN-Patienten in der Primärversorgung nicht optimal
  • Myelofibrose: Früher Einsatz von Ruxolitinib unabhängig vom Ausmaß der Knochenmarkfibrose