Samstag, 4. April 2020
Navigation öffnen

Medizin

13. September 2014 Welt-Lymphom-Tag: Brentuximab Vedotin gibt Patienten mit rezidiviertem/refraktärem Hodgkin Lymphom und r/r sALCL eine neue Chance

Adcetris® (Brentuximab Vedotin) bietet eine weitere Therapieoption für Patienten mit rezidiviertem/refraktärem Hodgkin Lymphom (r/r HL) und systemischem anaplastisch-großzelligem Lymphom (r/r sALCL) (1,2,3). Die Referenten eines Pressegesprächs von Takeda anlässlich des Welt-Lymphom-Tages betonten, dass das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat aufgrund der guten Wirksamkeits- und Verträglichkeitsdaten inzwischen Therapiestandard in diesen Indikationen ist. Sein möglicher Nutzen in früheren Therapielinien wird derzeit untersucht.

Anzeige:

Lange gab es weder für Patienten mit r/r HL noch mit r/r sALCL anerkannte Therapiestandards. Die Prognose dieser stark vorbehandelten Patienten war unbefriedigend. Das hat sich mit der Zulassung von Brentuximab Vedotin im Oktober 2012 geändert. Hohe Ansprechraten mit einer Reduktion der Tumorlast von über 90% in den Zulassungsstudien führten schon bald dazu, dass das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat zum Therapiestandard in den beiden Indikationen avancierte (4,5).

Brentuximab Vedotin verlängert das Gesamtüberleben…

Als eine Post-hoc-Analyse der Zulassungsstudien ein längeres progressionsfreies Überleben im Vergleich zur vorangegangen Therapie zeigte, war dies für Professor Andreas Engert, Universitätsklinikum Köln und Chairman der German Hodgkin Study Group (GHSG), bereits ein Hinweis auf ein besseres Gesamtüberleben. Er sollte Recht behalten, wie die Follow-up-Daten der Zulassungsstudien belegen (1,2). 50% der r/r HL-Patienten waren nach dem medianen Follow-up von etwa 3 Jahren noch am Leben. Das mediane Gesamtüberleben aller Patienten betrug 40,5 Monate (3,4 Jahre). Bei den 34 Patienten in kompletter Remission wurde das mediane Gesamtüberleben noch nicht erreicht (1,3). Von den Patienten mit sALCL waren 64% zum Ende des Follow-ups von 3 Jahren noch am Leben. Das mediane Gesamtüberleben wurde noch nicht erreicht, die 3-Jahresüberlebensrate wird auf 63% geschätzt (2,3).

… und ist für die Patienten gut verträglich

"Trotz der intensiven Vorbehandlung ist die Verträglichkeit von Brentuximab Vedotin sehr gut für diese Klasse von Arzneimitteln", so Prof. Engert. Klinisch relevante Nebenwirkungen vom Grad III/IV traten in den Studien nur bei relativ wenigen Patienten auf, am häufigsten waren Neutropenien und periphere Neuropathien. Alle Nebenwirkungen waren bisher durch eine Reduktion der Dosis oder der Behandlungsfrequenz gut zu managen.

In früheren Therapielinien untersucht

Für Dr. Johannes Mohm, Dresden, zeichnet Brentuximab Vedotin vor allem aus, dass es auch in der therapeutischen Praxis hoch effektiv selbst bei mehrfach vorbehandelten Patienten ist. Eine weitere therapeutische Chance besteht für den Mediziner darin, die Effektivität einer allogenen Stammzelltransplanation zu steigern. "Mit Brentuximab Vedotin hat sich ein neues Therapieprinzip etabliert, mit dem selbst Patienten mit mehrfachen Rezidiven erfolgreich behandelt werden und bei dem weltweit großes Interesse besteht, es in früheren Therapielinien einzusetzen und auch bei Patienten mit anderen CD30-positiven Erkrankungen zu untersuchen", fasste Engert den Stellenwert von Brentuximab Vedotin zusammen.

Literaturhinweise:
(1) Gopal AK et al. ASH 2013, Abstract #4382
(2) Pro B et al. ASH 2013, Abstract #1809
(3) Fachinformation Adcetris®, Stand März 2014
(4) Hodgkin Lymphom: S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Hodgkin Lymphoms bei erwachsenen Patienten,
Februar 2013
(5) Goyal SD, Bartlett NL; Curr Hematol Malig Rep 2012; 7(3): 179-185

Quelle: Takeda


Stichwörter

Das könnte Sie auch interessieren

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren
© Photographee.eu / fotolia.com

Jede zehnte Frau in Deutschland, die an Brustkrebs erkrankt, ist noch keine 45 Jahre alt. Experten vermuten, dass viele der jungen Betroffenen erblich vorbelastet sind: Sie sind Trägerinnen eines oder mehrerer schädlich veränderter Gene, die den Tumor entstehen lassen. Die bereits bekannten Hochrisikogene wie etwa BRCA1 oder BRCA2 sind allerdings nur für höchstens ein Viertel der Fälle bei jungen Frauen verantwortlich. Ein Hamburger Forscherteam macht sich nun...

Aktiv gegen Krebs: Welche Ernährung kann schützen?

Aktiv gegen Krebs: Welche Ernährung kann schützen?
© azurita - stock.adobe.com

Eine ausgewogene Ernährung, Normalgewicht sowie ein möglichst geringer Konsum alkoholischer Getränke senken das Risiko, an Krebs zu erkranken. Im Rahmen der 1. Nationalen Krebspräventionswoche informieren die Deutsche Krebshilfe und das Deutsche Krebsforschungszentrum, DKFZ, die Bevölkerung über Risikofaktoren, die jeder selbst beeinflussen kann. Denn: Etwa 40 Prozent aller Krebsfälle, die jährlich neu diagnostiziert werden, wären nach Ansicht von...

Gebärmutterhalskrebs verhindern

Gebärmutterhalskrebs verhindern
© farland9 / Fotolia.com

Gebärmutterhalskrebs kann durch eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) ausgelöst werden. Papillomviren sind die häufigsten sexuell übertragenen Viren, mit denen sich rund 80 Prozent der Frauen in Deutschland im Laufe ihres Lebens infizieren. In der Regel erkennt das Immunsystem die Infektion, so dass diese meistens innerhalb von zirka 24 Monaten unbemerkt ausheilt. Ein Interview mit Prof. Dr. med. Gerd-Henrik Griesser, Facharzt für Pathologie in Köln,...

Künstlerische Therapien in der Krebsbehandlung

Künstlerische Therapien in der Krebsbehandlung
© ChenPG / Fotolia.com

Viele Krebspatienten schöpfen durch Musik, Malen oder andere künstlerische Tätigkeiten neue Kraft. Doch lange Zeit reichte der wissenschaftliche Kenntnisstand nicht aus, um die Wirkung von Musik- oder Kunsttherapien zu belegen. Erst in den letzten Jahren wurden hierzu vermehrt psychoonkologische Studien durchgeführt, in denen es gelang, die Steigerung des Wohlbefindens von Patienten durch künstlerische Betätigungen nachzuweisen.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Welt-Lymphom-Tag: Brentuximab Vedotin gibt Patienten mit rezidiviertem/refraktärem Hodgkin Lymphom und r/r sALCL eine neue Chance"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden