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Medizin

11. Januar 2019 Zweit-Generations-TKI Brigatinib: Neue Option zur Therapie des ALK+ NSCLC

Der Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) der zweiten Generation Brigatinib (ALUNBRIG®) erhielt Ende November 2018 die Zulassung zur Behandlung erwachsener Patienten mit anaplastischem Lymphomkinase (ALK)-positivem fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) nach Vorbehandlung mit Crizotinib. Im Hochdosis-Arm wurde in der Zulassungsstudie ein medianes progressionsfreies Überleben (PFS) von 16,7 Monaten erreicht (1).
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Patienten mit ALK+ NSCLC sind vergleichsweise jung, häufig Nichtraucher oder leichte Raucher und weisen oft schon zum Zeitpunkt der Diagnose Hirnmetastasen auf. Zu Beginn der noch laufenden Phase-II-Studie ALTA, auf deren Grundlage Brigatinib die EU-weite Zulassung zur Behandlung erwachsener Patienten mit ALK+ NSCLC nach Vorbehandlung mit Crizotinib erhielt, waren Letztere bei 69% der Patienten nachweisbar (2). Eingeschlossen waren insgesamt 219 Patienten, bei denen es unter Crizotinib zur Progression gekommen war. Wie Prof. Dr. Wolfgang Schütte, Halle-Dölau, berichtete, erhielten die Hälfte der Patienten 1x täglich 90 mg Brigatinib. Bei Patienten des zweiten Studienarms wurde die Dosis nach 7 Tagen auf 180 mg verdoppelt.
 
Hohe intrakranielle Wirksamkeit

Den primären Studienendpunkt – die objektive Ansprechrate (ORR) gemäß Prüfarzt-Beurteilung – erreichten 46% der mit 90 mg und 56% der mit 180 mg Brigatinib behandelten Patienten (2). Das PFS belief sich auf 16,7 Monate unter 1x täglich 180 mg gegenüber 9,2 Monaten unter der niedrigeren Dosierung (1). „Das ist insbesondere für eine Secondline-Therapie ein beeindruckendes Ergebnis – und die Gesamtüberlebensdaten sehen noch überzeugender aus“, so Schütte. Unter 90 mg Brigatinib lag das Gesamtüberleben im Median bei 29,5 Monaten und unter 180 mg bei 34,1 Monaten. Die intrakranielle ORR unter 180 mg Brigatinib betrug 67%. Subjektiv beeinträchtigende Nebenwirkungen Grad ≥ 3 traten jeweils bei max. 5% der Patienten auf.

Gemäß der S3-Leitlinie zum Lungenkarzinom sollte bei allen Patienten mit einem fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Nicht-Plattenepithelkarzinom ein Test auf eine ALK-Translokation und andere therapierbare Mutationen durchgeführt werden (3).

Dr. rer. nat. Matthias Herrmann

Quelle: Launch-Pressekonferenz „Stark im Kampf gegen den Progress – Brigatinib (ALUNBRIG®): Neue Therapieoption für Crizotinib-vorbehandelte ALK+ NSCLC-Patienten mit einem Tyrosin-Kinase-Inhibitor der zweiten Generation“, 06.12.2018, Berlin; Veranstalter: Takeda

Literatur:

(1) Huber RM et al. ASCO 2018, Poster 384.
(2) Kim DW et al. J Clin Oncol 2017;35:2490-2498.
(3) S3-Leitlinie „Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms“, Februar 2018, AWMF-Registernummer: 020/007OL.


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