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Medizin

24. Oktober 2017 Zweitlinientherapie beim mCRC: Konsistente Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit von Aflibercept

Die Kombination Aflibercept/FOLFIRI ist für Patienten mit metastasiertem kolorektalen Karzinom (mCRC) als wirksame Zweitlinientherapie nach Oxaliplatin-haltiger Erstlinienbehandlung bekannt. Das gilt unabhängig von der Vortherapie. Auch nach anti-VEGF-gerichteter Vorbehandlung zeigt Aflibercept eine gute Wirksamkeit, erläuterte PD Dr. med. Alexander Stein, Universitäres Cancer Center Hamburg (UCCH). Dies zeigen erste Biomarker-Analysen (2, 3). Zudem unterstreichen immer mehr Daten aus dem Klinikalltag die Verträglichkeit und Sicherheit von Aflibercept (4). Die Patienten geben an, dass sich die Lebensqualität nicht stark verändert.
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Aflibercept ist ein antiangiogen wirkendes Fusionsprotein, das neben dem vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor VEGF-A auch den Plazenta-Growth Factor (PlGF) sowie den VEGF-B blockiert (5). Der 3-fache Wirkansatz wird dafür verantwortlich gemacht, dass Aflibercept auch nach antiangiogener Erstlinientherapie mit Bevacizumab (plus FOLFOX) eine hohe Wirksamkeit zeigt, so Stein. Erste Biomarker(BM)-Analysen, die retrospektiv anhand der Patientendaten der Zulassungsstudie VELOUR (1, 2, 3) durchgeführt wurden, scheinen dies auf molekularer Ebene zu bestätigen. Stein: „Nach Versagen der Erstlinientherapie mit FOLFOX/Bevacizumab ist ein Doppelswitch auf FOLFIRI/Aflibercept sinnvoll.“

Plasmadaten untermauern klinischen Erfolg von Aflibercept

Stein verwies auf die retrospektive Untersuchung von Plasma-Daten der VELOUR-Studie (1). Hier waren bei den mit Bevacizumab-vorbehandelten Patienten (~30%) die PlGFund die VEGF-A-Werte signifikant erhöht gegenüber den Patienten ohne Bevacizumab- Vorbehandlung. Stein: „Beide Liganden sind beim mCRC mit einer Resistenz gegenüber einer Bevacizumab-haltigen Kombinationstherapie assoziiert.“ VEGF und PIGF sind aber auch Angriffspunkte von Aflibercept, was auf molekularer Ebene erklären würde, warum Aflibercept auch nach Bevacizumab-Vorbehandlung eine gute Wirksamkeit erreicht. Die Subauswertung zeigt sowohl bei Bevacizumab-vorbehandelten als auch Bevacizumab-nicht-vorbehandelten Patienten einen vergleichbaren Überlebensvorteil zugunsten von Aflibercept/FOLFIRI (HR 0,84 bzw. HR 0,80).

Überzeugende Daten an Gewebeproben

Interessant sind laut Stein auch die Ergebnisse einer retrospektiven Auswertung von Gewebeproben aus der VELOUR-Studie (2). Sie untermauern, dass die Patienten unabhängig vom RAS- und BRAF-Status – mutiert (MT) oder Wildtyp (WT) – von der Zweitlinientherapie mit Aflibercept (+ FOLFIRI) profitieren, erläuterte Stein. Auch die Lokalisation des Primärtumors im rechten oder linken Kolon habe danach keine Auswirkungen auf die Wirksamkeit von Aflibercept. Insgesamt wurden 482 Gewebeproben analysiert. Diese sog. Biomarker-Population war repräsentativ für die Intent-to-Treat(ITT)- Population der Studie (n=1.226). Der mediane Überlebensvorteil zugunsten von Aflibercept/FOLFIRI versus Plazebo/FOLFIRI war in beiden Populationen vergleichbar und jeweils statistisch signifikant (ITT: HR 0,817; p=0,0032; BM: HR 0,804; p=0,03). Besonders deutlich scheinen die RAS- bzw. KRAS-WT-Patienten (HR 0,70 bzw. 0,74) sowie die BRAFmutierten Patienten von Aflibercept zu profitieren (HR 0,42). Die Subgruppe der BRAF-MTPatienten war allerdings, so Stein, sehr klein.

Bestätigung im klinischen Alltag

Aktuelle Daten der nicht-interventionellen Studie (NIS) QoLiTrap unterstreichen die klinische Bedeutung der Zweitlinientherapie mit Aflibercept/FOLFIRI unter klinischen Alltagsbedingungen (4): Im Fokus der NIS steht insbesondere die Lebensqualität der Patienten. Die aktuelle Auswertung bestätigt, dass die Lebensqualität unter Aflibercept im Therapieverlauf stabil bleibt. Unabhängig von der Vorbehandlung ist die Tumorkontrollrate mit 73% hoch. Die mediane progressionsfreie Überlebenszeit beträgt 8,2 Monate. Stein: „Die Bevacizumab-vorbehandelten Patienten profitieren von der nachfolgenden Aflibercept-Therapie in einem vergleichbaren Ausmaß.“

Fazit: Insgesamt zeige sich weiterhin eine konsistente und überzeugende Datenlage für die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Aflibercept/FOLFIRI, unter anderem unabhängig vom RAS-/BRAF-Mutationsstatus, der Lokalisation des Primärtumors sowie der Vortherapie, resümierte Stein.

Quelle: Sanofi

Literatur:

(1) Tabernero J et al. ASCO GI 2017, #592.
(2) Wirapati P et al. JCO ASCO 2017, #3538.
(3) van Cutsem E et al. JCO 2012, 30: 3499-3506.
(4) Scholten F et al. DGHO-Tagung 2017, Stuttgart, P595. 5 / Lee JL et al., Clin Adv Hematol Oncol 2016; 14:46-54


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