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Medizin

23. April 2020 Zervixkarzinom: Neue Empfehlung der ESMO zur Behandlung in frühen Stadien

Die Europäische Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO) hat Anfang April 2020 ihre Leitlinien aus dem Jahr 2017 (1) für die Behandlung von Gebärmutterhalskrebs aktualisiert und die Empfehlungen zur Primärbehandlung bei der Behandlung lokaler und lokoregionärer Erkrankungen geändert. Im Vergleich zur Version von 2017 stellte die ESMO fest, dass die radikale Hysterektomie mittels Laparoskopie oder roboterunterstützte Chirurgie im Vergleich zu einer offenen Operation nicht mehr als bevorzugte Behandlung von Patienten mit Zervixkarzinom im Stadium FIGO IA2, IB und IIA empfohlen werden kann. Das Update der ESMO-Empfehlungen basiert auf einer randomisierten Phase-III-Studie und einer epidemiologischen Untersuchung (2, 3).
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In den ESMO-Leitlinien 2017 wurde als Standardvorgehen bei Patientinnen mit Zervixkarzinom in FIGO Stadien IA2, IB und IIA eine radikale Hysterektomie mit bilateraler Lymphknotendissektion plus/minus Sentinel-Lymphknoten entweder durch Laparotomie oder Laparoskopie empfohlen. Die Ergebnisse der kürzlich veröffentlichten randomisierten Phase-III-Studie LACC machten laut Expertengremium der ESMO eine Änderung erforderlich.

In der LACC-Studie (2) wurden 631 Patienten mit Zervixkarzinomen in den Stadien IA1 (lymphovaskuläre Invasion), IA2- oder IB1 und den histologischen Subtypen Plattenepithelkarzinom, Adenokarzinom oder adenosquamösem Karzinom randomisiert entweder einer minimalinvasiven Operation (Laparoskopie oder roboterunterstützte Operation) unterzogen oder der konventionellen offenen Chirurgie. Die minimalinvasiven Operationen (MIS) waren mit einer geringeren Rate an krankheitsfreiem Überleben (DFS) verbunden als offene Operationen (3-Jahres-Rate, 91,2% versus 97,1%; HR für das Wiederauftreten einer Krankheit oder Tod durch Zervixkarzinom=3,74; 95%-KI: 1,63-8,58), ein Unterschied, der nach Bereinigung um Prognosefaktoren bestehen blieb. MIS war auch mit einer geringeren Gesamtüberlebensrate (OS) verbunden (3-Jahres-Rate 93,8% versus 99,0%; HR für Todesfälle jeglicher Ursache 6,00; 95%-KI: 1,77-20,30).

Diese Ergebnisse wurden in einer epidemiologischen Studie bestätigt. Diese zeigte bei 2.461 Frauen im Stadium IA2 / IB1 ein signifikant schlechteres 4-Jahres-OS unter MIS im Vergleich zu einer offenen Operation (HR=1,65; p=0,002). Diese Daten weisen ebenfalls darauf hin, dass eine minimalinvasive radikale Hysterektomie bei Frauen mit Zervixkarzinom im Stadium IA2 oder IB1 mit einem kürzeren OS verbunden ist als eine offene Operation (2).

Die ESMO weist darauf hin, dass auf der Basis dieser Daten eine Patientenberatung über die Risiken und Vorteile der verschiedenen Operationstechniken erfolgen soll.

Quelle: ESMO

Literatur:

(1) Marth C., Landoni F., Mahner S. et al. Ann Oncol 2017; 28 (Suppl 4): iv72 - iv83.
(2) Ramirez PT, Frumovitz M, Pareja R et al. Minimally invasive versus abdominal radical hysterectomy for cervical cancer. N Engl J Med 2018; 379: 1895-1904.
(3) Melamed A, Margul DJ, Chen L et al. Survival after minimally invasive radical hysterectomy for early-stage cervical cancer. N Engl J Med 2018; 379: 1905-1.


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