Montag, 22. Juli 2019
Navigation öffnen

Medizin

04. Oktober 2018 Zulassung für Durvalumab zur Behandlung von Patienten mit inoperablem, lokal fortgeschrittenem NSCLC im Stadium III

Durvalumab (Imfinzi®) hat am 21. September 2018 die EU-weite Zulassung als Monotherapie für erwachsene Patienten mit lokal fortgeschrittenem, inoperablem, nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC Stadium III) erhalten. Dies gaben AstraZeneca und sein globaler Forschungs- und Entwicklungszweig, MedImmune, bekannt. Durvalumab ist angezeigt bei Patienten, deren Tumoren PD-L1 in ≥ 1% der Tumorzellen exprimieren und deren Erkrankung nach Platin-basierter Radiochemotherapie nicht progredient war (1). Die Zulassung beruht auf Daten der Phase-III-Studie PACIFIC, deren positives Ergebnis zum Gesamtüberleben (OS) erstmals am 25. September 2018 im New England Journal of Medicine publiziert wurde (2,3).
Anzeige:
Dave Fredrickson, Executive Vice President und Leiter des Geschäftsbereichs Onkologie bei AstraZeneca, sagte hierzu: „Patienten mit einem lokal fortgeschrittenen und inoperablen NSCLC in Europa haben nun eine neue Therapieoption. Durvalumab ist das einzige zugelassene Immuntherapeutikum in diesem Stadium mit potentiell kurativer Intention. Wir freuen uns, eine neue Standardtherapie nach der Radiochemotherapie für diese schwer behandelbare Erkrankung anbieten zu können.“
 
Fast zeitgleich mit der europäischen Zulassung wurden die Daten zum OS im renommierten New England Journal of Medicine publiziert (3). Sie zeigen: Patienten, deren Tumorzellen ≥ 1% PD-L1 exprimieren und Durvalumab erhielten, lebten statistisch signifikant länger als die Patienten der Kontrollgruppe. Das Risiko zu versterben wurde um 47% reduziert (1,3).
 
Dr. Luis Paz-Ares vom Universitätsklinikum Doce de Octubre in Madrid, Spanien, stellvertretender PACIFIC-Studienleiter, ergänzte: „Lungenkrebs ist die häufigste krebsbedingte Todesursache in Europa. Etwa bei einem Drittel aller Patienten mit NSCLC in Europa ist die Erkrankung lokal fortgeschritten. Seit Jahrzehnten bestand die Standardtherapie für diese Patienten aus Radiochemotherapie und anschließender engmaschiger Beobachtung; jedoch entwickelt die große Mehrheit der Patienten hiernach einen Progress. Für Durvalumab konnte bei Patienten mit dieser Erkrankung, bei der ein erheblicher ungedeckter klinischer Bedarf besteht, ein überzeugender Überlebensvorteil demonstriert werden.“
 
Das Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil von Durvalumab war konsistent mit dem, das zum Zeitpunkt der PFS-Analyse beobachtet wurde (2). Bei den Patienten, die mit Durvalumab behandelt wurden, waren im Vergleich zu Placebo die häufigsten berichteten unerwünschten Ereignisse (AEs) (bei 20% oder mehr der Patienten) Husten (35,2% vs. 25,2%), Fatigue (24,0% vs. 20,5%), Dyspnoe (22,3% vs. 23,9%) und radiogene Pneumonitis (20,2% vs. 15,8%). Bei 30,5% der Patienten wurden unter Durvalumab AEs vom Grad 3 oder 4 beobachtet, verglichen mit 26,1% unter Placebo. 15,4% der mit Durvalumab behandelten Patienten brachen die Therapie aufgrund von AEs ab; bei den mit Placebo behandelten Patienten waren es 9,8%.

Quelle: AstraZeneca

Literatur:

(1) Fachinformation IMFINZI®; Stand September 2018.
(2) Antonia SJ et al. Durvalumab after Chemoradiotherapy in Stage III Non–Small-Cell Lung Cancer. NEJM 2017;377:1919-29. doi:10.1056/NEJMoa1709937.
(3) Antonia SJ et al. Overall Survival with Durvalumab after Chemoradiotherapy in Stage III NSCLC. NEJM 2018; doi:10.1056/NEJMoa1809697.


Das könnte Sie auch interessieren

Gesundheitsversorgung auf dem Land – weite Wege, lange Wartezeiten

Gesundheitsversorgung auf dem Land – weite Wege, lange Wartezeiten
Krebsinformationsdienst, DKFZ

Eine repräsentative Umfrage* vom Dezember 2017 hat gezeigt: Die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen weist aus Sicht vieler Befragter Defizite auf. Bemängelt wurden lange Wartezeiten auf Arzttermine, weite Wege und weniger Informationsmöglichkeiten. Auch für Krebspatienten und ihre Angehörigen kann diese Situation belastend sein. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums ersetzt keinen Arzttermin, er bietet aber Antworten auf...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Zulassung für Durvalumab zur Behandlung von Patienten mit inoperablem, lokal fortgeschrittenem NSCLC im Stadium III"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischen Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich