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Medizin

10. April 2018 Erste zielgerichtete Therapieoption beim kutanen T-Zell-Lymphom

Derzeit liegt die objektive Ansprechrate (ORR) bei aktueller systemischer Therapie des CD30-positiven kutanen T-Zell-Lymphoms bei etwa 30-40% und bis zur nächsten Behandlung vergehen median weniger als 4 Monate (1). Mit Brentuximab Vedotin (Adcetris®) steht seit Dezember 2017 eine zielgerichtete Therapie für Patienten mit CD30-positivem kutanen T-Zell-Lymphom (CTCL) mit mindestens einer vorangegangenen systemischen Behandlung zur Verfügung, bei der eine objektive Ansprechdauer (ORR) von 4 Monaten und länger erreicht wird. PD Dr. Chalid Assaf, Darmstadt: „Wir sind froh eine weitere Therapie anbieten zu können“.
Die Zulassungsstudie ALCANZA, eine internationale, randomisierte, offene Phase-III-Studie verglich Brentuximab Vedotin mit der Standardtherapie Methotrexat oder Bexaroten (Therapie je nach Wahl des Arztes) bei Patienten mit CD30-positiven primär kutanem anaplastischen großzelligen Lymphom (pcALCL) und Mycosis fungoides (MF). Dabei wurden 100 MF-Patienten mit mehr als einer vorausgegangenen systemischen Therapie und 31 Patienten mit pcALC mit vorhergehender Radiotherapie und mehr als einer vorausgegangenen systemischen Therapie eingeschlossen. Als neuen primären Endpunkt wurde eine ORR von mindestens 4 Monaten (ORR4) vorgegeben, das bedeutet, nur ein partielles und komplettes Ansprechen von 4 aufeinanderfolgenden Monaten wurde in der Studie berücksichtigt. Des Weiteren wurde die ORR4 anhand des Global Response Score (GRS) bestimmt. Bewertet wurde dabei die Hautbeteiligung mittels mSWAT (Scoringsystem zur Beurteilung der betroffenen Körperoberfläche und Schwere der Läsionen), radiologische Beurteilung der Lymphknoten und der inneren Organe sowie die Quantifizierung der zirkulierenden Sézary-Zellen im peripherem Blut. Die ORR4 lag mit Brentuximab Vedotin bei 56,3% und 12,5% im Kontroll-Arm (Methotrexat oder Bexaroten) (2). Auch die Ergebnisse der sekundären Endpunkte zeigen einen statistisch signifikanten Vorteil mit Brentuximab Vedotin im Vergleich zur systemischen Standardtherapie. Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) verlängerte sich unter Brentuximab Vedotin um 13,2 Monate (16,7 Monate vs. 3,5 Monate, HR=0,27; p<0,0001) (2). Brentuximab Vedotin zeigte einen Vorteil beim PFS über alle CD30-Expressionsspiegel hinweg (3). Ein komplettes Ansprechen (CR) erreichten 15,6% der Patienten unter Brentuximab Vedotin vs. 1,6% mit Methotrexat/Bexaroten. Ein partielles Ansprechen von 51,5% war unter Brentuximab Vedotin gegeben im Vergleich zum Standard mit 18,7%. Die symptombedingten Belastungen und Hautsymptome, gemessen anhand des Fragebogens „Skindex-29“, verbesserten sich unter der zielgerichteten Therapie von -27,96 vs. -8,62 (p<0,0001). Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen jeden Grades unter Brentuximab Vedotin zählt die periphere Neuropathie, die sich bei 82% der Patienten bis zur letzten Untersuchung (letztes Follow-up nach im Median 22,9 Monaten) gebessert hatte oder verschwunden war (2). „In meinen Augen ist das ein Meilenstein in der Therapie des CTCL und ein guter Ausgangspunkt, um die Behandlung weiterzuentwickeln“, schloss Assaf.

Judith Proske

Quelle: Symposium „Adcetris® zur Therapie des CD30-positiven kutanen T-Zell-Lymphoms zugelassen“, DKK 21.02.18 Berlin; Veranstalter: Takeda

Literatur:

(1) Hughes CF et al. Blood 2015;125:71-81.
(2) Prince HM et al. Lancet 2017;390(10094):555-566.
(3) Kim Yh et al. Presentes at ASCO 2017, Poster 7517.


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