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Medizin

13. Juni 2018 Zervixkarzinom: Zytologie bleibt relevant und wird durch HPV-Test ergänzt

Frauen ab 35 Jahren haben zur Vorsorge des Gebärmutterhalskrebses künftig alle 3 Jahre Anspruch auf eine Co-Testung, bestehend aus der zytologischen Untersuchung und einem HPV-Test. Diese Änderung stand während der 10. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft zytologisch tätiger Ärzte in Deutschland e. V. (AZÄD) im Fokus. Der genaue Screening-Algorithmus wird momentan noch auf gesundheitspolitischer Ebene durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) abgestimmt. Offene Fragen dazu wurden während der AZÄD-Tagung von Experten in Vorträgen beleuchtet und mit den Anwesenden diskutiert. Fest steht: Auch in Zukunft wird die Zytologie relevant bleiben, gleichzeitig kann die Hinzunahme eines validierten HPV-Tests in der Co-Testung dazu beitragen, dass noch mehr behandlungsbedürftige Läsionen rechtzeitig entdeckt werden.
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Die Relevanz der Zytologie im Rahmen der Co-Testung hob Dr. med. Bodo Jordan, Facharzt für Gynäkologie und Zytologie aus Köln und Vorsitzender der Tagung, bei seiner Eröffnungsrede hervor: „Eine qualitätsgesicherte Zytologie an repräsentativem Zellmaterial, welches mit geeigneten Entnahmeinstrumenten unter gezielter Sicht gewonnen wurde, führt zu adäquaten Ergebnissen.“ Dank der Einführung der Früherkennung mittels jährlichem PAP-Tests ist die Inzidenz des Zervixkarzinoms seit 1971 stark reduziert (1). Um das seit Jahren anhaltende Plateau (2) zu überwinden, könnten neuere Varianten klassischer zytologisch diagnostischer Methoden hilfreich sein. „Die Zytologie wird auch in Zukunft einen festen Stellenwert in den Vorsorgeuntersuchungen bei Frauen spielen. Durch Verfahren wie die Computer-assistierte Dünnschichtzytologie stehen heutzutage modernste Techniken zur Auswertung der Testergebnisse zur Verfügung“, sagte PD Dr. med. Hans Ikenberg, Facharzt für Gynäkologie und Zytologie aus Frankfurt. Bei der Dünnschichtzytologie (z.B. ThinPrep® Pap Test) werden die Zellen direkt nach dem Abstrich in ein flüssiges Fixiermedium überführt und ein Teil der Zellen im Labor standardisiert auf einen Objektträger aufgetragen. Durch diese Vorgehensweise kann die Probenqualität für die zytologische Begutachtung verbessert werden. Laut Dr. Ikenberg konnte in der Rhein-Saar Studie3 gezeigt werden, dass mit der Dünnschichtzytologie 2,7-mal so häufig Präkanzerosen entdeckt werden, als mit der konventionellen Zytologie. Diese Ergebnisse spiegeln sich laut Ikenberg im Laboralltag wider. In der Computer-assistierten Zytologie werden die auffälligsten Zellen zunächst maschinell detektiert und markiert, bevor diese dann durch den Zytologen begutachtet werden (4). Dadurch wird die ärztliche Beurteilung ergänzt und die Ablaufeffizienz gesteigert (5). So bleibt mehr Zeit für die genaue Betrachtung der einzelnen Proben.

HPV-Test unterstützt Früherkennung

Für Frauen zwischen 20 und 35 Jahren bleibt der jährliche Anspruch auf die zytologische Untersuchung bestehen. Die Co-Testung für Frauen ab 35 sieht einen HPV-Test in Zukunft als Ergänzung zur Zytologie vor. Die S3-Leitlinie zur Prävention des Zervixkarzinoms (5) schreibt einen validierten HPV-Test vor, der in prospektiven Studien mit mindestens dreijährigem Follow-up belegt hat, dass er im Vergleich zu einem Standard HPV-Test eine ähnlich geringe Rate falsch-negativer und falsch-positiver Testergebnisse aufweist. Nur wenige Testverfahren haben bisher gezeigt, dass sie die anspruchsvollen Testgütekriterien erfüllen. Unter diesen zeichnet sich der Aptima® HPV Assay im Vergleich zu DNA-basierten Tests durch eine geringere Rate falsch-positiver Testergebnisse im Vergleich zum Goldstandard aus (5,6). Im Gegensatz zu den anderen HPV-Tests weist der Aptima® HPV Assay nicht die virale DNA nach, sondern die mRNA. Dies entspricht dem Nachweis einer aktiven Infektion der Zellen. DNA-Tests können hingegen nicht zwischen dem bloßen Vorhandensein des Virus und einer aktiven Infektion unterscheiden.

Unnötige Abstriche vermeiden

Sowohl in der Co-Testung als auch im zytologischen Screening mit HPV-Triage bietet die Dünnschichtzytologie den Vorteil, dass mit nur einem Abstrich die Zytologie, der HPV-Test und weitere Folgetests durchgeführt werden können. Ist beispielsweise bei einer Patientin unter 35 Jahren der Erstbefund positiv, kann aus dem initial gewonnenen Probenmaterial nachgetestet werden. Die Patientin muss nicht erneut zur Probenentnahme einbestellt werden und eventuell unnötige psychologische und sozioökonomische Belastungen können vermieden werden. Frauen ab 35 Jahren profitieren von der Dünnschichtzytologie, da sowohl Zytologie als auch HPV-Test aus derselben Probe durchgeführt werden können.

Quelle: Hologic

Literatur:

(1) Deutsches Krebsforschungszentrum (dkfz), Gebärmutterhalskrebs, https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/gebaermutterhalskrebs/was-ist-gebaermutterhalskrebs.php (Zugriff: 25.04.2018)
(2) Robert Koch-Institut, Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom), https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Gebaermutterhalskrebs/gebaermutterhalskrebs_node.html (Zugriff: 25.04.2018)
(3) Klug SJ, Neis KJ, Harlfinger W, et al. A randomized trial comparing conventional cytology to liquid-based cytology and computer assistance. Int J Cancer. 2013;132(12):2849–57.
(4) Gibb RK, Martens MG. The impact of liquid-based cytology in decreasing the incidence of cervical cancer. Rev Obstet Gynecol. 2011;4 Suppl 1:S2-S11.
(5) Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Prävention des Zervixkarzinoms, Langversion 1.0, 2017, AWMF Registernummer: 015/027OL, http://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/zervixkarzinom-praevention/ (Zugriff: 25.04.2018)


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