Montag, 24. Juni 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Medizin

04. Juni 2018 Vorbehandeltes DLBCL: Überlebensvorteil mit Polatuzumab Vedotin

Eine beim ASCO vorgestellte Phase Ib/II-Studie könnte die Therapie für Patienten mit rezidiviertem/refraktärem diffus-großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) verbessern: Die neue Substanz Polatuzumab Vedotin steigerte sowohl Ansprechen, progressionsfreies Überleben (PFS) wie auch Gesamtüberleben (OS) (1). Das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat wird kombiniert mit dem bisher empfohlenen Regime aus Bendamustin + MabThera® (Original-Biologikum Rituximab) (BR) gegeben.
Anzeige:
Fachinformation
Während die Standardtherapie BR PET-kontrolliert komplette Remissionen (CR) von 15% zeigte, erreichte die Polatuzumab-basierte Therapie eine CR-Rate von 40% (primärer Studienendpunkt) (p=0,012) (1). Zudem wurden ein signifikant längeres PFS (p<0,0001) und ein signifikanter Überlebensvorteil (p=0,0008) berichtet. Der Polatuzumab-Arm war überlegen, unabhängig davon, ob Patienten in der Zweit- oder Drittlinie behandelt wurden und ob ein rezidiviertes oder refraktäres DLBCL vorlag.

In der Studie erhielten 80 Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem DLBCL und median 2 Therapien nach Randomisierung entweder Polatuzumab (1,8 mg/kg) + BR (B: 90mg/m2 x 2 Tage; R: 375 mg/m2) oder BR (jeweils 6 Zyklen alle 21 Tage). Die Patienten waren für eine Stammzelltransplantation nicht geeignet. BR ist in diesen Fällen heute eine bevorzugte Therapieoption mit starker Evidenz für Überleben (2).

Polatuzumab ist ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat. Der humanisierte monoklonale Anti-CD79b-Antikörper trägt einen Peptid-Linker und den Mitosehemmstoff Monomethyl Auristatin E (MMAE). Aus der umfangreichen klinischen Prüfung bei malignen B-Zell-Lymphomen wurden beim ASCO weitere Daten zu einer randomisierten doppelblinden Phase-III-Studie berichtet. Darin wird Polatuzumab bei geplant 875 nicht vorbehandelten Patienten mit DLBCL mit entweder Gazyvaro® ▼ (Obinutuzumab) oder MabThera kombiniert plus jeweils Cyclophosphamid, Doxorubicin und Prednison in Standarddosierung (3).

Mit der Erteilung des PRIME-Status (PRIority MEdicines) durch die EMA im Juni 2017 sowie der Breakthrough Therapy Designation durch die FDA ermöglichen die Gesundheitsbehörden in Europa und den USA ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für Polatuzumab.

▼ Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Bitte melden Sie Nebenwirkungen an die Roche Pharma AG (grenzach.drug_safety@roche.com oder Fax +49 7624/14-3183) oder an das Paul-Ehrlich-Institut (www.pei.de oder Fax: +49 6103/77-1234).

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Sehn H et al. J Clin Oncol 36; 2018 (suppl; abstr #7507)
(2) Coiffier B et al. Hematology 2016: 366-378
(3) Tilly H et al. ASCO Annual Meeting 2018; Abstract #TPS7589


Das könnte Sie auch interessieren

Was Krebspatienten in der kalten Jahreszeit beachten sollten

Was Krebspatienten in der kalten Jahreszeit beachten sollten
© Jenny Sturm / fotolia.com

Außen kalt, innen überheizt, dazu Glatteis, Schnee und trübes Licht – der Winter ist für Krebspatienten keine leichte Zeit. Aufgrund der geschwächten Immunabwehr und den damit einhergehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind besondere Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Im Monatsthema Dezember gibt das ONKO-Internetportal hilfreiche Tipps, wie Krebspatienten gut und sicher durch die kalten Monate kommen.

Krebstherapie gestern, heute, morgen: Entwicklungen in der Onkologie

Krebs gilt heute als Volkskrankheit: Bei Frauen stieg die Zahl der jährlich auftretenden Neuerkrankungen seit 1980 um 35 Prozent, bei Männern sogar um 80 Prozent an. Dass die krebsbedingte Sterberate dennoch im gleichen Zeitraum zurückging, ist u. a. Verdienst der modernen Forschung: In allen Bereichen der Krebsmedizin – von der Grundlagenforschung bis hin zur strukturierten Nachsorge der Patienten – haben sich enorme Erfolge eingestellt. Dies war jedoch ein weiter...

Neue Perspektiven für Frauen mit Eierstockkrebs

In der medikamentösen Behandlung von Frauen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs wurde erstmals nach fast 15 Jahren ein Fortschritt erzielt: Das neue Medikament, ein sogenannter Angiogenesehemmer, greift den Tumor gezielt an und verzögert damit das Fortschreiten der Krebserkrankung. Für die betroffenen Frauen ist dies ein großer Vorteil: Die Therapie ermöglicht ihnen mehr Zeit, die sie – trotz der schweren Erkrankung – weitestgehend beschwerdefrei...

Kinderwunsch und Krebs

Kinderwunsch und Krebs
© Photographee.eu / fotolia.com

Möchte ich eine Familie gründen oder noch weitere Kinder haben? Mit dieser Frage müssen sich junge Krebspatientinnen und -patienten vor einer Krebstherapie – also unmittelbar nach der Diagnose – auseinandersetzen. Denn die Behandlung, die ihnen hilft, den Krebs zu besiegen, beeinträchtigt häufig gleichzeitig die Fruchtbarkeit. Auch wenn die Zeit drängt, ist es wichtig, sich vor Behandlungsbeginn mit diesem wichtigen Thema zu befassen.

Kostenlose Kosmetikseminare “look good feel better“ für Krebspatientinnen

Kostenlose Kosmetikseminare “look good feel better“ für Krebspatientinnen
© Carolin Lauer (carolinlauer.de)

Ganz unverhofft trifft die damals 30jährige Cristina aus Hannover die Diagnose Krebs. Erst dachte sie an einen schlechten Scherz, als sie den Anruf von ihrem Arzt erhielt und dann zog ihr die Nachricht den Boden unter den Füßen weg. Mit der Chemotherapie kamen der Verlust der Haare, Augenbrauen und Wimpern und damit auch teilweise unangenehme Situationen: „Selbst als ich noch Stoppeln auf dem Kopf hatte, haben mich sofort alle angestarrt. Teilweise getuschelt oder den...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Vorbehandeltes DLBCL: Überlebensvorteil mit Polatuzumab Vedotin"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischen Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich