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Medizin

15. Juni 2018 Zulassungsrelevante Cemiplimab-Studien mit positiven Ergebnissen in der Behandlung des fortgeschrittenen kutanen Plattenepithelkarzinoms (cSCC)

Im New England Journal of Medicine (NEJM) wurden jetzt zulassungsrelevante Daten aus zwei Studien zur Untersuchung von Cemiplimab bei der Behandlung des fortgeschrittenen kutanen Plattenepithelkarzinoms (cSCC) veröffentlicht. Die Ergebnisse wurden zudem aktuell auf dem Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt. Das fortgeschrittene cSCC, die zweittödlichste Hautkrebserkrankung nach dem Melanom, umfasst Patienten mit metastasiertem cSCC und lokal fortgeschrittenem cSCC, die nicht für eine Operation geeignet sind – zurzeit gibt es für diese Patienten keine zugelassene Therapie. Cemiplimab ist ein in der klinischen Prüfung befindlicher humaner monoklonaler Antikörper, der gegen den Immuncheckpoint PD-1 (programmiertes Zelltodprotein 1) gerichtet ist.
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Fachinformation
„Die überzeugenden Ergebnisse aus den Studien mit Cemiplimab sind deswegen nennenswert, da es sich beim fortgeschrittenen cSCC um eine ernsthafte Erkrankung handelt. Für Patienten, bei denen eine Operation nicht möglich ist, existiert momentan keine zugelassene Therapie“, erklärte Michael R. Migden, M.D., Co-Hauptautor der Studien und Professor der Abteilungen für Dermatologie und Kopf-Hals-Chirurgie am MD Anderson Cancer Center der University of Texas. „Es hat sich gezeigt, dass fortgeschrittene cSCC-Tumoren bei Patienten mit metastasiertem cSCC und lokal fortgeschrittenem cSCC auf Cemiplimab ansprachen. Die Ergebnisse sind klinisch relevant und in den Phase-1- und Phase-2-Studien miteinander vergleichbar.“

Zulassungsrelevante cSCC-Studien repräsentieren größten prospektiven Datensatz bei dieser fortgeschrittenen Krebserkrankung

Die im NEJM veröffentlichten und/oder auf dem ASCO vorgestellten und unabhängig zentral bewerteten Daten umfassen:

•    Phase-2-Studie EMPOWER-cSCC 1:
o    Die Ansprechrate bei den mit Cemiplimab behandelten Patienten betrug 47,5% (28 von 59 Patienten: 4 vollständige und 24 teilweise Therapieansprechen [PRs]), mit einer medianen beobachteten Zeitdauer von 2 Monaten bis zum Ansprechen am Datenstichtag. Die dauerhafte Krankheitskontrollrate (DCR) betrug 61% (36 von 59 Patienten) und wurde als Anteil der Patienten definiert, bei denen es mindestens 105 Tage lang nicht zu einer Progression kam.
o    Die mediane Ansprechdauer (DOR), das mediane progressionsfreie Überleben und das mediane Gesamtüberleben wurden bis zum Datenstichtag noch nicht erreicht (medianes Follow-up für alle Patienten: 8 Monate). Von den Patienten mit Therapieansprechen hielt das Ansprechen bei 82% an – diese erhalten weiterhin Cemiplimab. Die geschätzte progressionsfreie Überlebenswahrscheinlichkeit nach 12 Monaten betrug 52,5% und die geschätzte Überlebenswahrscheinlichkeit nach 12 Monaten 81%.

o    Die häufigsten therapiebedingten Nebenwirkungen waren Durchfall (27%), Fatigue (24%), Übelkeit (17%), Verstopfung und Hautausschlag (jeweils 15%). Unerwünschte Ereignisse von Grad 3 oder höher (unabhängig von der Ursache) wurden bei 25 Patienten (42%) angegeben, von denen sieben (12%) als therapiebedingt beurteilt wurden. Bei drei Patienten (5%) traten unerwünschte Ereignisse mit tödlicher Folge auf; allerdings wurde keines dieser Ereignisse als therapiebedingt eingestuft.
o    Die Daten stammen von 59 Patienten mit metastasiertem cSCC, die bis zu 96 Wochen lang Cemiplimab (3 mg/kg alle 2 Wochen) erhielten.

•    cSCC-Verlängerungskohorten der Phase-1-Studie:
o    Die Ansprechrate bei den mit Cemiplimab behandelten Patienten betrug 50%(13 von 26 Patienten, allesamt PRs), mit einer medianen beobachteten Zeitdauer von 2 Monaten bis zum Ansprechen am Datenstichtag. Die dauerhafte DCR betrug 65% (17 von 26 Patienten). Die mediane DOR wurde bis zum Datenstichtag nicht erreicht (medianes Follow-up bei allen Patienten: 11 Monate). Die häufigsten therapiebedingten Nebenwirkungen jeglichen Grades waren Fatigue (27%), Verstopfung, Appetitlosigkeit, Durchfall, Hyperkalzämie, Hypophosphatämie, Übelkeit und Harnwegsinfektionen (jeweils 15%). Unerwünschte Ereignisse von Grad 3 oder höher (unabhängig von ihrer Ursache) wurden bei 12 Patienten (46%) angegeben, von denen fünf (19%) als therapiebedingt beurteilt wurden. Bei zwei Patienten (8%) traten therapiebedingte unerwünschte Ereignisse auf, die zum Therapieabbruch führten.
o    Die Daten stammen von 26 Patienten mit fortgeschrittenem cSCC, die an zwei Phase-1-Verlängerungskohorten teilnahmen und bis zu 48 Wochen lang Cemiplimab (3 mg/kg alle 2 Wochen) erhielten. Die Patienten litten entweder an metastasiertem cSCC oder lokal fortgeschrittenem cSCC, das nicht für eine Operation geeignet war.

Diese Ergebnisse gehören zum Datensatz, der für Zulassungsanträge der Substanz als potenzielle Therapie für Patienten mit fortgeschrittenem cSCC verwendet wurde. Die Zulassungsanträge wurden zu einem früheren Zeitpunkt dieses Jahres von der US-amerikanischen Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) zur vorrangigen Prüfung (Priority Review) und von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zur Prüfung angenommen. Zieldatum für eine Entscheidung der FDA ist der 28. Oktober 2018. Der Prüfungsprozess der EMA wird voraussichtlich innerhalb der ersten Hälfte des Jahres 2019 abgeschlossen sein. Es wird erwogen, zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr 2018 Zulassungsanträge in weiteren Ländern einzureichen. Für Patienten mit metastasiertem cSCC oder lokal fortgeschrittenem cSCC, bei denen eine Operation nicht möglich ist, gibt es zurzeit noch keine von der FDA oder EMA zugelassene Therapie.

Cemiplimab wird von Sanofi und Regeneron im Rahmen eines globalen Kooperationsvertrags gemeinsam entwickelt. Zusätzlich zum cSCC wird Cemiplimab im Rahmen zulassungsrelevanter oder potenziell zulassungsrelevanter Studien auch zur Behandlung des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms, des Basalzellkarzinoms und des Zervixkarzinoms untersucht. Außerdem werden explorative Studien zur Behandlung von Plattenepithelkarzinomen des Kopfes und Halses, Melanom, kolorektalem Karzinom, Prostatakarzinom, multiplem Myelom, Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphom durchgeführt.

Derzeit befindet sich Cemiplimab in der klinischen Entwicklung. Die Sicherheit und Wirksamkeit von Cemiplimab wurden bisher von keiner Zulassungsbehörde beurteilt.
 

Quelle: Sanofi, Regeneron


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