Donnerstag, 19. September 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

11. Oktober 2018 Welt-Thrombose-Tag: Blutgerinnsel effektiv und schonend per Ultraschall aufspüren

Zwischen 40.000 und 100.000 Menschen sterben pro Jahr in Deutschland an einer Lungenembolie, die infolge einer Thrombose entsteht. Die Lungenembolie ist damit nach Herzinfarkt und Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Anlässlich des Welt-Thrombose-Tags am Samstag, den 13. Oktober, machen Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) auf die Diagnosemöglichkeiten per Ultraschall aufmerksam. Die Sonografie ist mittlerweile das Verfahren der ersten Wahl bei Thromboseverdacht. Sie ermöglicht eine exakte Darstellung des Blutgerinnsels und ist zudem besonders gesundheitsschonend. Wer Symptome der Thrombose, wie ein verstärktes Spannungsgefühl oder Schwere in den Beinen verspürt, sollte die Diagnostik wahrnehmen.
Anzeige:
Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel, also ein Thrombus, in einem Blutgefäß oder direkt im Herzen. Dieser Blutpfropf behindert einerseits den Blutstrom, andererseits kann er sich lösen und mit dem Blutstrom verschleppt werden. „Eine rasche Diagnose und Behandlung der Thrombose sind sehr wichtig “, sagt Dr. med. Emilia Stegemann, Leiterin des DEGUM-Arbeitskreises Vaskulärer Ultraschall.

Die häufigste Thrombose in Blutgefäßen findet sich in den Becken-Bein-Venen. Diese Thrombosen sind aufgrund der Gefahr einer konsekutiven Lungenembolie besonders risikobehaftet. Der Patient kann Symptome wie ein Gefühl der Spannung oder Schwere in den Beinen empfinden, die Haut ist möglicherweise wärmer oder verfärbt. Auch Schwellungen oder Schmerzen können auftreten. Löst sich der Thrombus aus den Beinvenen und wird er dann mit dem Blutstrom über das Herz in die Lunge verschleppt, verursacht er eine Lungenembolie: Eine Ader in der Lunge wird dabei verstopft und damit ein Teil des Lungengewebes von der Blutversorgung abgeschlossen, dadurch ist der Sauerstoffaustausch über die Lunge beeinträchtigt und das Herz akut stark belastet.

„Je größer das Gerinnsel, desto gefährlicher ist die Situation. Die Lungenembolie kann sich beispielsweise mit Schmerzen in der Brust oder Atemnot bemerkbar machen und ist ein Fall für den Notarzt“, warnt Stegemann.

Voraussetzung für die richtige Diagnose und Behandlung einer Thrombose ist eine sorgfältige ärztliche Untersuchung. „Bei begründetem Thromboseverdacht stellt der Ultraschall das Untersuchungsverfahren der Wahl dar. Im Gegensatz zu der früher häufig durchgeführten Phlebographie (Röntgenuntersuchung der Venen mit Kontrastmittel) ist ein Ultraschall für den Patienten in keiner Weise belastend“, so die Expertin Dr. Stegemann. Die Methode ist einerseits sehr sensitiv, andererseits kann der Untersucher neben Gefäßen und vorhandenen Blutgerinnseln auch Strukturen erkennen, die die Thrombose verursacht haben, wie zum Beispiel Zysten im Bereich des Kniegelenkes. „Die Untersuchungsergebnisse werden noch exakter, wenn spezielle Ultraschalluntersuchungen zum Einsatz kommen, die den Blutfluss in den Gefäßen darstellen“, sagt Stegemann. „Hier sind beispielsweise die farbkodierte Duplexsononografie und die Dopplersonografie geeignete Verfahren.“

Bei nicht eindeutigem Befund empfehlen die aktuellen Leitlinien eine erneute Ultraschalluntersuchung nach fünf bis sieben Tagen. Weitere bildgebende Verfahren wie Gefäßdarstellungen mittels Kontrastmittel, Schichtröntgen (CT) oder Kernspintomografie (MRT) sind in der Regel weitgehend unnötig. „Wie bei allen Untersuchungsverfahren ist jedoch die Aussagekraft des Ultraschalls entscheidend von der Fachkenntnis des Untersuchers abhängig“, erklärt Dr. Stegemann. Ultraschallexperten für Gefäßuntersuchungen sind in der DEGUM im Arbeitskreis Vaskulärer Ultraschall vertreten. Der Arbeitskreis bietet über die Ultraschallakademie der DEGUM regelmäßig Kurse zum Erlernen und Vertiefen dieser Untersuchungsverfahren unter fachkundiger Anleitung in Kleingruppen an, die erfreulicherweise stark frequentiert werden.

Risikofaktoren für eine Thrombose
 
Ein erhöhtes Risiko für Thrombosen haben Menschen beim längeren Liegen, zum Beispiel während eines Krankenhausaufenthaltes, bei einer Krebserkrankung oder bei vererbter Thromboseneigung. Auch ein veränderter Hormonhaushalt durch eine Schwangerschaft, die Anti-Baby-Pille oder Hormonpräparate gegen Wechseljahresbeschwerden können eine Thrombose begünstigen.

Quelle: DEGUM


Das könnte Sie auch interessieren

Gesundheitsversorgung auf dem Land – weite Wege, lange Wartezeiten

Gesundheitsversorgung auf dem Land – weite Wege, lange Wartezeiten
Krebsinformationsdienst, DKFZ

Eine repräsentative Umfrage* vom Dezember 2017 hat gezeigt: Die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen weist aus Sicht vieler Befragter Defizite auf. Bemängelt wurden lange Wartezeiten auf Arzttermine, weite Wege und weniger Informationsmöglichkeiten. Auch für Krebspatienten und ihre Angehörigen kann diese Situation belastend sein. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums ersetzt keinen Arzttermin, er bietet aber Antworten auf...

Forschung für besseren Schutz vor Gebärmutterhalskrebs

Forschung für besseren Schutz vor Gebärmutterhalskrebs
© Petry

Humane Papillomviren, kurz HPV, sind die häufigsten sexuell übertragenen Viren der Welt. Einige Virentypen können Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) und andere Krebsarten verursachen. Wissenschaftler kooperieren jetzt in einer neuen Studie, um ein HPV-Typ-spezifisches Modell für den Krankheitsverlauf von HPV-Infektionen zu entwickeln. Dazu werden klinische Daten aus großen populationsbasierten Studien der Frauenklinik Wolfsburg in Zusammenarbeit mit einer...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Welt-Thrombose-Tag: Blutgerinnsel effektiv und schonend per Ultraschall aufspüren"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.