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Medizin

13. März 2017 Zukunft in der Onkologie: Bessere Versorgung für Patienten

Jedes Jahr erkranken 500.000 Menschen in Deutschland neu an Krebs. Damit sie eine gute und umfassende Versorgung bekommen, benötigen wir ein engeres Zusammenspiel von Behandlung und Forschung sowie eine abgestimmte Zusammenarbeit zwischen den Leistungserbringern bei der Versorgung, auch über virtuelle Netzwerke. Außerdem sollten die Patienten den Behandlern auf Augenhöhe begegnen können. Dazu benötigen sie Unterstützung in Form eines Lotsen und einer Prähabilitation. Zu diesen Ergebnissen kommt ein Positionspapier, das Bundestagsabgeordnete gemeinsam mit Vertretern von Krankenkassen, der ambulant und stationär tätigen Ärzteschaft, Wissenschaft und Patientenorganisationen entwickelt haben. Das Papier, das auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt wurde, präsentiert konkrete Ansätze, die den Betroffenen die Orientierung im Gesundheitswesen erleichtern sollen.
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Der rasante Wissenszuwachs über die Entstehung von Krebs hat die Möglichkeiten zur Krebsdiagnose und -therapie enorm erweitert. Allerdings ist der Weg vom Labor zum Krankenbett noch immer weit. Denn zum Zeitpunkt der Einführung eines neuen Behandlungsverfahrens liegen meist nur sehr wenige Informationen vor, wie es sich im Versorgungsalltag bewähren wird und ob es im Vergleich zu den etablierten Standards besser oder schlechter abschneidet, so Karin Maag, MdB (CDU/CSU-Bundestagsfraktion) und Sprecherin der Arbeitsgruppe. „Unsere Konzepte der wissensgenerierenden onkologischen Versorgung und einer verbesserten Patientenbegleitung wurden gemeinsam entwickelt und sind das Ergebnis einer breitgeführten Diskussion aller Beteiligten. Ich bin froh, dass wir über alle Interessensgegensätze einen tragfähigen Konsens gefunden haben.“ Sabine Dittmar, MdB (SPD-Bundestagsfraktion) und ebenfalls Sprecherin der Arbeitsgruppe, ergänzt: „Die Behandlung von Krebs ist noch immer eine der größten medizinischen Herausforderungen unserer Zeit. Gute Beratungsangebote und der rasche und sichere Zugang zu medizinischen Innovationen für alle betroffenen Patientinnen und Patienten sind essentiell für den Behandlungserfolg.“
 
Um die vorhandenen Wissenslücken beim Einsatz onkologischer Innovationen schneller zu schließen, schlägt die Arbeitsgruppe vor, dass die Patienten von der Vernetzung der Leistungserbringer profitieren. Der Zugang wird über translationale Tumorboards gewährt, die bei der Anwendung der Innovation eng mit den betreuenden Ärzten und Ärztinnen kooperieren – und sich gemeinsam zur Dokumentation der Behandlungsdaten über klinische Krebsregister verpflichten. Diese geben die Daten in anonymisierter Form weiter, damit sie für Forschungszwecke und schließlich für die Patientenversorgung genutzt werden können.
 
Es geht jedoch nicht nur um den raschen und sicheren Transfer medizinischer Innovationen in die Regelversorgung. Eine Krebserkrankung ist für die Betroffenen und ihre Angehörigen mit einer Vielzahl von Belastungen verbunden, in der sie nicht nur medizinische Betreuung, sondern auch Beratung bei psychischen Belastungen oder sozialrechtlichen Fragen nach der Therapie benötigen. Besonders ausgebildete Lotsen, die die Patienten während des gesamten Verlaufs ihrer Erkrankung begleiten, könnten hier wichtige Unterstützung bieten. Ergänzend dazu schlägt die Gruppe ein Schulungs- und Informationsangebot – die sogenannte Prähabilitation – vor, das den Patienten bereits vor Beginn der Ersttherapie hilft, sich auf die kommenden Schritte vorzubereiten. Außerdem spricht die Gruppe die Empfehlung für die Anerkennung der Psychoonkologie als voll erstattungsfähige Leistung in der ambulanten wie stationären Versorgung aus.
 
Die Arbeitsgruppe „Zukunft in der Onkologie“

Die Gruppe wurde Ende 2015 gegründet und besteht aus Abgeordneten verschiedener Bundestagsfraktionen sowie Vertretern von Krankenkassen, der ambulant und stationär tätigen Ärzteschaft, der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, Wissenschaft und Patientenorganisationen. Im März 2017 veröffentlichte sie das Positionspapier „Wissen generierende onkologische Versorgung“.

Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft


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