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Medizin

06. Dezember 2019 Zulassungserweiterung für Avelumab in Kombination mit Axitinib zur Erstlinientherapie von Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom

Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen an Nierenkrebs liegt in Deutschland bei ca. 15.000. Heute leben Patienten mit Nierenkrebs deutlich länger als noch vor 15 Jahren und die Therapien des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms (RCC) entwickeln sich rasch vorwärts. führt Prof. Dr. Victor Grünwald, Essen, ein. „Die Kombination aus zielgerichteten Substanzen und Immuntherapien hat zu einem Paradigmenwechsel in der modernen Krebstherapie beigetragen. Wir haben heute einen großen Strauß an verschiedenen Möglichkeiten zur Behandlung des RCC und eine verbesserte Wirksamkeit durch neue Kombinationen“, sagt Grünwald bei der Pressekonferenz der Merck-Pfizer-Allianz am 22.11.2019 im Rahmen des AIO-Herbstkongresses in Berlin.
Kombination des Checkpoint-Inhibitors Avelumab (Bavencio®) mit dem Tyrosinkinase-Inhibitor Axitinib

Die Kombination aus Checkpoint- und Tyrosinkinase-Inhibitoren zeichnet sich beim fortgeschrittenen RCC neben dem guten Wirksamkeitsprofil durch ein handhabbares Verträglichkeitsprofil und eine niedrige Therapieabbruchrate aus. „Wir können den Patienten sagen, dass wir das Tumorwachstum zu 90% stoppen können und die Chance, dass wir eine Tumorverkleinerung herbeiführen, mehr als 50% ist. Wir sehen relativ wenige Patienten, die trotz dieser Therapie progredient sind“, betont Prof. Dr. Marc-Oliver Grimm, Jena.

Die Kombination des Checkpunkt-Inhibitors Avelumab mit dem Tyrosinkinase-Inhibitor Axitinib hat in der randomisierten Phase-III-Studie JAVELIN Renal 101 bei unbehandelten Patienten mit fortgeschrittenem RCC eine signifikante Verbesserung des medianen progressionsfreien Überlebens (mPFS) im Vergleich zu Sunitinib gezeigt.

In der Gesamtpopulation betrug das mPFS unter Avelumab plus Axitinib 13,3 Monate und war damit um 5,3 Monate länger als unter Sunitinib (8,0 Monate; Hazard Ratio: 0,69; 95 %-Konfidenzintervall: 0,574–0,825; p<0,0001). Die objektive Ansprechrate (ORR; 52,5 % (95%-KI: 47.7 -57.2)) konnte im Vergleich zu Sunitinib (27,3 % (95 % KI: 23,2 – 31,6)) bei Patienten mit fortgeschrittenem RCC unabhängig vom PD-L1-Status annähernd verdoppelt werden.

Damit ging ein um 31 % geringeres Risiko von Krankheitsprogression oder Tod unter der Kombination (Hazard Ratio: 0,69; 95 %-Konfidenzintervall: 0,57-0,83) einher, erläutert Grimm.
    
„Die PD-1/PD-L1 Immuncheckpoint-Inhibitoren sind das neue Rückrad unserer RCC-Therapie“, so Grimm. Grimm sieht in der Kombination von Avelumab plus Axitinib eine neue Standardtherapie in der 1. Linie des NCCs.

Ulrike Tietze

Quelle: Pressekonferenz "Bavencio® (Avelumab) in Kombination mit Axitinib zur Erstlinientherapie von Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom", 22.11.2019 im Rahmen des AIO-Herbstkongresses in Berlin; Veranstalter: Merck-Pfizer-Allianz


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